„Pro Park“ und gegen eine Bebauung

dzBürgerprotest

In das Thema Kita-Neubau in der Gemeindemitte kehrt keine Ruhe ein. Nach dem Ratsbeschluss melden sich nun die nächsten Bürger zu Wort und kündigen ein Bürgerbegehren an.

Holzwickede

, 16.10.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

„Wir sind für eine Kita, aber wir sind pro Park“, sagt Sylvia Schulz. Die Holzwickederin, die sich schon in der Kita-Diskussion für die Bäume im Emscherpark stark gemacht hatte (wir berichteten) möchte den aktuellen Ratsbeschluss nicht einfach so hinnehmen. Sie hofft darauf, dass sich zahlreiche Holzwickeder ihrer Meinung anschließen und den Bau der Kita im Emscherpark verhindern werden. Ein Bürgerbegehren ist das Ziel. Womöglich sogar ein Bürgerentscheid.

Was in der Gemeinde bereits an unterschiedlichsten Stellen diskutiert wird, hat nach der Gemeinderatssitzung in den sozialen Netzen begonnen. Dass sie mit der Entscheidung für eine Kita im Emscherpark, die der Gemeinderat am 11. Oktober fällte, nicht einverstanden sind, ist Thema von verschiedenen Kommentaren. Sylvia Schulz und Peter Steckel wurden aktiv und laden Bürger ein zu einer „Auftaktveranstaltung gegen die Bebauung des Emscherparks“.

Sylvia Schulz, erklärte im Gespräch mit der Redaktion, sie sei gemeinsam mit Peter Steckel auf die Idee gekommen. Steckel erklärte auf Nachfrage, dass Sylvia Schulz ihm die Idee präsentiert habe und er sie unterstütze, in den er den Raum zur Verfügung“, stelle. Bei dem Raum handelt es sich um einen Schulungsraum im Logistic Ausbildungszentrum NRW an der Schäferkampstraße. „Grundsätzlich sind wir für eine Kita“, betont auch Peter Steckel. Die Entscheidung, dass die Kita nun nicht auf dem Festplatz, sondern im Park gebaut werde soll, sei aber nicht richtig. „Wir halten den Platz von Louviers für deutlich besser. Und Hundescheiße ist kein Grund, eine Grünfläche zu bebauen“, sagt Steckel in Richtung SPD, die von dem vielen Hundekot auf der Wiese gesprochen hatte.

„Pro Park“ und gegen eine Bebauung

Bei der jüngsten Ratssitzung im Schulforum fiel die Entscheidung für den Emscherpark als Standort für den Kita-Neubau in der Gemeindemitte. © UDO HENNES

„Wir wollen jetzt auf die Leute zugehen. Ich verstehe ja die Not der Eltern“, schiebt Steckel den schwarzen Peter nun in Richtung Politik, denn „wenn man die eingeschlagene Richtung eingehalten hätte, wären wird schon viel weiter“, spricht er die Aufhebung des ursprünglichen Ratsbeschlusses, die Kita auf den Festplatz zu errichten, an.

Sylvia Schulz wird noch deutlicher. Sie spricht davon, dass Holzwickede immer mehr zu einer „Betonwüste“ werde. „Wir haben kaum noch Grünflächen. Wir sind schon ein verheerender Ort geworden“, möchte sie nicht, dass Bäume gefällt oder zerstört werden. Es wären ja nicht allein drei Bäume, die für die Kita fallen müssten. Sie sorge sich um das Wurzelwerk der übrigen Bäume, das bei dem Bau ihrer Meinung nach sicher beschädigt würde.

„Ich will, dass die Natur geschützt wird“, hofft Schulz, dass sich viele Bürger ihrer Meinung anschließen. Auch sie betont: „Ich möchte nicht als Kita-Gegner dastehen. Ich bin pro Park.“

Bürgerbegehren

Erstes Treffen geplant

Das Treffen derjenigen, die die Kita im Park verhindern möchten, beginnt am 18. Oktober um 19.30 Uhr im Logistic Ausbildungszentrum NRW, Schäferkampstraße 20.

„Wer von Euch auch dagegen ist, dass unser Emscherpark zugebaut wird, der kommt doch bitte zu diesem Treffen. Es ist sehr wichtig. Noch sind wir in der Lage, etwas zu unternehmen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wenn wir gar nix tun, dann war’s das auf jeden Fall. Es dürfte die einzig verbleibende Möglichkeit sein. Umweltorga und Anwohner sind wohl eher raus aus der Sache“, so der Appell von Schulz.
Bereits im Juli hatte die gebürtige Holzwickederin gemeinsam mit ihren Ehemann und Schwager den Stammumfang der Bäume im Emscherpark gemessen. Mit der Aktion und der Veröffentlichung in den sozialen Netzwerken wollte sie ein Bewusstsein bei den Bürgern schaffen.

So wie jetzt. Schon im Juli hatte sie angekündigt, genau darauf achten zu wollen, „wo exakt die Kita stehen soll“.

Waldbestand und Grünflächen

Sylvia Schulz und Peter Steckel sorgen sich nach eigenen Aussagen um den Baubestand und um die grünen Flächen in Holzwickede. Schulz spricht gar von einer „Betonwüste“. Holzwickede verfügt laut statischtischen Landesamt it.NRW über 49 Hektar Erholungs- und Friedhofsfläche. Das sind 2,2 Prozent der Fläche insgesamt. Damit liegt die Emschergemeinde über dem dem Durchschnitt im Regierungsbezirk (1,7 Prozent). Die Durchschnittsfläche im Land liegt bei 2,3 Prozent und bei Kommunen gleichen Typs bei 1,1 Prozent.

An Waldfläche hat Holzwickede 184 Hektar. Das sind mit 8,2 Prozent deutlich weniger als im Vergleich zum Regierungsbezirk (42,3), Land (26,0) und Kommen gleichen Typs (30,4).

Bürgerbegehren

Im Jahr 2014 taten sich BBL, FDP und Grüne zusammen und initiierten ein sogenanntes kassierendes Bürgerbegehren, um die Wohnbebauung auf dem Kasernengelände zu verhindern. Beim Bürgerbegehren wurden genügend Unterschriften (mehr als die erforderlichen neun Prozent) gesammelt. Es kam zum Bürgerentscheid. Hier aber wurde letztlich nicht die erforderliche Anzahl an Stimmen gegen die Bebauung erzielt.

Ein Bürgerbegehren hatten auch Hundefreunde im vergangenen Jahr angestrebt. Sie forderten die Errichtung einer Hundewiese, konnten aber nicht die erforderliche Anzahl an Unterschriften einreichen.

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