26 Holzwickeder streben ein Bürgerbegehren an, das zu einem Bürgerentscheid über den Kita-Standort im Park führen könnte. Beim ersten Treffen mussten einige Teilnehmer vorzeitig gehen.

Holzwickede

, 19.10.2018, 14:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

In einem ersten Schritt haben sich die Gegner eines Standortes im Park am Donnerstagabend offiziell zur Initiative „Pro Park“ zusammengeschlossen. Dafür hatten die Initiatoren Sylvia und Norbert Schulz sowie Peter Steckel in das Logistik-Ausbildungszentrum NRW an die Schäferkampstraße geladen. Steckel ist Geschäftsführer des Zentrums. 39 Bürger folgten der Einladung und diskutierten von Beginn an kontrovers die Vor- und Nachteile einer Kita im Emscherpark und auf dem Platz von Louviers – die beiden Standorte, die zuletzt zur Wahl standen.

Kita-Streit: „Pro Park“ setzt Gegner vor die Tür und strebt ein Bürgerbegehren an

Peter Steckel (r.) lud interessierte Bürger in sein Ausbildungszentrum. Wer die Initiative nicht unterstützen wollte, musste nach gut 20 Minuten gehen. © Greis

Ziel: Die Kita im Park verhindern

Unter den Anwesenden waren nicht nur klare Befürworter eines Bürgerbegehrens. Vertreter der Elternschaft wollten zu Beginn der Runde wissen, ob sich die Initiative auch mit einem alternativen Standort befasse. Dafür sei man laut Steckel nicht zusammengekommen. Dafür sei die Politik zuständig, in dem sie auf den Platz von Louviers zurückkehre. „Wir sind nicht gegen die Kita an sich. Wir wollen sie nur nicht im Park haben“, sagte er.

Kita-Streit: „Pro Park“ setzt Gegner vor die Tür und strebt ein Bürgerbegehren an

Die Karte zeigt den geplanten Kita-Standort im Emscherpark Holzwickede. © Stepmap/Kohues

Peter Steckel verweist auf sein Hausrecht

Die Begründung entfachte eine Diskussion zwischen Anhängern und Gegnern eines Bürgerbegehrens. Schließlich machte Peter Steckel nach knapp 20 Minuten von seinem Hausrecht Gebrauch und bat alle, die den Weg der Bürgerinitiative nicht unterstützen wollen, die Räumlichkeiten zu verlassen.

„Verantwortungs- und rücksichtslos gegenüber den Kindern ist das Vorhaben“, sagte Reinhard Gerlings, der sich in den vergangenen Wochen als Anwohner für einen Standort im Park eingesetzt hatte. „Lächerlich“ sei es, zu einer Diskussion zu laden und andere Meinungen dann auszuschließen, sagte Diana Cordova, die als Mutter von dem Hin und Her beim Kita-Bau betroffen ist. Als Sachkundiger Bürger zeigte auch Thomas Bergermann (SPD) kein Verständnis für die Initiative.

Kita-Streit: „Pro Park“ setzt Gegner vor die Tür und strebt ein Bürgerbegehren an

Diese Wiese im Emscherpark wurde von der politischen Mehrheit als Standort für den Kita-Neubau bestimmt. Der Bau soll so in das Gelände eingepasst werden, dass nur noch zwei Bäume gefällt werden müssen. Der restliche Baumbestand soll erhalten bleiben. © Greis

Fläche seit 40 Jahren Bestandteil des Parks

Als einziger weiterer politischer Vertreter blieb am Donnerstagabend Wieland Pusch im Raum. Er ist ebenfalls Sachkundiger Bürger und kurioserweise SPD-Mitglied. „Meine Meinung muss nicht dem Parteibuch entsprechen“, sagte Pusch. Die SPD-Fraktion befürwortet bekanntermaßen den Standort im Emscherpark. Die verbliebenen 26 Bürger waren sich einig, dass man gegen diesen Standort etwas unternehmen möchte. „Holzwickede hat eine Grundfläche von 22 Quadratkilometern und man sucht sich das einzige Stück Grün heraus, das seit 40 Jahren zum Park gehört“, sagte Norbert Schulz. Daneben böte der Festplatz insgesamt 9000 Quadratmeter zugebaute Fläche, die einmal im Jahr für vier Tage für das Schützenfest genutzt würde, so Schulz weiter.

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Nächstes Treffen am Donnerstag

Tenor der Beteiligten: Der Emscherpark soll bleiben, wie er ist. Als Grünfläche sei er zu wertvoll, um darauf eine Kita zu bauen. Um das zu erreichen, hat die Gruppe nun zunächst die Initiative gegründet. „Pro Park hat zunächst keine juristische Form, soll uns mit mir und Sascha Lippmann, Frank Brockbals und Ulrike Behrenberg als Repräsentanten vorerst einen Handlungsrahmen bieten“, sagt Peter Steckel. Kommenden Donnerstag wolle man sich erneut treffen. Bis dahin solle sich jeder der Teilnehmer Gedanken machen, wie eine mögliche Frage für die Unterschriftenaktion zum Bürgerbegehren lauten könnte. „Unser Anliegen soll sich auf den kommenden Ratsbeschluss zur Kita beziehen“, sagt Steckel. Der Rat tagt außerordentlich am 30. Oktober, dann wird der aktualisierte Bebauungsplan für die Kita im Park behandelt. „Bis dahin werden wir das Beratungsangebot der Gemeinde zum Bürgerbegehren nutzen und auch den Verein ‚Mehr Demokratie‘, der bei solchen Vorhaben hilft, um Rat fragen“, sagt Steckel.

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