Pfarrerin Claudia Brühl-Vonhoff, Presbyter Mathias Wortmann, Presbyter Uli Bangert, Prädikant Bernhard Pendzialek, Presbyter Udo Sedlaczek, Superintendent Dr. Karsten Schneider. © Privat
Kirchen in Holzwickede

Prädikant besonders wertvoll: Ex-Leiter des Perthes-Hauses nun Prediger

Laienprediger sind in der Evangelischen Kirche nicht ungewöhnlich, seit einigen Jahren heißen sie Prädikanten. In Bernhard Pendzialek hat Holzwickede nun einen solchen Prediger hinzugewonnen.

Über Gott und Glauben vor Menschen sprechen – für Bernhard Pendzialek ist das nicht neu. Als Leiter des Perthes-Seniorenhauses hat er in der Vergangenheit bereits Andachten in der Einrichtung gehalten. Im Frühjahr ist Pendzialek in den Ruhestand gewechselt und widmet sich nun ehrenamtlich einer neuen Aufgabe: Am Sonntag (24. Oktober) wurde er in der Kirche am Markt durch den Superintendenten im Evangelischen Kirchenkreis Unna, Karsten Schneider, zum Prädikanten beauftragt.

Freie Zeit für neues Ehrenamt nutzen

Demnächst wird Pendzialek, der im Frühjahr dieses Jahres aus gesundheitlichen Gründen in den Vorruhestand wechselte, Gottesdienste halten, noch im November an Totensonntag und in der Folge in der Adventszeit von der Kanzel predigen. „Das wird sicher eine Herausforderung, aber es ist ein Ehrenamt, das ich gerne machen möchte in meiner freien Zeit. Das ist auch ein Teil meines Ichs“, sagt der 60-Jährige.

Schließlich hat er in den 27 Jahren als Leiter des Perthes-Hauses nicht nur betriebswirtschaftliche, sondern auch seelsorgerische Aufgaben wahrgenommen. „Ich habe Andachten geleitet und Gottesdienste begleitet“, sagt der 60-Jährige im Wissen, dass die Ansprache zur Glaubensgemeinde in einer Kirche aber nicht mit dem Andachtsraum eines Altenheimes vergleichbar ist.

Heimleiter Bernhard Pendzialek verlässt nach 27 Jahren das Perthes-Haus. © Carlo Czichowski © Carlo Czichowski

„Ich wollte mir das theologische Fachwissen aneignen, um nicht nur laienhaft sondern auch mit entsprechendem Background zu predigen.“

Prädikant Bernhard Pendzialek

Deshalb war ihm die Ausbildung zum Prädikanten, die durch corona-bedingte Einschränkungen etwas länger als das übliche Jahr dauerte, auch so wichtig. „Ich wollte mir das theologische Fachwissen aneignen, um nicht nur laienhaft, sondern auch mit entsprechendem Background zu predigen.“

Dass dies nun wiederum mit seinem beruflichen Hintergrund in Verbindung steht, begrüßt wiederum Pfarrerin Claudia Brühl-Vonhoff. „Wir Volltheologen studieren 14 Semester, gehen zwei Jahre ins Vikariat – die Prädikanten bringen ihre beruflichen Erfahrungen mit, bringen einen anderen Blickwinkel mit und legen biblische Texte mitunter sehr lebensnah aus“, freut sich die Pfarrerin über neue Einflüsse.

Die etwas jüngere Brühl-Vonhoff fungierte während Pendzialeks Ausbildungszeit als seine Mentorin. „Der Austausch war schön, besonders wenn sie meine Predigten kritisch reflektiert hat“, so Pendzialek. Und auch der Pfarrerin war es eine Freude, mal wieder ausbilden zu können und zusammen mit dem angehenden Prediger durch Corona bedingt auch neue, digitale Wege auszuprobieren.

Prädikant darf nicht alles, was Pfarrer dürfen

Nach seiner offiziellen Beauftragung am Sonntag darf Bernhard Pendzialek nun Gottesdienste halten, taufen und das Abendmahl austeilen. Um trauen und beerdigen zu dürfen, müsste er indes noch eine zusätzliche Weiterbildung machen. In der Evangelischen Kirchengemeinde unterstützt und entlastet der Ehrenamtler nun in Claudia Brühl-Vonhoff, Philipp Reis und Anja Josefowitz die hauptamtlichen Pfarrer, wobei Letztere keine volle Stelle besetzt.

Zudem hält auch Michael Niggebaum, Pfarrer im Ruhestand, den einen oder anderen Gottesdienst ab. „Wir freuen uns sehr über Bernhard Pendzialek, weil er eine große Nähe zur Kirchengemeinde hat. Er war schon Presbyter, saß einst im Diakonieausschuss und kennt die Gemeinde sehr gut“, sagt Brühl-Vonhoff über den zwar nicht ersten aber aktuell einzig aktiven Prädikanten innerhalb der evangelischen Kirchengemeinde.

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Redaktion Holzwickede
Jahrgang 1985, aufgewachsen auf dem Land in Thüringen. Fürs Studium 2007 nach Dortmund gekommen. Schreibt über alles, was in Holzwickede passiert. 17.000 Einwohner mit Dorfcharakter – wie in der alten Heimat. Nicht ganz: Dort würden 17.000 Einwohner locker zur Kreisstadt reichen. Willkommen im Ruhrgebiet.
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Christian Greis

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