Gestürzte Postbotin: Gemeinde vertraut auf die Einschätzung des eigenen Rechtsbeistandes

dzPflaster auf der Allee

Eine Postbotin stürzt auf dem nassen Pflaster in der Allee und verklagt die Gemeinde. Im Verwaltungsvorstand vertraut man auf die Einschätzung des eigenen Anwalts.

Holzwickede

, 17.09.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ist die Gemeinde schuld, weil im August 2016 eine Postbotin mit ihrem Lastenrad auf der Allee ausgerutscht ist? Die Frage beschäftigt das Dortmunder Landgericht, denn die Gestürzte hat die Gemeinde verklagt. Die sei auf der Allee nicht ihrer Verkehrssicherungspflicht nachgekommen.

Regen, Laub und das Sekret von Blattläusen wurden einst für Vera Tellermann zum Verhängnis. Auf dem roten Pflaster in der Allee bildete sich dadurch ein schmieriger, durchsichtiger Film. Der sei Auslöser für ihren Sturz gewesen.

„Verkettung unglücklicher Umstände“

Nach zwei Terminen am Landgericht steht in den nächsten Wochen eine Entscheidung des Gerichts an. Bei der Gemeinde vertraut man auf die Einschätzung des Kommunalen Versicherungsverbandes. „Wenn unser Rechtsbeistand den Fall so einschätzt, dass wir nicht haften, dann vertrauen wir darauf“, sagt der Erste Beigeordnete, Bernd Kasischke. Der Sturz der Klägerin tue ihm persönlich leid, aber: „Das war eine Verkettung unglücklicher Umstände, für die man die Gemeinde nicht haftbar machen kann.“

Fakt ist: Einen Tag nach Tellermanns Sturz im August 2016 rutschte noch eine zweite Person auf der Allee aus. Bürgermeisterin Ulrike Drossel persönlich wies daraufhin den Baubetriebshof an, hier vor allem nach Regengüssen zu reinigen, um einen rutschigen Schmierfilm zu vermeiden.

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