Politische Versammlung an der Grenze zum Vertretbaren

dzUmgang mit Corona

Politische Sitzungen sind in Holzwickede unter Beteiligung der Öffentlichkeit erlaubt. Wie schmal der Grat des Zulässigen ist, zeigte unter der Woche der Schulausschuss.

Holzwickede

, 05.06.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Umfänglich ausgedrückt stand am Mittwochabend der Ausschuss für Schule, Sport und Kultur im Kalender – weite Themenfelder, die unter normalen Umständen zweistellige Tagesordnungspunkte mit sich bringen. Entsprechend gut besucht sind diese Termine: Schulleiter, Kulturschaffende, Vorsitzende von Sportvereinen wollen Entscheidungen beiwohnen, die sie betreffen.

Kann man bereits von normalen Umständen ausgehen? 1,50 Meter Abstand, Dokumentation von Namen und Adressen, Mund-Nasen-Schutz, Desinfektionsmittel. Die Anforderungen an solche Veranstaltungen im Umgang mit Corona sind weiter hoch. Und aktuell in Holzwickede nur in der Rausinger Halle zu erfüllen.

Das war bislang im Bauausschuss und im Hauptausschuss, der zudem den Charakter einer Ratssitzung hatte und nur mit der Mindestzahl an notwendigen Teilnehmern stattfand, auch kein Problem.

An der Grenze zur maximalen Teilnehmerzahl

Mit offiziell 17 Tagesordnungspunkten sowie Vertretern der sechs Schulen, der Bibliotheksleiterin, dem Vorsitzenden im Ortsverband für Sport, dem Vertreter einer Firma für die Schul-IT, einigen neutralen Besuchern, zwei Pressevertretern und Vertretern der Verwaltung sowie der Ausschussmitglieder selbst, lag man am Mittwoch in der Spitze bei knapp 50 Anwesenden. „Wir waren damit am Limit“, sagt denn auch der Erste Beigeordnete Bernd Kasischke. Weitere Besucher hätte man abweisen müssen.

Dabei wurde der Mindestabstand weitgehend aber eben nicht immer eingehalten. Mund-Nasen-Schutze baumelten lediglich um die Hälse. Wobei es menschlich nachvollziehbar ist, dass man nicht zwei Stunden lang in eine Maske atmen kann und will. Nachvollziehbar wäre aber auch, unter den aktuellen Umständen zu reflektieren, ob der eigene Wortbeitrag einer Debatte konkret nützt oder sie unnötig in die Länge zieht.

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Die Mahnung vom Ausschussvorsitzenden Michael Klimziak, dass man sich doch auf möglichst kurze Sitzungen verständigt habe, kam denn nach fast zwei Stunden leidlich spät.

Bernd Kasischke hatte zu Sitzungsbeginn ein Fazit der vergangenen Wochen gegeben. „Wir alle mussten uns mit Themen befassen, mit denen wir in unserer Berufslaufbahn noch nie etwas zu tun hatten“, sagte er mit Blick auf die Pandemie.

Entsprechend nachvollziehbar ist, dass niemand die Lösungen für alle Herausforderungen durch das Virus stets perfekt aus dem Hut zaubert. Und auch wenn Holzwickede offiziell coronafrei ist, die Zahlen im Kreis Unna aktuell überschaubar sind: Das Virus ist deswegen nicht aus der Welt.

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