Die allerletzte Ausschusssitzung im historischen Rathaus wird mit einem Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde festgehalten. Künftig beraten die Fachausschüsse in der Mensa des Schulzentrums.

Holzwickede

, 10.12.2018, 14:29 Uhr / Lesedauer: 4 min

Den letzten Weihnachtsmarkt vor der historischen Kulisse des Rathauses haben die Holzwickeder bereits miterlebt. Die allerletzte Ausschusssitzung wird am Dienstag, 11. Dezember, im Sitzungssaal des Rathauses abgehalten. Und das ist dann ein historischer Moment. Festzuhalten ist dann, dass die allererste Gemeinderatssitzung im historischen Rathaus am 21. Oktober 1915 stattfand und die letzte Ausschusssitzung am 11. Dezember 2018 dort abgehalten wurde. Und weil dann die Sitzung des Planungs- und Bauausschusses nun die letzte Sitzung vor dem Umbau des Bürger- und Rathauses im Sitzungssaal ist, tragen sich die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses im Anschluss an die Sitzung in das Goldene Buch der Gemeinde Holzwickede ein.

Dann ist der Weg frei für den unvermeidlichen und unverzichtbaren Auszug aus dem Rathaus, um Platz zu machen für den Um- und Anbau. Aus dem Rathaus wird bekanntlich ein neues Rat- und Bürgerhaus. Dabei handelt es sich um das größte aller Stadtentwicklungsprojekte, die in Holzwickede in den kommenden Jahren anstehen. Die Politik wird nach der Fertigstellung in den geplanten großen Ratssaal zurückkehren. Doch bis es so weit ist, müssen Alternativlösungen gesucht und gefunden werden.

Wenn das Rathaus zur Baustelle wird

Weil das Rathaus im kommenden Jahr nicht mehr nutzbar, sondern eine Baustelle sein wird, müssen nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umziehen. Auch die politischen Fraktionen müssen sich neue Räume suchen. Und die Ausschusssitzungen können dann auch nicht mehr im Rathaus durchgeführt werden. Neben dem Gemeinderat, der im Forum des Schulzentrums tagt, gibt es zwölf weitere Ausschüsse. Es sind im Einzelnen: Arbeitskreis Demografie, Ausschuss für Jugend, Familie, Senioren und Gleichstellung, Ausschuss für Schule, Sport, Kultur und Städtepartnerschaften, Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Demografie, Betriebsausschuss, Haupt-, Finanz- und Personalausschuss, Planungs- und Bauausschuss, Rechnungsprüfungsausschuss, Umweltausschuss, Verkehrsausschuss, Wahlausschuss und Wahlprüfungsausschuss.

Linda Stieler, kommissarische Fachbereichsleiterin für den Bereich Service und Standesamt, kann noch keine einhundertprozentige Lösung für die Umbauzeit präsentieren, denn insbesondere mit den Fraktionen müssten noch Gespräche über die Alternativräume für die Fraktionssitzungen abgestimmt werden. Mögliche Lösungen sehen wie folgt aus: Die SPD und die CDU halten ihre Sitzungen künftig in der Mensa des Schulzentrums ab. Der BBL habe sich selber um einen Raum bemüht und das Alois-Gemmeke-Haus als Ort der Fraktionssitzung angegeben. FDP und Grüne werden ihre Sitzungen wohl im Besprechungszimmer des Bauamtes an der Allee 10 abhalten. So sie sich nicht für eine andere Lösung aussprechen.

Ausschusssitzungen künftig in der Mensa

Die Ausschusssitzungen werden aber laut Stieler sämtlich im kommenden Jahr in der Mensa des Schulzentrums abgehalten. Ein endgültiger Sitzungsplan soll der Politik in der letzten Sitzung des Gemeinderates in 2018, am 13. Dezember, an die Hand gegeben werden. Dass ein Ausweichen geplant wurde, aber Pläne auch geändert werden können, zeigt sich aktuell im Ratsinformationssystem der Gemeinde (www.holzwickede.de). Dort ist nämlich als Sitzungsraum für alle Ausschusssitzungen im Jahr 2019 die Feuer- und Rettungswache Süd eingetragen. Noch. Die aber, so Stieler eigne sich nicht. Zum einen ist der Veranstaltungsraum im Obergeschoss nicht barrierefrei zugänglich. Zum anderen müsste die Tür im Erdgeschoss geöffnet bleiben. Keine gute Idee, denn dann wäre die gesamte untere Etage unbeaufsichtigt, wenn nicht ein „Aufpasser“ abgestellt würde. Die Wahl fiel also auf die Mensa des Schulzentrums. Dort kann jemand, der zu spät kommt, auch mal ans Fenster klopfen, damit ihm geöffnet werde. Der Zugang ist auch problemlos möglich. Zeiten, in denen Einsatzkräfte der Feuerwehr zu Ausschusssitzungen anrückten, um zuvor angemeldete Rollstuhlfahrer in den Sitzungssaal im ersten Obergeschoss des historischen Rathauses zu tragen, sind nun endgültig passé. Das neue Rathaus soll barrierefrei werden.

„Ausschüsse werden künftig in der Mensa im Schulzentrum tagen“.
Linda Stieler, kommissarische Fachbereichsleiterin

„Es müssen für die Ausschusssitzungen auch einige Kriterien erfüllt werden“, zählt Linda Stieler im Gespräch mit der Redaktion auch das Vorhandensein von Parkplätzen für die Gäste auf. Zudem sollen alle Ausschüsse, egal wie publikumswirksam sie sind, an ein- und demselben Ort stattfinden, um eine gute Übersicht zu bieten. Niemand soll sich verschiedene Sitzungsorte merken müssen.

Die Rausinger Halle, in der früher einmal Gemeinderatssitzungen abgehalten wurden, eigne sich nicht als Sitzungsort, erklärt Stieler, dass die Vereine, die dort Veranstaltungen anbieten, nicht gestört werden sollen.

Und dann ist da noch die papierlose Politik mit dem Einsatz von Tablets, die einen kabellosen Zugang zum Internet benötigen. Dieser WLAN-Zugang für die Ratsmitglieder ist im Schulforum und dementsprechend auch in der Mensa vorhanden.

Umzug der Mitarbeiter

Im kommenden Jahr wird also die Lokalpolitik in ganz anderen Räumen gemacht. Auch die Mitarbeiter der Verwaltung werden sich an neue Arbeitsplätze gewöhnen müssen. Bekanntlich sollen die Bestandsgebäude Poststraße 2 und 4 sowie Am Markt 4 abgerissen werden. Wie die Verwaltung aktuell mitteilt, sind die ersten Baumaßnahmen für das erste Quartal 2019 geplant. Für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden Büroräume am Eco Port, Rhenus-Platz 3, angemietet.

Zwei Umzugstage sind geplant

Die Verwaltung teilt nun mit, dass der Umzug organisatorisch und zeitlich nicht an einem Tag durchgeführt werden kann. Also wurden zwei Umzugstermine vereinbart. Am 9. Januar 2019 werden vom Fachbereich „Finanzen“ die Gemeindekasse und das Steueramt umziehen. Der Fachbereich „Schule, Sport, Kultur“ wird ebenfalls diesen Umzugstermin wahrnehmen. Vom Fachbereich „Service“ werden außerdem die Druckerei, die Personalabteilung und der Bereich Ratsangelegenheiten/Versicherungen die neuen Büroräume am Eco Port beziehen. Der zweite Umzugstermin wird am 23. Januar 2019 sein.

Diesen werden die IT-Abteilung, das Standesamt und die Friedhofsverwaltung, das Wahlamt sowie die Fachbereichsleitung „Service und Standesamt“ wahrnehmen.

Zudem werden die übrigen Abteilungen des Fachbereiches „Finanzen“, wie Geschäftsbuchhaltung, Haushalt und Kostenrechnung mit der Fachbereichsleitung am zweiten Termin umziehen.

Wie bereits berichtet wird das Team „Soziales“ in das Erdgeschoss der Allee 10 ziehen. Für die Sozialarbeiter werden Räumen in den Unterkünften der Bahnhofstraße 11 und Mühlenstraße 31 hergerichtet. Einen genauen Umzugstermin nennt die Verwaltung noch nicht.

Verwaltungsspitze bleibt in der Gemeindemitte

Bürgermeisterin Ulrike Drossel, der Beigeordnete Bernd Kasischke sowie die Damen aus dem Vorzimmer werden ebenfalls aus dem Rathaus ausziehen und Räume im Bürgerbüro an der Allee 4 beziehen.

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