Junger Experte in Umweltfragen: Das hat Arwin Rahimi (24) als Sachkundiger Bürger vor

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Für Politik interessiert sich Arwin Rahimi (FDP) schon länger, jetzt will der 24-Jährige in Holzwickede mit anpacken: Ab September wird er als Sachkundiger Bürger im Umweltausschuss sitzen.

Holzwickede

, 18.08.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit 24 Jahren kommt Rahimi im Vergleich zu den meisten seiner künftigen Ausschusskollegen jung daher. Der Jurastudent steckt mitten in der Vorbereitung für sein erstes Staatsexamen. Während viele seiner Altersgenossen neben Studium, Ausbildung oder Arbeit auf dem Bolzplatz kicken gehen, wendet er sich der Politik zu. Ein zeitaufwendiges Hobby, das mit Verantwortung verbunden ist, dessen ist er sich bewusst.

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Studienbedingt ist er mit vielen rechtlichen und verwalterischen Dingen durchaus vertraut. Sich in der kommunalpolitischen Welt zurechtzufinden, wird ihm daher wohl keine großen Schwierigkeiten bereiten. Mit dem Thema Umwelt, das er bei der Arbeit im Ausschuss ab September dauerhaft auf dem Zettel haben wird, hat er sich in der Vergangenheit intensiv beschäftigt. Sein größtes Interesse gilt aber dem Friedensprojekt Europa. „Ich bin überzeugter Europäer“, sagt er selbstbewusst.

„Ich bin überzeugter Europäer.“
Arwin Rahimi

„In Zeiten von steigendem Rechtspopulismus und zunehmender Regression von Rechtsstaatlichkeit ist es wichtig, dass die EU-Befürworter aktiv werden.“ Und das fängt für ihn im „Kleinen“ an: „Holzwickede ist meine Heimat. Deshalb war für mich klar, dass ich hier aktiv werden möchte“, erklärt er. Die politische Arbeit in den Gemeinden stuft er als sehr wichtig ein. „Die Kommunen sind in demokratischer Hinsicht die Wurzeln, die Länder sind Bäume - und die EU demnach ein Wald. Wenn mit den Wurzeln etwas nicht stimmt, dann verfault früher oder später der Baum“, erzählt er.

Seine politische Heimat hat er im Januar bei der FDP gefunden. „Das war keine schwierige Entscheidung. Die Freiheit eines Menschen ist für mich das höchste Gut. Außerdem interessiere ich mich sehr für die Gründerszene. Ich denke, dass man Start-Ups gerade in der heutigen Zeit mehr entgegenkommen muss. Dann haben sie die Möglichkeit, Innovationen zu entwickeln, die dann im besten Fall auch umweltfreundlich sind.“

„Holzwickede ist meine Heimat. Deshalb war für mich klar, dass ich hier aktiv werden möchte.“
Arwin Rahimi

Umwelt ist für ihn das, was die Menschen derzeit am meisten bewegt. Auf die Zukunft der Europäischen Union blickt er besorgt: „Ich wünsche mir, dass es innerhalb der EU weniger Spaltungen gibt und stattdessen mehr Kompromisse.“ Er sieht sich und Gleichgesinnte als mögliches Bindeglied zweier Lager: Auf der einen Seite gebe es die „extreme“ Fridays For Future-Bewegung, auf der anderen Seite Konservative, die in ihrer Haltung zu Umweltthemen nicht minder extrem seien.

„Mir hat es schlichtweg nicht mehr gereicht, mich nur zu informieren und wählen zu gehen. Ich wollte selbst tätig werden.“
Arwin Rahimi

„Es ist wichtig, dass sich junge Menschen politisch engagieren“, sagt er. „Mir hat es schlichtweg nicht mehr gereicht, mich nur zu informieren und wählen zu gehen. Ich wollte selbst tätig werden“, erzählt er weiter.

Grund für diesen Entschluss ist ein Erlebnis aus den Niederlanden, wo er für ein Jahr als Erasmusstudent gelebt hat: „Ich habe während meiner Zeit im Ausland viele Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen kennengelernt. Gemeinsam haben wir das politische Geschehen in Europa verfolgt. Besonders einschneidend war für mich der Brexit“, erklärt Rahimi.

Zunächst habe er das Ergebnis des Referendums kaum glauben können. Dann wurde ihm aber schnell bewusst, dass es für ihn Zeit zum Handeln ist.

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