Problem mit Pillen und Alkohol: So will das Blaue Kreuz in Holzwickede Süchtigen helfen

dzGesundheit

Großes Verlangen, schwieriger Kampf: Das Blaue Kreuz in Holzwickede trifft sich an jedem Dienstag zu einer Gruppensitzung. In einem ergänzenden Format will die Selbsthilfeeinrichtung informieren.

Holzwickede

, 15.01.2020, 13:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Leben mit einer Sucht kann belastend sein. Vor allem für Betroffene, aber auch für Angehörige. Viele Alkohol- oder Medikamentenabhängige geraten im Verlauf ihrer Krankheit in völlige Isolation und geben sich tagtäglich ihrem selbstzerstörerischen Verlangen hin. Viele Betroffene bleiben dann rat- und hilflos zurück.

In Holzwickede gibt es mit dem Blauen Kreuz eine Anlaufstelle, um eben dieses Verhalten zu vermeiden. Alkoholkranke Menschen sollen dort Hilfe bekommen. Das Blaue Kreuz organisiert dafür regelmäßig Abende, an denen Betroffene und Angehörige miteinander ins Gespräch kommen können. Sie sollen gegenseitig von ihren Erlebnissen profitieren. An jedem Dienstag kommt die Gruppe um 19.30 Uhr im Gemeindehaus Holzwickede-Mitte, Goethestraße 6, zusammen.

Ergänzendes Angebot vom Blauen Kreuz: Information statt Austausch

An drei Terminen wird es im ersten Quartal dieses Jahres aber auch ein ergänzendes Angebot geben, das weniger auf den gegenseitigen Austausch setzt, sondern vielmehr auf Information. An drei Dienstagen finden im Gemeindehaus Vortragsabende unter dem Titel „Lieber schlau als blau“ statt.

Blaues Kreuz

Infoabende für Suchtkranke

  • Das Blaue Kreuz lädt im ersten Quartal an drei Dienstagen zu Vortragsabenden ins Gemeindehaus Holzwickede-Mitte ein. Unter dem Titel „Lieber schlau als blau“ werden Alkohol- und Medikamentensüchtige und ihre Angehörigen unter anderem über den Suchtverlauf informiert.
  • Die Veranstaltungen finden am 21. Januar, 18. Februar und 10. März statt und beginnen jeweils um 19.30 Uhr. Wie das Blaue Kreuz mitteilt, sind für diese Veranstaltungen keine Anmeldungen notwendig. Wie bei jedem Treffen bleiben die Teilnehmer anonym.

Friedbert Haringhaus, Schriftführer beim Blauen Kreuz in Holzwickede, bereitet dazu einige Themen auf, die die meisten Süchtigen in ihrem Krankheitsverlauf früher oder später betreffen könnten. Hierzu trägt er eine PowerPoint-Präsentation vor. Eingeladen zu den Vorträgen sind Betroffene, aber auch Angehörige von Alkohol- und Medikamentenabhängigen.

Im Rahmen der Vortragsabende wird zu Beginn ein klassischer Suchtverlauf skizziert. Dabei geht es unter anderem um die Ursache für das Suchtverhalten. Anschließend stellt Haringhaus mögliche gesundheitliche Folgen vor. Dann richtet er seinen Blick auf die Zeit der Abstinenz und referiert über Strategien zur Rückfallprävention.

Co-Abhängige leiden oft mit

Seit einigen Jahren stehen beim Thema Sucht aber nicht nur die Betroffenen selbst im Mittelpunkt von Therapie- und Beratungsangeboten, sondern auch Angehörige, die nicht selten Co-Abhängige sind. Sie sind wegen ihrer Nähe zum Süchtigen mittelbar betroffen und leiden oft genauso unter der Krankheit.

Manchmal helfen Lebenspartner den Betroffenen, ihre Sucht vor der Öffentlichkeit zu verbergen, werden mit der Beschaffung der Substanzen beauftragt oder in manchen Fällen auch selbst in den Suchtsog mit hineingezogen.

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