Pflegedienst-Mitarbeiterin kassiert 1612 Euro von Pflegebedürftiger

dzGericht

Eine Mitarbeiterin eines Pflegedienstes soll eine Pflegebedürftige aus Holzwickede um ihre Verhinderungspflege betrogen haben. Auf diese Weise soll sie 1612 Euro kassiert haben.

von Jana Peuckert

Holzwickede

, 02.07.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Betrug lautete der Vorwurf gegen die Mitarbeiterin eines Pflegedienstes. Nach Überzeugung des Amtsgerichtes Unna hatte die Frau ihre Position gegenüber einer Pflegebedürftigen aus Holzwickede ausgenutzt, um 1612 Euro Verhinderungspflege zu Unrecht zu kassieren. Mitangeklagt war dabei auch die 58-jährige Mutter der Frau.

Im September 2018 hatte die 40-Jährige für die Seniorin aus Holzwickede einen Antrag auf Verhinderungspflege gestellt. Als Empfängerkonto hatte sie allerdings das der Mitangeklagten angegeben. Der Betrag floss also auf das Konto ihrer Mutter.

Verhinderungspflege, so die Angeklagte im Gericht, stehe einem Pflegebedürftigen zu, wenn die übliche Pflegekraft verhindert sei, zum Beispiel durch Urlaub oder Krankheit. Dann bekäme der Pflegebedürftige das Geld, um einen Ersatz zu bezahlen. Die Holzwickederin habe eine Pflegekraft gehabt, sich allerdings mit ihr überworfen, so die Angeklagte weiter. Irgendwann sei die Kraft nicht mehr gekommen. Ihr eigener Pflegedienst habe sich mangels Kapazität lediglich morgens um die Seniorin kümmern können, erklärte die 40-Jährige.

Geld soll bar ausgezahlt worden sein

Aufgrund des gesundheitlichen Zustandes der alten Dame, hätte sich die Angeklagte bemüht, einen Ersatz für die eigentliche Pflegekraft zu finden. Dabei sei ihr ihre Mutter eingefallen. Die habe zunächst zugesagt, sei dann aber wieder abgesprungen. Trotzdem habe die 40-Jährige den Antrag gestellt, damit die Holzwickederin jemand anderes hätte bezahlen können.

Da die Seniorin die Verhinderungspflege vor ihrer Familie geheim halten und daher nicht auf ihrem Konto erscheinen lassen wollte, habe die Angeklagte das Konto ihrer Mutter angegeben, so die 40-Jährige. Nachdem das Geld bei der Mitangeklagten eingegangen war, habe die es abgehoben und die 40-Jährige habe es bar an die Seniorin weitergeleitet. Genau das glaubten Richter und Vertreter der Staatsanwaltschaft der Angeklagten aber nicht. Vielmehr gingen sie davon aus, dass die Angeklagte das Geld für sich behalten hatte.

Die inzwischen verstorbene Seniorin konnte nicht mehr als Zeugin befragt werden. Ein Angehöriger gab aber an, die Holzwickederin hätte gar nichts von der Verhinderungspflege gewusst. Die Mitangeklagte beteuerte ihre Unschuld: „Ich hab das Geld bekommen. Ich hab das Geld abgegeben an meine Tochter. Damit war die Sache für mich erledigt. Ich bin mir keiner Schuld bewusst.“

Für die 58-Jährige endete der Prozess mit einem Freispruch. Die Tochter verurteilte der Richter hingegen zu 2000 Euro Geldstrafe wegen Betruges. Ihre Geschichte, die Seniorin habe das Geld nicht auf ihrem Konto haben wollen, sei konstruiert, so der Vorsitzende in seiner Begründung.

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