Pflanzbeete trotz Patenschaft total verwuchert

dzGrünflächen an der Hauptstraße

Eigentlich sollte die Beetpaten-Aktion die Grünflächen entlang der Hauptstraße zu blühenden Schmuckstücken machen. Doch davon sind die Beete weit entfernt. Ein Pate übt nun harsche Kritik. Die Gemeinde kontert.

von Jennifer Freyth

Holzwickede

, 20.08.2018 / Lesedauer: 3 min

In Holzwickede gibt es Patenschaften für Pflanzbeete. Wer Pate wird, zahlt für die Bepflanzung durch den Bauhof einen Betrag und erhält im Gegenzug Werbung in Form eines kleinen Schildchens in eben jenem Beet. Eine simple Idee, die in Holzwickede dennoch nicht funktioniert.

Das zeigt das Beispiel von Frank Meiritz. Schon vor einiger Zeit hat der Schuhmacher die Patenschaft für ein Beet vor seinem Laden übernommen. Auf das Schild darin verzichtet der 2. Vorsitzende des Aktivkreises Holzwickede aber freiwillig – aus Scham. Denn in dem Beet, für dessen Bepflanzung und Pflege er einmalig 50 Euro gezahlt hat, wuchert das Unkraut. Das Beet war zwischenzeitlich gar so ungepflegt, dass Susanne Werbinsky, mit der HSC-Geschäftsstelle an der Hauptstraße direkte Nachbarin von Meiritz, zwischenzeitlich schon einmal selbst zur Harke gegriffen hat.

Schon im vergangenen Jahr gab es ob des trostlosen Anblicks der Beete harsche Kritik – und die Hoffnung, dass in diesem Jahr alles besser wird. Doch Fehlanzeige. Mit dem Unkraut keimt nun neuer Unmut auf.

Wirtschaftsförderer Stefan Thiel stellt auf Anfrage allerdings klar, dass die Patenschaften genau so angedacht gewesen seien: Der Bauhof sollte die Beete mit etwas höherwertigen Pflanzen herrichten – und die Paten sich dann bei der Pflege einbringen. Doch schon hier scheiterte das Vorhaben. Denn die Paten, fünf hatten sich an der Aktion beteiligt, seien mit der Herrichtung nicht zufrieden gewesen, hätten andere Vorstellungen von einer Bepflanzung gehabt, sagt Thiel. Entsprechend wenig hätten sie sich gekümmert. „Die Beete sind durch die Bäume stark verwurzelt, da kann man einfach nicht viel machen“, so der Wirtschaftsförderer.

Er will nun noch einmal das Gespräch mit den Gewerbetreibenden suchen. „Solche Patenschaften sind eine tolle Sache – wenn sie denn funktionieren“, sagt er.

Ob die Beetpatenschaften noch eine Zukunft haben, ist ungewiss. Fest steht nur: Die 50 Euro, die die Paten investiert haben, sind futsch. Denn allein 35 Euro hat schon die Anschaffung der Schildchen gekostet, die nun ungenutzt in der Schublade liegen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Kultfilm

Premiere vor 20 Jahren: Beim Dreh für Bang Boom Bang gab es Erbsensuppe vom DRK Holzwickede