Reitturnier in Opherdicke: Viele Pferdebesitzer sorgen sich momentan wegen eines aggressiven Herpes-Erregers, der sich bei einem Turnier in Spanien verbreitete. Eine Konsequenz: Bis Ende März finden in Deutschland keine Turnier und Zuchtveranstaltungen statt. © Neumann
Pferdekrankheit

Pferde-Herpes beunruhigt Tierfreunde im Kreis Unna

Unter Pferdefreunden stellt sich momentan die Frage: Wie gefährlich kann Pferde-Herpes meinem Tier werden? Grund für die Aufregung sind Fälle bei einem Turnier in Spanien. Das Kreisveterinäramt sieht keinen Grund zur Panik.

In der Tat müssen die Abläufe bei einem internationalen Reitturnier in Spanien dramatisch gewesen sein und haben Pferdebesitzer teils mehrere Tiere durch einen anscheinend besonders aggressiven Vertreter des Herpes-Virus verloren. Nachdem später auch Tiere bei einem Turnier in Doha auf das Virus getestet wurden, zudem auch schon Pferde samt Reiter, die in Spanien waren zurück nach Deutschland reisten, geht unter Pferdebesitzern hierzulande die Angst um.

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung, der Bundesverband für Pferdesport und -zucht mit Sitz in Warendorf, hat mit einem Veranstaltungsverbot bis 28. März reagiert. Keine Turniere, keine Zuchtschauen – so soll sich das Virus nicht ausbreiten können.

Gerade in den Wintermonaten ist eine Herpeserkrankung beim Pferd nicht unüblich. Acht von zehn Tiere tragen die Erreger in sich, aber ähnlich wie beim Menschen entwickeln nur wenige Exemplare auch Symptome. Die können dann aber schwere Folgen von Fieber bis hin zu neurologischen Störungen haben, die zum Tode führen können.

„Das ist wie mit Corona beim Menschen. Wenn so eine Epidemie losgeht, dann muss man die Ställe dicht machen. Dann gehen die Tiere in Quarantäne“, sagt Manfred Bolle, Vorsitzender im Reit- und Fahrverein Hengsen-Opherdicke.

Herpes-Virus beschäftigt die Pferdefreunde

Der Pferdekenner kann sich an Fälle in der Vergangenheit erinnern, weiß wie gefährlich das Herpes-Virus den Tieren werden kann. „Da sind schon Tiere dran eingegangen“, erinnert sich Bolle.

Wer den Hinweisen zum Thema der Reiterlichen Vereinigung auf ihren diversen sozialen Plattformen im Internet folgt, sieht anhand der Kommentare und Fragen auch: Das Herpes-Virus beschäftigt Pferdebesitzer. Vor allem eine Impf- und Meldepflicht wird diskutiert.

Pferdebesitzer können ihre Tiere gegen Herpes impfen lassen. Das muss zweimal jährlich passieren, kostet dann in der Regel zwischen 50 und 70 Euro. „Das ist auch durchaus sinnvoll“, sagt etwa Manfred Bolle.

Auch beim Kreisveterinäramt sieht man das so und kann entsprechend nachvollziehen, wenn es nun kurzfristig schwieriger würde, einen entsprechenden Termin mit dem Tierarzt des Vertrauens auszumachen.

Kreissprecherin Birgit Kalle beruhigt aber auch: „Uns ist aktuell kein Fall von Pferde-Herpes bekannt.“ Fakt ist aber auch, dass die Erkrankung nicht meldepflichtig ist. „In erster Linie sind Verdachtsfälle eine Sache für die jeweiligen Hoftierärzte. Das Veterinäramt bekommt solche Fälle aber in der Regel mit“, sagt Kalle.

Über den Autor
Redaktion Holzwickede
Jahrgang 1985, aufgewachsen auf dem Land in Thüringen. Fürs Studium 2007 nach Dortmund gekommen. Schreibt über alles, was in Holzwickede passiert. 17.000 Einwohner mit Dorfcharakter – wie in der alten Heimat. Nicht ganz: Dort würden 17.000 Einwohner locker zur Kreisstadt reichen. Willkommen im Ruhrgebiet.
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Christian Greis
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