Der Holzwickeder Peter Sagurna begleitet viele bekannte Musiker auf ihren Tourneen, steht zusammen mit ihnen auf der Bühne. Er verrät, wann er noch nervös ist und wem er schon begegnet ist.

Holzwickede

, 02.05.2020, 17:50 Uhr / Lesedauer: 3 min

Peter Sagurna hat schon auf vielen Bühnen gestanden, ist durch ganz Deutschland getourt und hat viele Künstler musikalisch begleitet. Er hat mit Heino, Didi Hallervorden und Udo Jürgens ein Bier getrunken und die Künstler von einer anderen Seite kennengelernt. „Ich glaube, es gibt niemandem im Schlager-Pop-Bereich, den ich noch nicht begleitet habe“, sagt er.

Bis zu diesem Punkt war es ein langer Weg für ihn. „Ich habe im Landesjugendjazzorchester gespielt. Da fing es an, professioneller zu werden.“ Er begleitete erste Künstler, durfte sie näher kennenlernen. Viele Freundschaften sind dabei entstanden. Heute kann er Geschichten zu Heino, Udo Jürgens oder Mary Roos aus dem Ärmel schütteln. „Das Künstlerleben besteht ja quasi nur aus Anektdoten“, sagt er und lacht.

Seit 2005 begleitet er Heino

2005 begleitete er Heino das erste Mal auf einem Konzert. Seither spielt er des Öfteren für den Künstler, begleitet ihn auf seinen Tourneen. „Mit Heino ist es immer nett“, sagt Sagurna. „Da geht immer richtig die Post ab.“ Am meisten Spaß gemacht hat ihm die letzte Tour. „Da haben wir nur in den ganzen Rockschuppen gespielt.“

Seit 2005 begleitet Peter Sagurna regelmäßig auch Heino auf Tournee.

Seit 2005 begleitet Peter Sagurna (Hintergrund Mitte) regelmäßig auch Heino auf Tournee. © Privat

Beim abendlichen Bierchen nach dem Konzert in Stuttgart hätte er sogar noch eine Überraschung erlebt. „Didi Hallervorden war zufällig in der Stadt. Er und Heino sind befreundet. Der hat sich dann einfach zu uns gesetzt und mitgetrunken.“

Die Begegnung mit Didi Hallervorden war auch für Peter Sagurna (links) eine Überraschung.

Die Begegnung mit Didi Hallervorden war auch für Peter Sagurna (links) eine Überraschung. © Privat

Dass Heino eine umstrittene Person ist, weiß er natürlich auch. „Heino und ich haben immer Spaß. Ich kann die Gerüchte, dass Heino ein Rechter ist, nicht bestätigen“, fasst er seinen Eindruck von dem Künstler zusammen. „Er redet vielleicht manchmal etwas unüberlegt, das ist alles. Ich muss mich nicht verbiegen oder distanzieren, um mit ihm spielen zu können.“ Stattdessen erinnert er sich lieber an die „geilen Auftritte“ mit ihm.

Respekt und Hochachtung vor den Künstlern

Eine Künstlerin, die ihre Karriere mittlerweile beendet hat, ist ihm besonders im Gedächtnis geblieben. „Ich habe sehr gerne für Mary Roos gespielt“, sagt Sagurna. „Die Abschiedstour war wirklich etwas besonderes.“

Als Musiker darf er die Künstler mitunter auch erleben, wie sie abseits der Bühne sind. „Aber Mary Roos war immer eins zu eins so, wie sie auch auf der Bühne war. Die hat sich überhaupt nicht verstellt.“

Eine Künstlerin, die Peter Sagurna ganz besonders schätzt, ist Mary Roos.

Eine Künstlerin, die Peter Sagurna ganz besonders schätzt, ist Mary Roos. © Privat

Dietmar Bär, Matze Knop, Michael Holm - Peter Sagurna kennt sie alle. Mit Michael Holm sitzt er manchmal zusammen im Fußballstadion. „Eins habe ich in meiner Zeit auf der Bühne gelernt: Es gibt keine gute oder schlechte Musik. Es gibt nur gut oder schlecht gespielte Musik.“

Berührungsängste kennt Sagurna nicht. „Ich habe Respekt und Hochachtung für den Künstlern.“ Nur einmal, da habe er neben Jazzstar Michael Brecker sitzen und spielen dürfen. „Das ist der Saxofonist schlechthin. Der Gott, den alle imitieren wollen. Da hatte ich dann doch weiche Knie.“

Auch Dietmar Bär hat Peter Sagurna (links) schon getroffen.

Auch Dietmar Bär hat Peter Sagurna (links) schon getroffen. © Privat

Hannelore Kraft zum Schwitzen gebracht

Eine Begegnung, die ihm im Gedächtnis geblieben ist, ist mit Udo Jürgens gewesen. „Ich habe abends mit Dieter Thomas Heck und Udo Jürgens zusammengesessen“, erinnert er sich. „Wir haben getrunken und irgendwann hatte ich einen Filmriss.“ Er lacht. „Aufgewacht bin ich in meinem Smoking in meinem Bett, aber ich hatte keine Ahnung, wie ich dorthin gekommen bin.“ Später habe er erfahren, dass ihn Udo Jürgens höchstpersönlich „unter den Arm geklemmt ins Bett“ gebracht habe.

Eine lustige Begegnung mit Udo Jürgens wird Peter Sagurna wohl noch lange im Gedächtnis bleiben.

Eine lustige Begegnung mit Udo Jürgens wird Peter Sagurna wohl noch lange im Gedächtnis bleiben. © Privat

Mehr zur Person

Biographische Eckpunkte

  • Peter Sagurna griff erst mit 17 Jahren zum ersten Mal zum Saxofon. Davor spielte er Block- und Querflöte. „Das klassische Kinderprogramm“, sagt er lachend.
  • 1984 begann der Saxofonlehrer sein Klassik- und Jazz-Studium in Dortmund.
  • Ab 1984 spielte er auch in einem Saxofon-Quartett, von dem er auch heute noch ein Teil ist.
  • „Ich habe auch 5 Jahre auf der MS Europa Musik gemacht“, erzählt er, bezeichnet das Kreuzfahrtschiff als das schönste Schiff der Welt. „Das war wirklich schön. Da habe ich die ganze Welt gesehen.“

Auch Hannelore Kraft habe er vor ein paar Jahren schon zum Schwitzen gebracht. „Wir haben mit dem Saxofonquartett in Düsseldorf in der Staatskanzlei gespielt.“ Hannelore Kraft habe nur wenige Meter vor ihm gesessen. „Meine Noten drohten gegen Ende hin zu fallen. Sowas spielt man nicht auswendig. Wir haben beide Blut und Wasser geschwitzt.“ Am Ende sind die Noten dann doch gefallen, die letzten Takte habe er vom Boden abgelesen. „Man sah ihr die Erleichterung richtig an, dass alles nochmal irgendwie gutgegangen ist.“

Gemütliches Beisammensein abends ist normal

Doch wie läuft überhaupt so ein Touralltag ab? „Eine Tournee ist ein anderes Leben“, erzählt Sagurna. „Man fährt hin, kommt an, sucht den Bühneneingang, geht zum Catering.“ Danach hätten die Künstler meist rund zwei oder drei Stunden, um sich auf das Konzert vorzubereiten. „Nach der Show fällt dann alles von einem ab. Abends gibt es eigentlich immer ein gemütliches Beisammensein mit den Künstlern.“

Als musikalische Begleitung ist Peter Sagurna bereits vielen Künstlern begegnet, so auch Andy Borg.

Als musikalische Begleitung ist Peter Sagurna bereits vielen Künstlern begegnet, so auch Andy Borg. © Privat

Peter Sagurna mag das Tourleben. „Tourneen sind das Schönste. Nur wenn sie vorbei sind, ist es, als würde man aus einem fahrenden Bus springen.“ Derzeit hat er wie so viele Künstler keine Auftritte. „Das ist natürlich bitter.“ Sagurna vertreibt sich die Zeit mit kleinen Balkonkonzerten, immer sonntags um 20 Uhr.

„Viele fragen mich, ob ich noch nervös bin, wenn ich vor vielen Leuten spiele. Die Wahrheit ist, je mehr es sind, desto entspannter bin ich.“ Er lacht. „Ich bin bei meinem Balkonkonzert in Holzwickede nervöser als bei Konzerten vor 12.000 Mann.“

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