Corona erfordert Umdenken: Pastor reist für Andachten durch Holzwickede

dzFronleichnamsprozession

Fronleichnamsprozession mal anders: Mit einem kleinen Team ist Pastor Bernhard Middelanis mehrere Stationen in der Gemeinde abgefahren, um jeweils im Freien eine Andacht zu halten. Bei den Gläubigen kam das an.

Holzwickede

, 11.06.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Ankündigung seitens der katholischen Liebfrauengemeinde, in Zeiten von Corona statt der gewohnten Prozession zu den Gläubigen an die Haustüre zu kommen, hat Pastor Bernhard Middelanis einige Anrufe im Pfarrhaus beschert. Unverantwortlich sei das doch in diesen Zeiten.

Dann musste er beschwichtigen: Statt der üblichen Prozession wolle man den Menschen nur eine Möglichkeit der Andacht geben. Dafür konnte man sich telefonisch melden. Middelanis und ein kleines Team wollten dann die Stationen mit Monstranz im Auto anfahren und mit den Anwesenden beten.

Heimische Wohnzimmer und Gärten wurden dabei nicht in Beschlag genommen: Schon die erste Station nach der gewohnten Feiertagsmesse in der Liebfrauenkirche zeigte am Donnerstag, dass man in Zeiten von Corona sehr sensibel mit den aktuellen Regelungen umging.

Gläubige halten sich gewissenhaft an Corona-Regeln

Vor der Seniorenbegegnungsstätte an der Berliner Allee hatten sich um 11 Uhr rund 25 meist ältere Holzwickeder eingefunden. Alle trugen vorbildlich einen Mund-Nasen-Schutz und auf Anweisung von Bernhard Middelanis rückten auch alle Anwesenden nochmals ein Stück weiter auseinander.

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Die Begegnungsstätte war neben den beiden örtlichen Seniorenhäusern, zwei privaten Adressen und dem Vorplatz der Kirche St. Stephanus eine von sechs Prozessions-Stationen, wo Middelanis zusammen mit Gemeindereferentin Silke Klute sowie einem Ministranten bis zum frühen Nachmittag haltmachte.

Jeweils im Freien geschah das alles sehr unaufgeregt. Klute betonte, dass man mit dieser Form der Andacht neue Wege gehe und man so den Glauben zu den Menschen bringen wolle. Auch Fürbitten wurden vor Ort gehalten, an der Berliner Allee übernahm das etwa Erna Busemann.

Was im Freien funktionierte: das gemeinsame Singen. In den Gotteshäusern noch nicht erlaubt, war der Gesang unter freiem Himmel auch mit Masken über Mund und Nase kein Problem.

Die Holzwickeder Fronleichnamsprozession weckte auch das Interesse des Lokalfernsehens.

Die Holzwickeder Fronleichnamsprozession weckte auch das Interesse des Lokalfernsehens. © Greis

Auf dem Weg zu den einzelnen Stationen war die Monstranz mit Hostie bei Pastor Middelanis gut aufgehoben: Während der Fahrten im Auto fand der Leib Christi einen sicheren Platz in den Händen des Geistlichen.

Der Wirbel um die mobilen Andachten hatte letztlich viel Gutes: „Ich habe nicht mit so vielen Menschen gerechnet“, sagte Bernhard Middelanis nach dem ersten Halt an der Begegnungsstätte. Auch die Anwesenheit eines lokalen Fernsehteams brachte dieser Prozession der etwas anderen Art zusätzliche Aufmerksamkeit ein.

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