Ex-Bürgermeister nimmt der AfD in Sachsen Stimmen weg

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Der Colditzer Ex-Bürgermeister Matthias Schmiedel hat als Kandidat für die Freien Wähler das beste Direktstimmenergebnis in Sachsen erzielt. Für einen Sitz im Landtag reichte das nicht, doch Schmiedel sieht sein Ziel erfüllt.

Holzwickede

, 04.09.2019, 12:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwischen 2011 und 2018 war Matthias Schmiedel Bürgermeister der Stadt Colditz. Bei den Landtagswahlen in Sachsen kandidierte er für die Freien Wähler. In den Landtag hat er es nicht geschafft, zumindest in Colditz schaffte es Schmiedel aber, sich der AfD entgegenzustellen.

Schmiedel sicherte sich mehr als ein Drittel der rund 4450 Direktstimmen in Colditz und erreichte damit das beste Ergebnis der Freien Wähler in Sachsen. Der Direktstimmenanteil von 13,1 Prozent mit den umliegenden Gemeinden reichte zwar nicht, um seinen Wahlkreis zu gewinnen – aber: „Immerhin hat meine Kandidatur der AfD die eine oder andere Stimme gekostet“, so Schmiedel

Rap-Video als Wahlwerbung schafft es in die Heute-Show

Dass er es über die Listenwahl nicht in den Landtag geschafft hat, sieht er realistisch. „Man muss sehen, dass wir Freie Wähler nicht bei offiziellen Podiumsdiskussionen geladen waren, weil wir nicht im Landtag vertreten sind“, sagt Schmiedel.

Er hat im Vorfeld der Wahlen auf andere Weise auf sich aufmerksam gemacht: Mit einem Rap-Video, das es gar in die Heute-Show des ZDF um Moderator Oliver Welke schaffte. „Ich habe in meinen Text nur einige politische Wahrheiten gepackt“, sagt der 61-Jährige.

Mit Blick auf das Ergebnis der AfD, die in Sachsen einen Listenstimmenanteil von 27,5 Prozent erreichte, sieht er das Positive im Nicht-Einzug in den Landtag: „Einige von denen sehen schon aus wie Himmler und Co. – da bin ich ganz froh, dass ich mir das nicht fünf Jahre lang antun muss.“

Ergebnis der CDU in Sachsen nur „Schadensbegrenzung“

Zum Ergebnis der CDU, die mit 32,1 Prozent zwar stärkste Kraft in Sachsen bleibt, aber deutliche Einbußen hinnehmen musste, hat er eine klare Meinung: „Schadensbegrenzung.“ Und die habe man nur erreicht, weil CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer einen Wahlkampf nah an den Bürgern geführt habe. „Seit der Wende regiert die CDU. Das passt gar nicht in deren Weltbild, dass die abgelöst werden könnten. Sie haben es rechtzeitig begriffen, sind den Menschen fast wie läufige Hunde hinterhergerannt.“

Zum Umgang der Bürger in Colditz mit der AfD sagt Schmiedel: „Im Colditzer Stadtrat haben wir keinen von denen sitzen. Sein Gesicht will niemand für die AfD hergeben. Aber an der Urne, da sieht einen ja keiner“, sagt der Ex-Bürgermeister. Bei den Listenstimmen erreichte die AfD in Colditz einen Anteil von 30,6 Prozent, im acht Gemeinden umfassenden Wahlkreis Schmiedels waren es 29,4 Prozent.

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