Holzwickeder Händler blicken sorgenvoll auf den Markt Weniger Parkplätze, weniger Kunden?

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Nicht nur der Marktplatz ist oft zugeparkt, auch die Straßen drumherum. Gewerbetreibende glauben, dass beim Wegfall von Parkplätzen auf dem Markt weniger Holzwickeder die Angebote in der Gemeindemitte nutzen werden. Barbara Düllmann vom Aktivkreis befürchtet daher negative Auswirkungen für die Händler und Dienstleister rund um den Marktplatz. © Fotos: Wortmann, Hennes
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Wenn am 8. März im Verkehrsausschuss die Pläne für die Umgestaltung des Marktplatzes in Holzwickede vorgestellt werden, werden die Gewerbetreibenden aus dem Umkreis des Marktes genau hinhören. Dabei blicken einige von ihnen schon jetzt voller Sorge auf den Wegfall von Parkplätzen. Von einer „Katastrophe“ ist die Rede, denn sie haben Angst, Kunden zu verlieren.

Einer von ihnen ist Christian van Bremen von der Rathaus-Apotheke an der Allee, die in Sichtweite des Marktes liegt. „Für uns ist es schlecht“, sagt van Bremen mit Blick darauf, dass künftig nur noch 12 bis 14 Parkplätze auf dem Markt zur Verfügung stehen und damit mehr als die Hälfte wegfällt. „Ich weiß ja nicht, wie es sich entwickelt mit dem Rathaus, aber im Moment ist alles zugeparkt“, sagt der Apotheker. Die neugeschaffenen Parkplätze im Zuge des Neubaus des Rat- und Bürgerhauses an der Poststraße würden den Bedarf beim Wegfall der anderen Parkplätze jedenfalls nicht decken. „Im Moment sieht es nicht so aus, als würden weniger Parkplätze benötigt“, sagt er. Ob sich das bestätigt, werde die weitere Entwicklung zeigen.

Das Hauptproblem, warum van Bremen und andere Gewerbetreibende Sorgen wegen des Parkplatzwegfalls haben: „Hier sind Apotheken, Ärzte, Friseure und Physiotherapeuten: Dort gehen viele ältere Menschen hin und die sind oft nicht gut zu Fuß“, erklärt er die Schwierigkeit. Diese Menschen seien daher schlichtweg auf das Auto und vor allem kurze Wege angewiesen. „Sie werden nicht auf das Fahrrad umsteigen“, sagt er, der auch im Vorstand des Aktivkreises Holzwickede tätig ist.

Kurze Wege als Standortvorteil

„Es ist schon eine große Katastrophe“, sagt unterdessen ein anderer Gewerbetreibender, der anonym bleiben möchte im Gespräch mit unserer Redaktion. Viele Holzwickeder würden die bisher kurzen Wege schätzen, um Dinge in der Gemeindemitte zu erledigen, etwas zu kaufen oder Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Und vor allem seien dies oft ältere Menschen, die auf das Auto angewiesen sind. Auch dieser Gewerbetreibende fürchtet damit um Kundschaft, denn: „Kunden werden längere Wege haben und sich dann im Zweifelsfall für andere, besser erreichbare Geschäfte, Ärzte und Co. entscheiden.“

Eine richtige Lösung sei daher nicht in Sicht. Und: „Das Genöle werden wir dann abbekommen“, sieht der Gewerbetreibende viele Diskussion auf die Geschäftsleute zukommen.

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Christian van Bremen (Archivbild) betreibt die Rathaus-Apotheke in der Nähe des Holzwickeder Marktplatzes. Er befürchtet einen Kundenrückgang, wenn auf dem Markt künftig weniger Parkplätze zur Verfügung stehen. © Drawe

Durchaus gemischt sind die Meinungen innerhalb der Mitglieder des Aktivkreises Holzwickede als Interessenvertretung der Gewerbetreibenden. Viele Gewerbetreibende aus der Gemeindemitte seien allerdings für den Erhalt aller Parkplätze am Markt, wie die zweite Vorsitzende des Aktivkreises, Barbara Düllmann, erklärt. Denn schon jetzt sei nicht nur der Marktplatz selbst oft zugeparkt, auch in den Straßen drum herum seien tagsüber kaum freie Stellplätze verfügbar. „Für diejenigen, die nicht gut zu Fuß sind, wird es künftig schwieriger“, sieht Düllmann in der Ansammlung an Praxen und Co. am Markt demnächst einen möglichen Standortnachteil. Für diese Menschen sei es daher nicht möglich, auf das Fahrrad umzusteigen – auch wenn das Umweltbewusstsein insgesamt zugenommen hat. Wer daher künftig nicht „mal eben“ parken könne, um beispielsweise etwas in der Apotheke zu holen, werde sich so etwas vielleicht anderswo besorgen oder im Internet bestellen – für die lokale Wirtschaft ein Nachteil.

Noch sind die kurzen Wege bei Erledigungen mit dem Auto in der Gemeindemitte daher ein Alleinstellungsmerkmal für Holzwickede. „Wenn ich das mit Dortmund vergleiche: Da kann ich froh sein, wenn ich fünf Straßen weiter einen Parkplatz bekomme“, sagt Barbara Düllmann. Den Luxus von Parkplätzen direkt in der Mitte der Kommune ist daher heute keine Selbstverständlichkeit mehr – zumindest im Verhältnis zu anderen Gemeinden und Städten.