Künftiger Leerstand: Opherdicker und Hengser sehnen sich nach einer Einkaufsmöglichkeit

dzNahversorgung

Die längste Zeit als Kindergarten hat das einstige Schulgebäude an der Opherdicker Dorfstraße hinter sich. Es gibt bereits erste Überlegungen, was danach an Ort und Stelle treten könnte.

Holzwickede

, 28.11.2019, 15:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Zum Einkaufen fahren wir nach Holzwickede. Immer“, sagt Petra Kittl. Opherdickes Ortsvorsteherin wünscht sich sehnlichst eine Alternative vor Ort für die Bewohner der beiden „Bergdörfer“.

Ein kleiner Laden, ein Kiosk, ein Bäcker oder ein Café – das würde vor allem den Senioren vor Ort fehlen. Zumal die ÖPNV-Verbindungen gen Gemeindemitte keinesfalls optimal seien.

Kittls Anliegen hat die Verwaltungsspitze in den vergangenen Wochen mit in die Klausurgespräche mit den Ratsfraktionen zum kommenden Haushalt genommen. Die Lokalpolitik war angehalten, sich Gedanken zu machen, wie man das Gebäude nach der Zeit als Kindertagesstätte nutzen könnte.

Seniorengerechtes Wohnen mit Nahversorgung

Die SPD-Fraktion greift einen weiteren Gedanken ihrer Ratsfrau Kittl auf: „Seniorengerechtes Wohnen – verbunden mit einem Bäcker oder einem Café mit Produkten des täglichen Bedarfs“, sagt Fraktionschef Michael Klimziak sei denkbar. „Viele Senioren hier haben Häuser und Angst, ihr Zuhause verlassen zu müssen“, weiß Petra Kittl. Betreutes Wohnen vor Ort über einen Träger mit einer Nahversorgung – für sie wäre es das Optimum.

Dass sich ein privat betriebener Hofladen oder die Dependance eines Discounters am Standort halten würde – das glaubt übrigens Michael Klimziak ebensowenig wie BBL-Pendant Michael Laux: „Natürlich wäre ein Hofladen toll, aber das muss sich rechnen und das finanzielle Risiko ist da.“ Ein Nahversorger sei wünschenswert, aber schwierig umzusetzen.

Die Grünen wiederum bringen einen Sozialkaufladen ins Spiel. „Hier könnten Menschen mit Handicap arbeiten. Solche Projekte werden mitunter gefördert und hätten dadurch weniger Gewinndruck“, sagt Fraktionschef Friedhelm Klemp.

FDP denkt über Standort-Tausch nach

Ganz anders denkt man bei der FDP: Hier strebt man eine Nahversorgung im Bereich des Feuerwehrgerätehauses Hengsen und der Kita Schatzkiste an. Nach Auffassung der Liberalen sei das einfacher umsetzbar und wirtschaftlich attraktiver.

Zur Nachnutzung des Gebäudes des Awo-Kindergartens Opherdicke kann sich die FDP die Nutzung durch das DRK vorstellen, das mittelfristig den Pavillon an der Dudenrothschule räumen muss. Zuletzt war eben das einstige Feuerwehrgerätehaus in Hengsen als neuer DRK-Standort im Gespräch.

Auf die Bremse drückt die CDU. Fraktionschef Frank Markowski betont, dass man zuerst die Vielzahl laufender Projekte zu Ende bringen müsse. Aktuell sehe man keinen Handlungsbedarf und werde sich zu gegebener Zeit zu möglichen Lösungen äußern.

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