Opherdicker ärgern sich über freche Reiter und Pferde-Mist auf dem Bürgersteig

dzDorfleben

Was in der Gemeindemitte der Hundekot, ist auf dem Dorf der Pferdemist: Anwohner in Opherdicke ärgern sich über Tierfreunde, die sich nicht an die Regeln halten - und dazu noch frech werden.

Holzwickede

, 20.05.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Bernhard Schierok eines Morgens aus seinem Fenster schaute, konnte er es zunächst nicht fassen: Eine Reiterin schaute ihrem Pferd dabei zu, wie es einen großen Haufen auf den Gehweg setzte - und ging unbekümmert weiter. Die Pferdeäpfel blieben mitten auf dem Bürgersteig liegen.

Das Verhalten der Reiterin stellt nicht nur in vielfacher Hinsicht einen Verstoß gegen die Verkehrsregeln dar, sondern ist für viele Anwohner in Opherdicke bitterer Alltag. Pferde gehören im Holzwickeder Ortsteil nämlich zum täglichen Leben. Die Ausscheidungen gewissermaßen auch, werden aber zum Ärgernis, wenn sie zeitnah nicht entfernt werden.

Ein Anwohner musste Pferdekot vor seiner Haustür entfernen

Vor ungefähr einer Woche musste dafür Schierok herhalten. Der Rentner entsorgte die Hinterlassenschaften des Pferdes sofort, hatte dabei aber sprichwörtlich die Faust in der Tasche. Dass Reiter die idyllische Landschaft in Opherdicke gerne als Auslaufstrecke nutzen, ist für ihn nicht nur unproblematisch, sondern sogar nachvollziehbar.

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Das eigentliche Problem liegt für ihn im Verhalten der Tierfreunde. Manche von ihnen haben offenbar Schwierigkeiten, sich an Regeln zu halten. Die bereits erwähnte Reiterin, die Schierok auf frischer Tat erwischt hat, ist ein gutes Beispiel dafür.

Die Reiter sind für die Entsorgung des Pferdemistes verantwortlich

Pferde dürfen laut Straßenverkehrsordnung nämlich in keinem Fall etwa auf Geh- und Radwegen ausgeführt werden. Die Halter sind zudem dazu verpflichtet, den Kot ihrer Huftiere zu beseitigen. Das Reiten ist nur auf ausgewiesenen Reitwegen erlaubt. Außerdem auch auf der Straße. In diesem Fall, so erinnert sich Schierok, habe die Reiterin ihr Pferd über den Bügersteig laufen lassen.

Das kommt in Opherdicke öfter vor, wie auch Ortsvorsteherin Petra Kittl (SPD) bestätigt. Sie teilt grundsätzlich die Meinung von Schierok, ist aber um eine differenzierte Betrachtung bemüht und möchte die Pferdehalter keinesfalls an den Pranger stellen oder alle über einen Kamm scheren.

„Vor der Kirche und rund um die Dorfstraße ist es ganz schlimm“

„Ich sehe das zweigeteilt“, sagt sie. „Das hier ist ein Dorf. Diesen Charakter möchte ich beibehalten“, so Kittl weiter. Das Thema mit dem Pferdemist sei aber auf jeden Fall problematisch. „Vor der Kirche und rund um die Dorfstraße und an der Mühlenstraße sei es „ganz schlimm“.

Ähnlich wie Schierok hat auch sie unangenehme Erfahrungen mit Reitern gemacht. Wenn man sie auf ein Fehlverhalten hinweist, „dann erntet man schon mal schnell einen blöden Spruch“. Es gebe aber auch viele Pferdebesitzer, die beim Auslauf eine kleine Schippe mit sich führen und die Haufen dann entsorgen.

Rund um einige Höfe, wo unter anderem auswärtige Reiter Ställe angemietet haben, würden hingegen die Landwirte regelmäßig Mist beseitigen. Wünschenswert wäre es aber durchaus, dass die Halter sich um die Hinterlassenschaften ihrer Tiere kümmern würden.

Das Ordnungsamt baut auf die Unterstützung der Anwohner

Das Ordnungsamt hat das Problem auf dem Schirm, kann aber ähnlich wie beim Problem mit Hundekot-Sündern in der Gemeindemitte nur auf die Unterstützung der Anwohner bauen. „Wenn wir den Verursacher identifizieren können, dann können wir auch etwas dagegen tun“, sagt Ordnungsamtsleiterin Stefanie Heinrich. Wer einen Reiter auf frischer Tat ertappt, könne es dem Ordnungsamt melden.

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