Ohne Strafe, mit Erfolg: War die unerlaubte Vodafone-Werbung Absicht?

dzWirtschaft

Vodafone will mit einem Internet-Angebot die Firmen im Ecoport erreichen. Der Regelverstoß rund um die Plakat-Aktion im Holzwickeder Norden blieb ohne Strafe, hat aber dem Zweck gedient.

Holzwickede

, 13.11.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einer millionenschweren Offensive will der Telefonie- und Internetanbieter Vodafone Firmen im Holzwickeder Norden umgarnen, sie mit Internet versorgen und damit im örtlichen Breitbandausbau mitmischen.

Ob und wie stark die Zielgruppe – mittelständische Unternehmen in Holzwickedes Norden – das Angebot des Telekommunikationsriesen bisher wahrgenommen hat, ist nicht klar. Klar ist: Mit der Werbung, die Vodafone ohne Erlaubnis des Ordnungsamtes an der Nordstraße hat anbringen lassen, hat das Unternehmen Aufmerksamkeit erregt; auch, weil sie verboten war.

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Werbe-Aktion von Vodafone: Plakatierung macht ein externer Dienstleister

Ob es ein Versehen war oder man es darauf hat ankommen lassen – genau beantworten kann Vodafone-Unternehmenssprecher Volker Petendorf diese Frage nicht: „Wir haben einen externen Dienstleister, der sich darum kümmert“, so der Vodafone-Sprecher. Dieser kümmere sich nicht nur um die Plakatierung, sondern auch um die nötigen Genehmigungen, die man dazu bei den örtlichen Ordnungsämtern einholen muss.

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„Der arbeitet eigentlich immer sehr zuverlässig“, sagt Petendorf, „wenn das in diesem Fall nicht funktioniert hat, tut uns das Leid“, so der Unternehmenssprecher weiter. Für die Ausführung sei Vodafone allerdings nicht verantwortlich.

Aus Sicht des Ordnungsamtes ist der Sachverhalt eindeutig: Wie Torsten Doennges, stellvertretender Leiter im Fachbereich Ordnung in Holzwickede erläutert, stand für die Ordnungsbehörde vor allem im Vordergrund, dass die regelwidrig aufgehängten Plakate schnellstmöglich entfernt werden – der Verstoß also rückgängig gemacht wird.

Ordnungsamt: Wir wollen niemanden im Nachhinein bestrafen

Einer entsprechenden Bitte aus dem Holzwickeder Ordnungsamt sei die Firma in diesem Fall zeitnah nachgekommen, ein Bußgeld gab es für Vodafone nicht: „Es ist nicht unsere Absicht, jemanden im Nachhinein zu bestrafen“, sagt Doennges, zumindest sofern es sich um ein „Erstvergehen“ handelt.

Ins Visier von Vodafone geraten: Der Telekommunikationsriese möchte im Ecoport mehrere Firmen mit Internetverträgen ausstatten und einen Millionen-Deal abschließen.

Ins Visier von Vodafone geraten: Der Telekommunikationsriese möchte im Ecoport mehrere Firmen mit Internetverträgen ausstatten und einen Millionen-Deal abschließen. © www.blossey.eu

Der stellvertretende Fachbereichsleiter zieht einen Vergleich: In Holzwickede gebe es beinahe jährlich Plakat-Aktionen „von Zoos und Circus-Veranstaltungen in Kreisverkehren“, die nicht in jedem Fall genehmigt worden sind.

Das Ordnungsamt notiere sich in jedem Fall den Verursacher und spreche eine Ermahnung mit der Bitte um Beseitigung aus, bei Folge-Fällen gebe es Bußgelder. „Da behandeln wir ein großes Unternehmen genauso wie den Circus von nebenan“, so Doennges.

Ob nun die Werbung aus Versehen oder bewusst regelwidrig an der Nordstraße angebracht wurde, kann man schlecht beurteilen. Zumindest ist sie jetzt weg, dürfte nur von einem Teil der Pendler aus den Betrieben im Norden gesehen worden sein, speziell von denjenigen, die aus dem Holzwickeder Süden kommend über die Nordstraße zur Arbeit fahren.

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