Geht es nach den Ergebnissen der aktuellen ADFC-Umfrage zum Radklima, dann ist Radfahren in Holzwickede oft kein Spaß. © Greis
Radverkehr

Nur Note Vier für Holzwickede beim Fahrradklima-Test des ADFC

Eine Rekordzahl an Menschen aus NRW hat bei einer großen Umfrage des ADFC beantwortet, wie es um Radfreundlichkeit von Städten und Gemeinden steht. Holzwickede schafft es nur auf die hinteren Plätze.

Exakt gerechnet hat Holzwickede beim Fahrradklima-Test des ADFC die Note 3,92 bekommen. In der Kategorie der Kommunen unter 20.000 Einwohner bedeutet das in NRW Platz 40 von 54 berücksichtigten Städten und Gemeinden. Ein „ausreichend“ bedeutet zwar nicht, dass Holzwickede durchgefallen ist. Es zeigen sich aber eben auch erhebliche Mängel.

Vor allem eine glatte Fünf für die Breite von Wegen für Radfahrer ist ein klares Statement der Befragten. Nicht viel besser fallen Wertungen zur Sicherheit beim Fahren auf Radwegen und -spuren aus sowie zur Taktung von Signalanlagen und Falschparkerkontrollen auf Radwegen. Dass ein System für öffentliche Leihräder mit der Note 5,4 bewertet wird, wo es kein solches Angebot gibt, liegt wiederum in der Natur der Sache.

Schlechte Noten in fast allen Unterkategorien für Holzwickede

In insgesamt 32 abgefragten Kategorien schneidet die Gemeinde letztlich in dreien besser als Note Drei ab: Erreichbarkeit des Zentrums, Zügige Erreichbarkeit von Zielen und für Radfahrer geöffnete Einbahnstraßen. Wo Holzwickede nicht punkten kann, glänzen andere Kommunen aus NRW: Bei den kleinen Städten und Gemeinden liegen gleich fünf Vertreter aus dem Münsterland sogar bundesweit unter den fahrradfreundlichsten Kommunen. Wettringen nimmt mit einer Note von 1,96 den Spitzenplatz ein.

Immerhin: Im Bundesvergleich unter rund 400 berücksichtigten Kommunen unter 20.000 Einwohnern liegt die Emscherquellgemeinde dann zumindest mit Platz 234 im Mittelfeld. Und im Kreis Unna schneidet mit Bönen die Vergleichsgemeinde noch schlechter ab.

Zwar wurden neue Verbindungen entlang der Landskroner Straße seitens des Kreises oder im Verlauf des Emscherweges seitens Gemeinde und Emschergenossenschaft versprochen, lassen aber auf sich warten. Immerhin: Wenn am Mittwochabend der Planungs- und Bauausschuss zusammenkommt, wird auch der Radverkehr ein Thema sein.

Zum einen wird darüber abgestimmt, ob die Verwaltung auf Antrag des Bürgerblocks eine Querungshilfe für Radfahrer über die Langscheder Straße im Bereich Lappenhausen anschieben soll, wenn die Landesstraße mittelfristig saniert werden soll. Entsprechend muss Straßen NRW als zuständiger Landesbetrieb mitspielen.

Konkret ist indes das Vorhaben der Verwaltung, im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes mehr Parkraum für Fahrräder zu schaffen. Zunächst probeweise sollen im Laufe des Frühlings je zwei Pkw-Stellplätze entlang der Nord- und der Hauptstraße zu Fahrradabstellplätzen umgewidmet werden. Pro Abstellplatz sollen dann vier Bügel für Räder installiert werden. Die Bewegungsfreiheit für Fußgänger soll dadurch nicht eingeschränkt werden.

Möglicherweise ein erster Schritt, um in der nächsten ADFC-Radklimaumfrage in der Unterkategorie Abstellanlagen besser als mit der aktuellen Note 4,2 abzuschneiden.

An der Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs hatten zwischen September und November rund 230.000 Radfahrer teilgenommen. Etwas mehr als 60.000 davon kamen aus NRW – Rekord. Auf Holzwickede bezogen, haben sich 117 Menschen an der Umfrage beteiligt, die der ADFC alle zwei Jahre in Zusammenarbeit mit dem Bundesverkehrsministerium durchführt. Die Zahl der Befragten ist überdurchschnittlich im Vergleich zu anderen Kommunen unter 20.000 Einwohnern.

Die Sieger in den einzelnen Städtekategorien – von den deutschen Metropolen bis zu den Kleinstädten – wurden am Dienstag durch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ausgezeichnet. Unter den 25 Siegern waren fünf Städte aus NRW.

Über den Autor
Redaktion Holzwickede
Jahrgang 1985, aufgewachsen auf dem Land in Thüringen. Fürs Studium 2007 nach Dortmund gekommen. Schreibt über alles, was in Holzwickede passiert. 17.000 Einwohner mit Dorfcharakter – wie in der alten Heimat. Nicht ganz: Dort würden 17.000 Einwohner locker zur Kreisstadt reichen. Willkommen im Ruhrgebiet.
Zur Autorenseite
Christian Greis

Unna am Abend

Täglich um 18 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.