Momentan legt mit Muenet ein Versorger von Fröndenberg kommend eine Glasfaserleitung in die Gemeinde. Nun kündigt ein weiteres Unternehmen Erdarbeiten an – und verlegt mitunter in denselben Straßen.

Holzwickede

, 12.02.2020, 17:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Flächendeckend schnelles Internet – sogar in den ländlichen Gebieten im Süden der Gemeinde, die heute mitunter noch gänzlich weiße Flecken im Breitbandatlas darstellen. Dafür hat man sich in der Gemeindeverwaltung seit 2017 eingesetzt, ein Bundesförderprogramm angezapft, kein Unternehmen gefunden, das den Ausbau übernimmt, die Fördersumme erhöht und letztlich mit der Münsterländer Muenet doch einen Partner gefunden.

Bei zehn Prozent Eigenanteil der Gemeinde legt das Unternehmen nun bis Sommer diesen Jahres für gut 2,6 Millionen Euro auf einer Strecke von rund 40 Kilometern die gefragte Verbindung, arbeitet sich dabei von Süden kommend in den Norden der Gemeinde vor.

Über ein weiteres Förderprogramm auf Landesebene werden zudem nochmals 345.000 Euro investiert, um letztlich auch alle Schulen im Gemeindegebiet einen Glasfaseranschluss bis zur Eingangstür zu garantieren. Hier steuert die Gemeinde 69.000 Euro bei.

Nun kündigt mit Dokom21 eine Tochter der Dortmunder Stadtwerke ebenfalls Ausbaumaßnahmen an, arbeitet sich dafür aus zwei Richtungen in die Gemeinde vor und erweitert so sein Bestandsnetz um rund drei Kilometer. Der regionale Telekommunikationsdienstleister kündigt die Arbeiten für die kommenden Wochen an, die je nach Witterungsbedingungen bis April abgeschlossen sein sollen.

Bauarbeiten im Norden der Gemeinde

Mit Einschränkungen durch Tiefbauarbeiten ist aus Richtung Flughafen kommend in der Nordstraße, Gottlieb-Daimler-Straße und Natorper Straße sowie aus Richtung Sölde ebenfalls in der Nordstraße sowie in der Hauptstraße, Kantstraße, Friedrichstraße und Sölderstraße zu rechnen.

„Wir bitten Anwohner, Unternehmen, Passanten und Autofahrer um Verständnis, falls es während dieser Zeit zu kleineren Behinderungen in der Verkehrsführung oder zu Lärmbelästigungen kommen sollte. Mit dieser Maßnahme optimieren wir die Telekommunikationsanbindung in Holzwickede“, sagt Dokom21-Projektleiter Maxim Olfert.

Doppelt und dreifach: Noch ein Versorger baut sein Glasfasernetz aus

Dokom21 erweitert sein Glasfasernetz von Dortmund kommend in den Holzwickeder Raum. © Lutz Kampert

Wobei der letzte Teil der Aussage bedingt zutrifft: Im Gegensatz zum Muenet-Ausbau stehen hier keine Förderprogramme oder das Bemühen der Gemeinde hinter dem Ausbau. Die Dokom21-Leitungen wurden auf eigene Rechnung durch ein ortansässiges Unternehmen in Auftrag gegeben.

„Wir binden ein Unternehmen über zwei Seiten an unser bestehendes Glasfasernetz an“, sagt Dokom21-Marketingleiter Markus Isenburg auf Anfrage. Den Auftraggeber nennt man nicht, aber grundsätzlich ist nicht angedacht, dass private Haushalte von der Leitung profitieren.

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Markus Isenburg lässt jedoch eine Hintertür offen: „Liegen Wohnhäuser im Bereich der Leitungen, dann ist es immer möglich uns zu kontaktieren und einen Anschluss anzufragen.“ Was das dann kostet, ist von verschiedenen Faktoren wie Lage und Aufwand abhängig.

Zum Vergleich: Im Rahmen des Muenet-Ausbaus hatten Anwohner im Süden der Gemeinde die Möglichkeit einen Glasfaseranschluss bis zum Haus für 49 Euro gelegt zu bekommen – ein Vertrag mit Muenet vorausgesetzt. Ein Anschluss auf eigene Faust kann aber schnell Kosten im mittleren vierstelligen Bereich bedeuten.

Mitunter werden doppelt und dreifach Glasfaserleitungen verlegt

Für das Glasfasernetz in Holzwickede bedeutet der Dokom21-Ausbau künftig, dass in einigen Straßen doppelt und dreifach Leitungen liegen: So hat die Telekom einst unter der Nord- und Hauptstraße Glasfaser gelegt. Die versorgen die bekannten grauen Kästen, von denen wiederum Kupferkabel abgehen und einzelne Adresse versorgen.

Doppelt und dreifach: Noch ein Versorger baut sein Glasfasernetz aus

Über ein Landesförderprogramm bekommt auch die Nordschule einen direkten Glasfaseranschluss. Den sichert die Gemeinde als Schulträger allen Einrichtungen in Holzwickede zu. © Greis

Auch Muenet wird wie angekündigt Leitungen unter die Nordstraße legen, um die Nordschule ans Glasfasernetz zu bringen. Und nun gesellt sich auch Dokom21 dazu. „Im Glasfaserbereich sind das voneinander unabhängige Netze, die getrennt verlegt werden“, sagt Markus Isenburg. Je nachdem, ob vor Ort bereits Leerrohre liegen, gestaltet sich der Ausbau mehr oder weniger aufwendig.

Es ist aber nicht auszuschließen, dass in den kommenden Wochen nacheinander Dokom21 und Muenet in denselben Bereichen baggern. Dem will man seitens der Gemeinde zumindest vorbeugen: „Wir haben Muenet über die geplanten Arbeiten von Dokom21 informiert. Bestenfalls können beide Unternehmen ihre Arbeiten aufeinander abstimmen“, sagt Wirtschaftsförderer Stefan Thiel.

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