Saatkrähen an Grundschule: Nicht nur der Kot der Tiere ist ärgerlich

dzRabenvögel in Holzwickede

Im Emscherpark und am Marktplatz dürfen Nester der Saatkrähen bis zu einer bestimmten Frist entfernt werden. An einer Grundschule nicht – für die Schulleiterin längst nicht nachvollziehbar.

Holzwickede

, 11.03.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vier Populationen listet die Ornithologische Arbeitsgemeinschaft im Kreis Unna in ihrem jährlichen Krähenbericht auf: 241 Saatkrähenpaare wurden im Vorjahr im Emscherpark, an der Hauptstraße auf Höhe von Liebfrauenkirche und Aloysiusschule, an der Nordstraße zur Rausinger Straße und im Norden an der Chaussee gezählt.

Sind die Brutplätze an der Chaussee unproblematisch und darf in und um den Emscherpark zumindest bis 15. März vergrämt werden, so scheitert die Gemeinde regelmäßig mit Anträgen zur Vergrämung an Haupt- und Nordstraße an der Unteren Naturschutzbehörde im Kreis Unna.

Nester an Grundschule sind für Naturschutzbehörde unproblematisch

An der Hauptstraße gilt die Begründung, dass die Nester nicht direkt über den Schulhof ragen und somit auch keine hygienischen Probleme zu erwarten seien. Zudem dürfe aufseiten der Liebfrauenkirche nicht vergrämt werden und das wiederum würde eine Vergrämungsaktion direkt gegenüber ad absurdum führen.

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Aloysius-Schulleiterin Gabi Spieker kann das nicht nachvollziehen. „Es geht ja nicht nur um den Kot. In der Haupt-Brutzeit kann man zur Straße hin kein Fenster öffnen, weil die Tiere so laut sind.“ Auch das Argument, dass die Nester an der Straße und nicht über dem Schulhof liegen, ist für sie keines.

„Wir beobachten, dass die Tiere keine Scheu vor dem Schulhof haben. Sie werden zutraulich und nähern sich den Kindern.“ Zwar achte man darauf, dass rund um das Schulgebäude kein Müll liege, „aber wir können doch nicht verhindern, dass einem Kind ein Teil des Brotes runterfällt und liegenbleibt.“

Kot der Saatkrähen ist eine hygienische Gefahr für Kinder

Für Spieker ist es erstaunlich, dass am Marktplatz vergrämt werden darf, wo das aufgrund des Wochenmarktes freitags auch nachvollziehbar ist. An ihrer Schule, wo Kinder auf dem Schulhof auch mit Lebensmitteln umgehen, sei das indes kein Argument. „Das sehe ich doch auf dem Autolack, dass der Kot der Tiere ätzt. Wir reden hier auch über eine hygienische Gefahr für die Kinder.“

Gegen den Schutzstatus der Saatkrähe hat Gabi Spieker dabei gar nichts. „Die Vögel sollen ja leben. Aber am besten woanders.“ Dass die Nester der Rabenvögel in der Form an einer Schule toleriert werden müssen, das leuchtet ihr nicht ein. Immerhin: Vonseiten der Gemeinde ist laut der Umweltbeauftragten Tanja Flormann abgestimmt, dass man die Lage an der Aloysiusschule zumindest im Blick behalten wolle.

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