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Neujahrsempfang bis Stammtisch: So wollen die Ortsparteien im Gespräch bleiben

dzPolitik am Bürger

Ein traditioneller Neujahrsempfang, eine Postkarten-Aktion, Stammtische, Verkehrszählungen, Zukunftsseminar – so suchen die Ortsparteien den Kontakt zum Bürger.

Holzwickede

, 11.01.2019 / Lesedauer: 4 min

Am 26. Mai sind alle Bürger aufgerufen, dass Europäische Parlament der kommenden fünf Jahre zu wählen. Im Herbst 2020 folgt die nächste Kommunalwahl, entscheiden die Holzwickeder über das Bürgermeisteramt und die Besetzung des Gemeinderates. Zwei politische Termine, die überregionaler und lokaler nicht sein könnten, die Arbeit der Lokalpolitik aber gleichermaßen beeinflussen.

Wenn die Holzwickeder FDP am Samstag ab 11 Uhr im Forum des Schulzentrums zum traditionellen Neujahrsempfang lädt, wird die Zukunft Europas das entscheidende Thema sein. Dafür spricht schon das Thema des diesjährigen Gastes: „Europas Kraft wieder freisetzen“– wie das gelingen soll, darüber spricht Marco Buschmann, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion. Seit über 30 Jahren ist der Neujahrsempfang der FDP ein fester und auch der einzige politische Termin dieser Art in Holzwickede.

Neujahrsempfang bis Stammtisch: So wollen die Ortsparteien im Gespräch bleiben

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer war im Vorjahr Gastrednerin beim FDP-Neujahrsempfang. © UDO HENNES

„Wir haben knapp 200 Anmeldungen“, sagt der FDP-Ortsvorsitzende Lars Berger. Grundsätzlich sei zwar eine Anmeldung zwecks besserer Planbarkeit gewünscht, wenn aber der eine oder andere spontane Gast auftaucht, werde man sicher auch niemanden abweisen, so Berger. Inwieweit die Partei die Europawahlen abseits des Empfangs ins Bewusstsein der Bürger holen will, soll Thema beim Ortsparteitag am 20. Februar sein. Auch ein Ausblick auf die Kommunalwahl sei dann denkbar. „Sicher werden wir nochmal auf unser Programm schauen, neue Themen besprechen. Erstmal konzentrieren wir uns aber auf Europa“, sagt Berger. Wer sich für die Politik der Orts-FDP interessiert, ist laut dem Vorsitzenden immer eingeladen, einer Fraktionssitzung beizuwohnen.

Einen neuen Weg zum Bürger ist die SPD im vergangenen Jahr gegangen. Unter dem Motto „Zuhören statt reden“ haben die Mitglieder bei Hausbesuchen den Kontakt zu den Holzwickedern gesucht. Zudem wurden Postkarten verteilt, auf denen man seine Vorstellungen einer lebenswerten Gemeinde mitteilen konnte. „Wir schauen den Menschen immer auf den Mund, aber die Aktion war insofern anders, als dass wir zum Bürger wollten und nicht auf ihn warten“, sagt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Manfred Matysik.

Neujahrsempfang bis Stammtisch: So wollen die Ortsparteien im Gespräch bleiben

Manfred Matysik (r.) und Parteifreunde waren 2018 mit der Aktion „Zuhören statt reden“ in der Gemeinde unterwegs. © SPD Holzwickede

Zudem zeigte man im Rahmen der Aktion mit Ständen Präsenz im öffentlichen Raum. Das werde man auch beibehalten. Für die Postkarten-Aktion zieht Matysik indes ein gemischtes Fazit, nachdem die Antworten mittlerweile ausgewertet wurden. „Es sind eben häufig keine neuen Dinge, die den Menschen unter den Nägeln brennen, sondern beispielsweise der Umgang mit den Bahnunterführungen.“ Einen Bürgerstammtisch bot die SPD einst an, hat ihn aber aufgrund mangelnder Resonanz eingestellt.

Die Bündnisgrünen indes wollen einen offenen Stammtisch für Bürger im neuen Jahr etablieren, der sich möglichst einem bestimmten Thema widmet. Den Start macht am Dienstag, 15. Januar, Grünenmitglied Rolf Rehling. Der Bauingenieur im Ruhestand und ehemalige Leiter des Schwerter Tiefbauamtes referiert ab 19 Uhr in Hoppy‘s Treff an der Nordstraße zum Kanalbaunetz der Gemeinde und greift die Auswirkungen der Baustelle in der Stehfenstraße auf, als Leitungen im Herbst vergangenen Jahres umfangreicher und teurer als geplant saniert werden mussten.

„Wir sind sehr froh, dass wir mit Rolf Rehling einen sachkundigen Bürger mit der Expertise in unseren Reihen wissen“, sagt Fraktionschef Friedhelm Klemp. In welchem Rhythmus man den Bürgerstammtisch künftig anbieten möchte, könne er noch nicht sagen – eine einmalige Angelegenheit solle es aber nicht bleiben. Themen aus den Bereichen Verkehr, Schule oder Umwelt, zum Beispiel eine plastikfreie Gemeinde, wolle man künftig offen mit interessierten Bürgern diskutieren.

Mehr Präsenz versprechen sich die Grünen auch im Netz. Nachdem man im Internet über Monate nicht vertreten war, ist seit Jahresbeginn eine neue Homepage der Ortsgrünen online. Einige Termine und Beiträge sind hier bereits online. Weiterer Inhalt soll in den kommenden Wochen folgen.

Neujahrsempfang bis Stammtisch: So wollen die Ortsparteien im Gespräch bleiben

Jochen Schönsee und Michael Laux (r.) zählten im November für den Bürgerblock den Verkehr in der Sölder Straße. © UDO HENNES

Präsenz hat der Unabhängige Bürgerblock gegen Ende des vergangenen Jahres mit seiner eigenhändigen Verkehrszählung auf der Sölder Straße gezeigt. Auch so lassen sich natürlich Themen in den Vordergrund rücken und so bringt man sich ins Gespräch. Mit welchen Veranstaltungen man die Bürger in 2019 abholen kann, das wird wohl in der ersten Fraktionssitzung des Jahres am 21. Januar ein Thema. „Der Fokus liegt bei uns natürlich auf den lokalen Themen und weniger auf den Europawahlen“, sagt der stellvertretende BBL-Vorsitzende Jörg Düllmann. Feste Termine wie einen offenen Stammtisch wird es beim BBL aber eher nicht geben. „Da verweisen wir auf unsere Fraktionssitzungen montags um 18 Uhr im Gemmeke-Haus. Die sind ja öffentlich“, so Düllmann.

Stammtische und politische Abende gehören indes fest zum Repertoire der Holzwickeder CDU – auch generationenübergreifend. So hatte die Senioren Union zum Stammtisch am vergangenen Dienstag den ehemaligen Vorsitzenden der Jungen Union Holzwickede, Pascal Schoppol (30), und seinen Nachfolger Marcal Zilian eingeladen. Die „Jungen“ schilderten dabei den „Alten“, dass über das politische Engagement hinaus freundschaftliche Kontakte entstanden seien. „Wir lassen – neben der politischen Arbeit – auch Sport, Freizeit und Gemeinschaft nicht zu kurz kommen“, sagt der 19-jährige Zilian, der sich bereits als sachkundiger Bürger bei der CDU einbringt.

Viele Veranstaltungen im Kalender

„Kommunalpolitik muss kontinuierlich sein. Ich denke, das entspricht den über 50 Veranstaltungen von Frauen-, Senioren- oder Jugendunion, die wir 2018 organisiert haben“, sagt der Ortsvorsitzende Frank Lausmann. Neue Wege geht man am Samstag zwischen 10 und 17 Uhr in den Seminarräumen des Logistik Ausbildungszentrums NRW an der Schäferkampstraße mit einem kommunalpolitischen Seminar unter dem Motto „Strategien für ein zukunftsfähiges Holzwickede“.

25 Interessierte haben sich laut dem Vorsitzenden Frank Lausmann angemeldet. „Darunter sind nicht nur Parteimitglieder, was unser Anliegen war“, sagt Lausmann. Man wolle gemeinsam erörtern, wo die Gemeinde aktuell stehe und welche Themen bis zum Jahr 2025 wichtig würden. „Wenn wir bis ins Jahr 2025 schauen, dann haben wir natürlich auch mögliche Themen für die Kommunalwahl mit im Blick“, sagt Lausmann.

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