Mit Video: Neues Porsche Zentrum will Erlebniswelt für Autofans sein

dzNeuer Standort

Trockenbauer, Maler und Elektriker prägen aktuell das Bild auf der Porsche-Baustelle am Dortmunder Flughafen. Sie bezeugen die fortgeschrittenen Arbeiten, denn die Eröffnung naht.

Holzwickede

, 01.09.2020, 17:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein normales Autohaus entsteht im Holzwickeder Norden nicht. Oder haben Sie einen Autoverkäufer im Bekanntenkreis, zu dessen Arbeitsplatz eine Bar, eine Abteilung für klassische Boliden, ein Café mit Aussicht auf arbeitende Mechaniker und eine eigene Trafostation für vier Schnellladesäulen gehören, um den elektrischen Supersportwagen im Portfolio innerhalb von 20 Minuten zu laden?

Video
Geschäftsführer Christoph Küsters zum neuen Porsche Zentrum in Holzwickede

Verkaufsraum und ein Kapsel-Kaffee für den Kunden – zumindest im Premiumsegment reicht das anscheinend nicht mehr. Und die Dortmunder Hülpert-Gruppe macht in Holzwickede mit dem neuen Porsche-Zentrum klar, wie sich der schwäbische Autobauer das analoge Verkaufsgeschäft der Zukunft vorstellt.

„Wir gehen über einzelne Module auf unsere Elektrosparte oder auf die Classic-Modelle ein. Wir wollen eine Empfangskultur am Eingang und mit Café etablieren. Über das Autohaus wollen wir die Marke Porsche hervorheben“, sagt Christoph Kösters, Geschäftsführer der Hülpert Lifestyle Holding.

Grundsätzlich sollen Porsche-Autohäuser künftig nach dieser Designvorgabe gebaut werden. Die Zufahrtswege werden in Holzwickede freilich anders gestaltet als in diesem Beispiel.

Grundsätzlich sollen Porsche-Autohäuser künftig nach dieser Designvorgabe gebaut werden. Die Zufahrtswege werden in Holzwickede freilich anders gestaltet als in diesem Beispiel. © Porsche AG

Mit Video: Neues Porsche Zentrum will Erlebniswelt für Autofans sein

© Udo Hennes

„Porsche ist eine emotionale Marke und Kunden definieren sich damit.“
Christoph Kösters, Geschäftsführer Hülpert Lifestyle Holding

Dafür hat der Mehrmarken-Automobilanbieter nicht nur rund 19 Millionen Euro, sondern auch einiges an Energie investiert: Als Anfang 2018 das Baufeld am Flughafen eingerichtet wurde, wusste man bei Hülpert noch nichts von einer neuen Designvorgabe für künftige Autohäuser beim Markenpartner. Als das aber durchsickerte, wurde unter Hochdruck umgeplant. Im Juli 2019 war dann Spatenstich für den Nachfolge-Standort – nur einen Steinwurf entfernt vom bisherigen Zentrum in der sogenannten „Toblerone“ an der Ferdinand-Porsche-Straße.

Hülpert und Porsche wollen einen Sehnsuchtsort für Autofans

Die schnelle Wende von einst beschert der Hülpert-Gruppe nun zumindest vorübergehende Exklusivität: „Als Destination Porsche ist der Standort, wie wir ihn gestalten, ein weltweiter Pilot“, sagt Küsters. Es ist nicht nur seine Stellenbezeichnung, die ausdrücken soll, was man den Kunden in Holzwickede bieten will. Im Marketing-Sprech der Verkaufsprofis wird Destination natürlich auf Englisch ausgesprochen, meint aber auch im Deutschen einen Sehnsuchtsort für Autofans, denen man eine Erlebniswelt bieten will. Am Ende steht die Markenbindung.

Und Kösters weiß: „Das ist einfacher als bei anderen Marken. Porsche ist eine emotionale Marke und Kunden definieren sich damit.“ Der Kunde darf dann eben beim Kaffee im Lounge-Sessel durch eine Glasfront zusehen, wie sein Auto auf der Hebebühne behandelt wird.

Blick in die Werkstatt: Durch eine Glasfront sollen Kunden von hier aus später zusehen können, wie ihr Sportwagen oder SUV seinen Service bekommt.

Blick in die Werkstatt: Durch eine Glasfront sollen Kunden von hier aus später zusehen können, wie ihr Sportwagen oder SUV seinen Service bekommt. © Udo Hennes

Am neuen Standort sollen Ende November zunächst 87 Mitarbeiter die Arbeit aufnehmen. Vor allem für die Kollegen aus dem Werkstatt-Bereich ist das wohl auch dringend nötig: „Im Vergleich zur alten Werkstatt ist die neue sehr großzügig. Da haben wir den Mitarbeitern in der Vergangenheit viel zugemutet“, gibt Kösters zu. Geschuldet sei das dem steten Wachstum: 1200 verkaufte Fahrzeuge und 100 Millionen Euro Umsatz im Vorjahr nennt der Geschäftsführer als Beleg.

Nun wachsen Ausstellungsflächen und Werkstatt von knapp 2000 auf rund 4300 Quadratmeter. Mit Außenbereich nimmt das Porsche Zentrum gut 24.500 Quadratmeter ein. Neben Standard-Ladestationen finden sich auf dem Gelände auch vier Schnellladesäulen. Sie pumpen die Akkus von Porsches Elektro-Renner Taycan mit 270 Kilowatt in 20 Minuten wieder voll. Neben einer eigenen Trafostation braucht es dafür auch noch eigene Kühltürme, damit die beindicken Stromkabel nicht überhitzen.

Christoph Kösters vor Ladestation und neben Taycan: Der Elektro-Sportwagen soll Porsches Weg in die Elektromobilität ebnen. Nimmt man die Leistungsdaten des Wagens zu Grunde, könnte das schnell gehen: Je nach Variante bringt es das Auto auf 530 bis 761 PS und bis zu 260 km/h. Ab 100.000 Euro ist man als Käufer dabei.

Christoph Kösters vor Ladestation und neben Taycan: Der Elektro-Sportwagen soll Porsches Weg in die Elektromobilität ebnen. Nimmt man die Leistungsdaten des Wagens zu Grunde, könnte das schnell gehen: Je nach Variante bringt es das Auto auf 530 bis 761 PS und bis zu 260 km/h. Ab 100.000 Euro ist man als Käufer dabei. © Udo Hennes

Es ist gut möglich, dass der vorerst exklusive Standort am Dortmunder Flughafen für Porsche-Fans in Deutschland und vielleicht sogar darüber hinaus tatsächlich zu einer Erlebnis-Destination wird. Wie das funktioniert, zeigt sich an Wochenenden regelmäßig nahe des Dortmunder Borsigplatzes: Vor allem junge Autofans zieht es hier in Massen zum Showroom von Tuning-Promi Jean Pierre Kraemer.

Zieht es Auto-Enthusiasten nach Holzwickede, müssen sie übrigens künftig Carrera-Straße statt Bertha-Krupp-Straße ins Navi eingeben. Der Namensänderung für die Zufahrtsstraße hat die Holzwickeder Politik bereits im Juni zugestimmt.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Platz von Louviers
Umgestaltung des Festplatzes könnte erheblich teurer werden – Neue Ideen sind gefragt
Hellweger Anzeiger Gerichtsprozess
Richter erlässt nach versuchtem Einbruch in Holzwickede Haftbefehl gegen 36-Jährigen
Hellweger Anzeiger Scheidende Ratsmitglieder
Serie: Raus aus dem Rat – Monika Mölle blieb durch Ratsarbeit immer „fit im Kopf“
Hellweger Anzeiger Ferientipps
Tipps zum Ende der Herbstferien: Kino und Kunst, Kettenschmieden und komische Vögel
Hellweger Anzeiger Interaktive Karten
Corona-Vergleich: So verschieden trifft die zweite Welle die Städte im Kreis Unna
Meistgelesen