Nach knapp einem Jahr Bauzeit ist das neue Gebäude für die Ganztagsbetreuung von Grundschülern nun fertig und bereits bezogen. Über mehr Platz freuen sich nicht nur die Kinder.

Holzwickede

, 13.06.2019, 17:12 Uhr / Lesedauer: 3 min

Am Mittwoch konnten die Kinder erstmals nach der Schule ihre Freizeit im neuen OGS-Gebäude verbringen. Den Vorteil der neuen Räumlichkeiten bemerkte OGS-Leiterin Martina Bleigel sofort: „Es hat geregnet, alle Kinder waren an einem Ort und dennoch war die Geräuschkulisse viel leiser. Zum Telefonieren konnte ich in mein Büro gehen und es war ruhig“, sagt Bleigel am Donnerstagnachmittag bei einem Besuch unserer Redaktion vor Ort. Ein Büro – das hatte Bleigel bislang gar nicht.

Bis dato spielte sich die Nachmittagsbetreuung nebenan im Untergeschoss der Paul-Gerhardt-Schule ab. „Da platzten wir aus allen Nähten. Die Kinder stapelten sich ja schon“, sagt PGS-Leiter Magnus Krämer. Ein Gruppen-, ein Tobe- und ein Ruheraum ergaben laut Krämer annähernd 120 Quadratmeter. Bei rund 100 Kindern, die größtenteils bis 16.30 Uhr an der Schule betreut wurden, musste in der Vergangenheit viel improvisiert werden. Kinder verteilten sich auch auf Aula und Turnhalle. Spielte das Wetter mit, war man froh, dass die Kinder an die frische Luft konnten.

Der Neubau bietet nun 540 Quadratmeter auf zwei Etagen mit mehreren Gruppen-, Material- oder Ruheräumen. Auf beiden Stockwerken befinden sich sanitäre Anlagen. Man hat auf einen Fahrstuhl verzichtet und die eingeschränkte Barrierefreiheit bewusst in Kauf genommen, da sich im ersten Stock keine Räume befinden, die es im Erdgeschoss nicht auch gibt. Hier finden sich zudem eine eigene Küche und Mensa mit Platz für 50 Kinder. In drei Schichten wird der Nachwuchs hier verköstigt. Noch kommt das Essen vom Caterer, aber wenn sich die Küchenkräfte mit dem neuen Arbeitsumfeld vertraut gemacht haben, sollen hier bald knapp 100 Kinder täglich mit frisch gekochten Mahlzeiten versorgt werden.

Neues OGS-Gebäude bringt mehr Ruhe und weniger Gedanken an die Schule mit sich

Teller leer: Noch kommt das Essen vom Caterer, aber demnächst wird in der OGS-Küche jeden Tag frisch für rund 100 Schüler gekocht. © Marcel Drawe

PGS und OGS

Anmeldungen auf hohem Niveau

144 Kinder besuchen aktuell die Paul-Gerhardt-Schule. Die Schüler kommen mitunter auch aus Lichtendorf, Geisecke oder Fröndenberg nach Hengsen. Für das kommende Schuljahr sind 36 Kinder angemeldet. „Da bewegen wir uns konstant auf hohem Niveau“, sagt Schulleiter Magnus Krämer. Die Offene Ganztagsbetreuung unter Trägerschaft des evangelischen Kirchenkreises Unna und den evangelischen Gemeinden Holzwickede und Opherdicke nutzen aktuell 98 Kinder bis 16.30 Uhr und 15 Kinder bis 13.30 Uhr. Im kommenden Schuljahr wird die Zahl der betreuten Kinder auf mehr als 120 steigen.

Das Team von Martina Bleigel umfasst insgesamt zehn Kräfte, die die Kinder jahrgangsübergreifend im Blick haben. „Das ist uns wichtig, auch um zu signalisieren: Die Schule ist aus.“ Der Effekt würde nun durch ein eigenes Gebäude noch verstärkt, pflichtet Bauamtsleiter Uwe Nettlenbusch bei. Er zeigt sich vor der offiziellen Übergabe des Gebäudes durch die stellvertretende Bürgermeisterin Monika Mölle (SPD) am Samstag mit anschließendem Familienfest zufrieden mit dem Projekt. „In der Nachschau ist eigentlich alles ganz gut gelaufen“, sagt Nettlenbusch mit Blick auf Kosten und Zeitrahmen. Im Mai 2018 wurden auf einem Grundstück unterhalb der Schule im Wohngebiet Auf der Bredde Ausweichcontainer aufgestellt. Im Juni wurden die 40 Jahre alten Schulpavillons abgerissen und im Juli 2018 war Baubeginn. 1,1 Millionen Euro hat der Neubau gekostet, der größtenteils in Holzbauweise entstanden ist. Die einst veranschlagten Kosten lagen nur 25.000 Euro unter der finalen Summe, die mit rund 800.000 Euro gefördert wurde.

Weitere 70.000 Euro sind noch in Einrichtung und Küche geflossen, zudem bekam die PGS einen Anbau mit zwei neuen Klassenräumen für rund 200.000 Euro dieses Jahr. Die ehemaligen OGS-Räume in der PGS werden nun wieder für schulische Zwecke genutzt. Eine Klasse ist noch in den genannten Containern untergebracht. Sie soll in den nächsten Wochen einen neuen Klassenraum im einstigen OGS-Gruppenraum der Schule bekommen. Auch neue Förderräume werden benötigt. Hier wird sich der Bedarf wohl noch steigern: „Das Thema Inklusion holt uns auf allen Ebenen ein“, sagt Magnus Krämer. Knapp 20 Kinder haben aktuell einen festgestellten oder präventiven Förderbedarf. Ab kommenden Schuljahr soll zudem eine Schulsozialpädagogin wirken. „Die braucht ja auch ein eigenen Platz“, sagt Krämer. Angedacht ist, die Wohnung des Hausmeisters nach dessen Renteneintritt für schulische Zwecke zu nutzen und entsprechend umzubauen.

Neues OGS-Gebäude bringt mehr Ruhe und weniger Gedanken an die Schule mit sich

Weil OGS nicht Schule ist, gibt es auch einen Raum zum Chillen. In diesem Hängesessel geht das besonders gut. © Marcel Drawe

Offene Türen beim Familienfest am Samstag

Wer sich selbst ein Bild vom neuen OGS-Gebäude an der Schulstraße machen möchte, hat am Samstag, 15. Juni, die Gelegenheit dazu. Von 12 bis 17 Uhr findet für alle Kinder, Eltern und neugierige Besucher ein Familienfest statt. Dabei wartet ein abwechslungsreiches Programm:

  • 12 Uhr: Eröffnung mit der Tanz-AG
  • 13 Uhr bis 14 Uhr: Bobby-Car-Rennen
  • 13 Uhr: Ausgabe der Tombolapreise
  • 13.30 Uhr: Auftritt der Dancekrobatik-AG
  • 14 Uhr bis 16 Uhr: Disco
  • 13 Uhr und 14.30 Uhr: Führung zum Bienenstand
  • 16 Uhr: Auftritt von BVB-Maskottchen Emma

Daneben warten auf die Kinder verschiedene Spiele, Kinderschminken und eine Buttonmaschine. Grillgut, Kaffee und Kuchen laden derweil die Erwachsenen zum Verweilen ein.

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