Unerwarteter Zug: Neues Bahnhofsdach soll schon 2020 eine Gestalt annehmen

dzBahnhof Holzwickede

Der Holzwickeder Bahnhof soll in den kommenden Jahren schicker werden. Den Anfang soll ein neues Dach über den Bahnsteigen machen. Wie das aussieht, soll schon im kommenden Sommer feststehen.

Holzwickede

, 08.12.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst im Oktober hatte ein Planungsbüro seine Ideen und die notwendigen Schritte hin zu einem umgestalteten Bahnhof vorgestellt. Darin integriert war auch der seit Jahren gewünscht Durchstich unter den Gleisen zwischen Stehfen- und Bahnhofsstraße.

Zwar sind auch hier bereits erste Grundvoraussetzungen angeschoben, beispielsweise hat die Deutsche Bahn zwei Gleisanlagen an den Parkplätzen zwischen Aldi- und Rewe-Supermarkt stillgelegt. Das wiederum könnte Platz für den Durchstich schaffen, wenn sich die Bahn von den Liegenschaften trennen würde.

Nahverkehrsverband leitet Suche nach Architekten ein

Weil das aber ein komplexes Unterfangen ist, steht der erhoffte Durchstich zunächst als Schritt Nummer zwei auf der Agenda. Zügiger als erwartet, bahnt sich unterdessen die Umsetzung der ersten geplanten Maßnahme an: eine neue Überdachung für den Wartebereich an den Gleisen.

Hier schiebt momentan der Regionalverband (ZRL) des übergeordneten Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) an, damit die im Oktober vorgestellte Rahmenplanung zur Bahnofsentwicklung konkret wird.

So soll etwas überraschend noch im Dezember ein EU-weites Verhandlungsverfahren eingeleitet werden, um ein geeignetes Architekturbüro zu finden. Erste Skizzen wären im Rahmen dieses Verfahrens zu erwarten. Die favorisierten Architekten sollen dann mit finalen Entwürfen im zweiten Quartal 2020 beauftragt werden.

Unerwarteter Zug: Neues Bahnhofsdach soll schon 2020 eine Gestalt annehmen

Überdacht ist der Wartebereich am Holzwickeder Bahnhof. Auch Warteboxen gibt es. Eine zusammenhängende Gestaltung gibt es aber ebenso wenig, wie beispielsweise einen Kiosk oder ein Café. © Udo Hennes

Gemeinde entstehen vorerst keine zusätzlichen Kosten

Auf das Haushaltsbudget des kommenden Jahres würde sich das Verfahren nicht auswirken: Der Nahverkehrsverband hat der Gemeinde bereits eine hundertprozentige Förderzusage gegeben.

„Wir wären mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn wir uns dem Vorhaben nicht anschließen“, sagt Bauamtsleiter Uwe Nettlenbusch. Alternativ wäre auch ein Architektenwettbewerb denkbar – wie einst beim Rathaus. „Das kostet aber Geld. Die Kosten vermeiden wir so“, sagt Nettlenbusch.

Vor Ort sichtbare Schritte hin zu einem neuen Dach wären im Optimalfall im Jahr 2021 denkbar. Auch hier locken über den Nahverkehrsverband Westfalen-Lippe entsprechende Fördermittel. Einen Eigenanteil müsste die Gemeinde für eine neue Dachkonstruktion aber definitiv erbringen.

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LWL sieht „herausragende“ verkehrliche Bedeutung

Dass in Holzwickede etwas passieren sollte, davon ist man beim LWL überzeugt: „Durch die Anbindung an den Flughafen hat Holzwickede verkehrlich eine herausragende Bedeutung“, sagt LWL-Sprecher Uli Beele – im Wissen um die Belastung für Anwohner zwischen Bahnhof und Airport durch das Verkehrsaufkommen.

Unerwarteter Zug: Neues Bahnhofsdach soll schon 2020 eine Gestalt annehmen

Entwurf: Dieses Gestaltungsbeispiel gehörte zum Konzept, dass ein Planungsbüro im Oktober vorstellte. © REICHER HAASE ASSOZIIERTE RHA

Ein attraktiver Bahnhof sei deshalb umso wichtiger für die Verkehrslage. Schon mit Blick auf die Parkplatzsituation im Norden der Gemeinde könne eine aufgewertete Haltestation nur zuträglich sein, um Pendler und Touristen aus dem Auto und auf die Schiene zu bekommen.

Der NWL schiebt momentan auch in Schwerte oder Bönen entsprechende Projekte an. Schon vor drei Jahren hat der Verband vertraglich mit DB Station und Service vereinbart, dass man im Raum Westfalen-Lippe in 14 Stationen investieren wolle und nannte eine Gesamt-Investitionssumme von 62 Millionen Euro. „Es gibt das Förderprogramm und da ist eben auch Holzwickede inkludiert und steht auf der Liste ganz oben“, sagt Beele.

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