Noch ist der Gewerbepark Eco Port nicht ausgelastet. All zu viele Flächen sind jedoch nicht mehr frei und die Vermarktung schreitet voran. Die Gemeinde lotet derweil neue Gewerbeflächen aus.

Holzwickede

, 15.11.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Links und rechts der Gottlieb-Daimler-Straße finden sich noch einige Lücken, doch sie werden kleiner. Ein Felgenhändler und die Fritz Ostermann GmbH (Seifomat) sind die jüngsten Zuzügler. Ein Spielautomatenhersteller wird seinen Vertriebs- und Servicestandort von Aplerbeck ebenfalls in den Eco Port verlegen.

Mit weiteren Unternehmen steht die Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Kreis Unna (WFG) in Gesprächen. Etwas mehr als 30.000 Quadratmeter sind noch unbefleckt. Die Chancen stehen gut, dass auch diese Flächen mittelfristig bebaut werden. Im Wirtschaftsgespräch der IHK zu Dortmund hatte Bürgermeisterin Ulrike Drossel unter der Woche angekündigt, dass man am Gewerbesteuersatz von 460 Punkten nicht rütteln wird und damit kreisweit den günstigsten Steuersatz anbietet.

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Das und die gute Verkehrsanbindung über A1, A44 und B1 sowie den Dortmunder Flughafen locken Firmen nach Holzwickede. Der Platz im Eco Port ist jedoch endlich. Als reines Gewerbegebiet ist er zudem auf bestimmte Betriebe beschränkt, die emissionsfrei arbeiten müssen. Produziert wird nicht. „Es war klug, das Gebiet als Park mit hochwertiger Architektur zu profilieren, obwohl wir den Eco Port mit einem breiteren Profil viel schneller hätten vermarkten können“, sagt Wirtschaftsförderer Stefan Thiel.

Breiteres Profil meint, den Eco Port nicht nur für Gewerbe sondern auch für Industrie und damit Produktion auszuweisen. Man hat sich bewusst dagegen entschieden, obwohl Industrieflächen begehrt sind. Langfristig will die Gemeinde der Wirtschaft weitere Flächen bereitstellen. Dann wohl auch dem produzierenden Gewerbe.

Neue Gewerbeflächen in Rausingen: Gemeinde und WFG tasten sich vor

Rot gestrichelt ist die Fläche, die Gemeinde und WFG gerne vermarkten möchten. © Stepmap

Bereits im April wurde bekannt, dass Gemeinde und WFG einen weiteren Treuhandvertrag geschlossen haben. Der Blick richtet sich dabei von der Vincenz-Wiederholt-Straße aus gen Osten auf das Rausinger Feld. „Wir bekommen bereits regelmäßig Anfragen hierfür“, sagt Thiel. Er sagt aber auch, dass man hier noch ganz am Anfang der Planungen stehe. Bevor ein Unternehmen hier tatsächlich einen Grundstein legen kann, muss noch viel geplant und geklärt werden.

Fest steht: Die WFG hat im vergangenen halben Jahr eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Rechtsgrundlagen, Verkehrsanbindung, Anschlüsse an diverse Netze, Abwasserabführung – die grundlegenden Aspekte für weitere Planungen wurden ergründet. „Die Ergebnisse sind da und die Entwicklung eines Gewerbegebietes ist grundsätzlich machbar“, sagt WFG-Prokurist Christoph Gutzeit.

Regionalplan Ruhr

Öffentlchkeit kann sich beteiligen

Mit der Aufstellung des Regionalplans Ruhr werden die für das Verbandsgebiet geltenden Regionalpläne für die Regierungsbezirke Arnsberg, Düsseldorf und Münster und der Regionale Flächennutzungsplan der Planungsgemeinschaft Städteregion Ruhr abgelöst. Der Plan liegt noch bis 27. Februar 2019 öffentlich zur Einsichtnahme aus. Das geht am schnellsten hier.

Laut Thiel dürften rund 50.000 Quadratmeter an Fläche planungsrechtlich bereits entwickelt werden. Das ist etwas weniger als die Hälfte der gesamten Fläche vor Ort. Der Rest der Fläche soll im Regionalplan Ruhr entsprechend ausgewiesen werden. Das wäre die Grundlage, um den Holzwickeder Flächennutzungsplan anzupassen und daraufhin den Bebauungsplan. Der Regionalplan würde Erweiterungspotenzial gen Norden ermöglichen und wird voraussichtlich im kommenden Jahr beschlossen.

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Ausschnitt aus dem Regionalplan Ruhr: Die grauen Flächen markieren Bereiche für die gewerbliche und industrielle Nutzung. So ist es zumindest im Regionalplan angedacht. © Regionalverband Ruhr

Wie viel man von der theoretischen Fläche schlussendlich auch praktisch vermarkten kann, das lässt sich aktuell nicht absehen. Die planungsrechtlichen Voraussetzungen sind nur ein Aspekt des Vorhabens. Das Areal wird landwirtschaftlich bewirtschaftet und die einzelnen Flurstücke sind nicht im Besitz der Gemeinde. Ein ganz großes Fragezeichen steht demnach über den Grundstückseigentümern. Das sind nicht viele, weniger als man Finger an einer Hand hat. Die Flächen hergeben, das müssen sie dennoch freiwillig.

„Es gab erste Vorgespräche, mehr aber noch nicht“, sagt Christoph Gutzeit. Zwei Varianten sind grundsätzlich denkbar, die Eigentümer zu überzeugen. „Fläche gegen Geld oder Flächentausch eins zu x“, sagt Stefan Thiel. Oder eine Mischvariante. Verhandlungssache. Unter Zugzwang sieht man sich jedenfalls nicht. „Es gibt Grunderwerbe die klappen, manche klappen eben nicht“, sagt Gutzeit. Zeitliche Prognosen für eine konkrete Vermarktung wagt man daher nicht. „Es ist noch viel zu früh und Grundstücksverhandlungen sind nur schwer vorauszusagen“, sagt Thiel. Der Blick von der Vincenz-Wiederholt-Straße gen Osten dürfte noch eine Weile über Ackerland streifen.

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