Naturschützer setzt sich für Krötenzäune am Freibad Schöne Flöte ein

dzArtenschutz

Nach einer frühlingshaft milden Woche nimmt die Zahl wandernder Amphibien ab. An der Schönen Flöte soll bestenfalls ab nächstem Jahr ein Krötenzaun den Tieren mehr Schutz bieten.

Holzwickede

, 22.03.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Abgesehen von natürlichen Feinden gestalten sich die Schicksale wandernder Amphibien übersichtlich: Entweder sie erreichen ihr Ziel oder sie fallen auf dem Weg dahin dem Verkehr zum Opfer.

Zahlen darüber, wie viel Prozent der Tiere auf dem Weg zu ihren Laichgewässern verenden, gibt es nicht. Dank vieler ehrenamtlicher Helfer, die entlang von Schutzzäunen im Frühjahr die Tiere einsammeln, werden allein in NRW sicher hunderttausende Kröten, Frösche, Molche und Salamander gerettet.

Wie viele den Weg zu ihren Seen, Teichen und Tümpeln nicht schaffen, ist jedoch offen. Auf Holzwickeder Gemeindegebiet gibt es bislang keinen Schutzzaun für die Tiere.

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Brauckstraße, Im Siepen, Talstraße – hier sperrt die Gemeinde jährlich zur Wanderzeit zwischen 18 Uhr und 7 Uhr ihre eigenen Straßen, dürfen nur Anlieger passieren und wird zur Vorsicht ob der Amphibien gemahnt. Das ist dieses Jahr schon Mitte Februar passiert – so früh seien die Tiere noch nie dran gewesen, merkte Baubetriebshofleiter Bernd Hellweg dereinst an.

Viele Tiere sind aber insbesondere im Bereich rund um das Freibad Schöne Flöte unterwegs, um sich hier zu paaren und zu laichen. Ihr Ziel: Der Teich im einstigen Steinbruch neben dem Freibad.

Amphibien müssen zwei Kreisstraßen überqueren

„Da die Tiere sternförmig zum Gewässer wandern, halte ich einen Schutzzaun am Billmericher Weg und an der Steinbruchstraße für sinnvoll“, sagt Naturschützer Andreas Förster. Der Billmericher setzt sich seit Jahrzehnten auch für den Amphibienschutz im Nabu-Kreisverband Unna ein. Einen entsprechenden Antrag will er bei der Naturförderungsgesellschaft für den Kreis Unna stellen.

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Als Kreisstraßen liegen beide Straßen in der Verantwortung des Kreises Unna, müsste hier auch die Untere Naturschutzbehörde dem Vorhaben zustimmen. Unterstützung vor Ort erfährt Andreas Förster bereits: Freibad-Chef Carsten Prünte wohnt in unmittelbarer Nähe und hat zusammen mit seiner Frau bereits Unterstützung zugesagt.

„Wir sammeln in der Zeit sowieso abends ein und setzen die Tiere dann im Steinbruch oder in meinem Gartenteich aus“, sagt er. Lob bekommt er auch vom Nabu-Experten: „Im Freibad kontrollieren die Mitarbeiter regelmäßig, sammeln die Tiere per Hand ein, holen sie aus Schächten und Rinnen. So soll es sein.“ Andreas Förster hofft nun auf einen Krötenzaun für das Jahr 2021, damit noch mehr Tiere heile ihren Laichplatz am Freibad erreichen.

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