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Nähkurs für Anfänger: In neun Schritten zur Einkaufstasche

"Näh' dich glücklich" heißt das Geschäft von Heike Willingmann an der Holzwickeder Bahnhofstraße. Die Damenschneiderin und Kulturhistorikerin im Bereich Textil bietet hier nicht nur Stoffe und Nähzubehör für den Eigenbedarf. Willingmann bietet auch verschiedene Nähkurse an. Auch blutige Anfänger lernen hier an zwei Tagen die Näh-Basics.
13.12.2019
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Der Anfang: Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die Nähmaschine funktioniert, setzen Anfänger ihre ersten Stiche in Papier: Zunächst wird geübt, entlang einer geraden Linie und um Ecken zu nähen. Hierbei kann man auch die verschiedenen Näh-Geschwindigkeiten ausprobieren.© Greis
Genäht wird mit einem Ober- und einem Unterfaden. Für den Unterfaden wird ausreichend Garn auf eine kleine Spule gewickelt, die später im Boden der Maschine eingesetzt wird. Der Oberfaden wird über die größere Garnspule abgewickelt. Moderne Nähmaschinen erklären den Nutzern mit aufgedruckten Symbolen, wie und wo die Fäden entlang des Arbeitsgerätes geführt und eingefädelt werden müssen. Sieht zunächst komplex aus, mit etwas Übung hat man den Dreh aber schnell raus.© Greis
Letzte Übung: Sind Ober- und Unterfaden ins Öhr gefädelt, darf sich der Anfänger an einem Stück Stoff probieren und seine ersten Nähte setzen.© Greis
Dann wird es ernst: In Heike Willingmanns Kursen nähen Anfänger in der Regel eine Einkaufstasche. Die besticht durch einige nette Details, darunter eine Tasche in der Tasche: Die Stoffe hat Willingmann bereits in den korrekten Größen zugeschnitten. Erster Schritt für die Teilnehmer: Die Innentasche wird auf rechts genäht, auf einer Seite bleiben einige Zentimeter offen, um die Innenseite später nach außen drehen zu können.© Greis
"Bügeln ist fürs Nähen unerlässlich", sagt Heike Willingmann. Sperriger Stoff wird dadurch zum einen gefügig gemacht – so wie hier der recht stabile Stoff für den Träger. Zum anderen müssen mitunter Materialien aufgebügelt werden. So wird für die Einkaufstasche ein Volumenvlies eingearbeitet, dass der Tasche Volumen und Stabilität verleiht. Das Vlies wird auf die Innenseite des Außenstoffes aufgebügelt.© Greis
Das Trägerband entsteht aus einem langen Stück Stoff, wird geschmeidig gebügelt, gefaltet und zu einem vierfachen, festen Streifen knapp auf Kante zusammengenäht. © Greis
Den Boden bereiten: Als absoluter Laie ist auf den ersten Blick nicht immer sofort nachvollziehbar, welcher Arbeitsschritt letztlich welche Auswirkung hat. Hier erklärt Heike Willingmann, warum sie auf einer Seite des Außenstoffes je ein kleines Quadrat ausschneidet. So lassen sich die Ecken für den Taschenboden leichter nähen.© Greis
Innenbeutel (gelber Stoff) und Außenbeutel (blauer Stoff) haben mittlerweile zueinandergefunden. Der Innenbeutel wird mit Stecknadeln fixiert und dann füßchenbreit an den Außenbeutel genäht. © Greis
Fast geschafft, sieht doch schon nach Tasche aus: Im letzten Schritt wird das Trägerband gleichmäßig an der Oberkante des Stoffbeutels fixiert und angenäht. Das funktioniert bestenfalls nach dem "Haus-vom-Nikolaus"-Prinzip – nur ohne Dach. Also ein mal im Quadrat und schließlich ein X nähen. Das erhöht die Stabilität zwischen Träger und Tasche und sieht schicker aus.© Greis