Lange Autoschlangen vor der Schönen Flöte am Donnerstag, 17. Juni: Am bis dato heißesten Tag des Jahres galt am Nachmittag ein Einlass-Stopp. Weil das nicht jeder Badegast akzeptieren wollte, musste zwischenzeitlich auch die Polizei anrücken und die Gemüter beruhigen. © Greis
Einsatzbilanz nach Hitzewelle

Nachtschwimmer und Gästefrust: Polizei wird Dauergast an Schöner Flöte

Die Hitze der Vorwoche ist einigen Badegästen im Holzwickeder Freibad wohl zu Kopf gestiegen: Sechsmal musste die Polizei anrücken. In einem Fall sprachen nach einem nächtlichen Bad alle Indizien gegen zwei Unnaer.

Eine kurze Samstagnacht hatte Freibadchef Carsten Prünte bekanntermaßen, als er um 3 Uhr durch Lärm geweckt wurde, der aus der Schönen Flöte drang. Da Prünte in Hörweite zum kommunalen Bad wohnt, dürfte er schon geahnt haben, was los ist und informierte die Polizei.

Die bestätigte dieser Redaktion schon am Samstag einen entsprechenden Einsatz, weil nächtliche Badegäste unerlaubt ihren Spaß im Wasser hatten. Polizeisprecher Christian Stein nennt auf Anfrage nun Details zum Einsatz. Bei einem 31-jährigen Mann sowie einer 24-jährigen Frau aus Unna sowie einem 19-Jährigen aus Menden gibt es dabei keinen Zweifel ob ihres nächtlichen Ausflugs in die Schöne Flöte.

Nass bis auf die Haut: keine Ausreden für Nachtbadende aus Unna

„Nachdem die Kollegen gegen 3.45 Uhr eintrafen konnte zusammen mit dem Freibadleiter im hinteren Bereich der Anlage an den Sprungtürmen ein Hausfriedensbruch festgestellt werden“, so Stein. Auf frischer Tat ertappt, flüchtete die nächtliche Wassersportgruppe. Prünte nannte am Samstag acht Personen, die Polizei spricht von „mehreren“ Eindringlingen, die über den Zaun gen Billmericher Weg Reißaus nahmen.

Hinzugerufene Einsatzkräfte erwischten die beiden Unnaer kurz darauf im Bereich der Steinbruchstraße. „Kleidung und Haare waren noch nass, da fiel die Ausrede schwer“, sagt Stein. Der Mendener indes stellte sich mehr oder weniger selbst, als er gegen 5.15 Uhr auf der Wache in Unna erschien und mitteilte, dass er sein Handy in der Schönen Flöte verloren habe. Auch da war der Fall dann schnell klar.

Bei 30 Grad und mehr in der Warteschlange stehen: Das sorgte in der Vorwoche mitunter für Frust unter den Wartenden, zumal an den besonders heißen Tagen das Bad an seine Corona-Kapazitätsgrenze gelangte und man dann umsonst anstand. © Greis © Greis

Insgesamt blickt die Polizei im Kreis Unna während der ersten Hitzewelle des Jahres auf eine durchaus einsatzreiche Woche mit Holzwickeder Beteiligung zurück: Zwischen dem 16. und 20. Juni wurden die Beamten sechsmal zur Schönen Flöte beordert, am 17. Juni gar dreimal an einem Nachmittag. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum registrierte die Polizei drei Einsätze im Unnaer Bornekamp-Bad.

Verdruss in der Warteschlange über Einlassbeschränkungen

Zumeist ersuchte die eingesetzte Security um Hilfe, weil es beim Warten auf Einlass zu Auseinandersetzungen kam. Die polizeilichen Maßnahmen reichten von Gesprächen bis Platzverweisen.

Möglicherweise war nicht jedem potenziellen Gast bewusst, dass das Bad durch die Corona-Beschränkungen den normalen Betrieb auf zwei Schichten von 10 bis 14 Uhr und 15 bis 19 Uhr teilt. Je 500 Badegäste sind dann zulässig. Weil davon wiederum nur rund die Hälfte gleichzeitig ins Wasser darf, lässt man nicht mehr Gäste zu, um Warteschlangen an den Beckenrändern zu vermeiden.

Über den Autor
Redaktion Holzwickede
Jahrgang 1985, aufgewachsen auf dem Land in Thüringen. Fürs Studium 2007 nach Dortmund gekommen. Schreibt über alles, was in Holzwickede passiert. 17.000 Einwohner mit Dorfcharakter – wie in der alten Heimat. Nicht ganz: Dort würden 17.000 Einwohner locker zur Kreisstadt reichen. Willkommen im Ruhrgebiet.
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Christian Greis

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