Anwohner in Sorge: Nach SEK-Einsatz ist mutmaßlicher Täter wieder frei

dzNachbarin bedroht

Der sonntägliche SEK-Einsatz in Holzwickedes Mitte war kaum zu übersehen: Ein Mann bedrohte seine Nachbarin mit einem Messer. Nun sind Anwohner besorgt, denn der vermeintliche Täter ist zurück.

Holzwickede

, 31.10.2020, 17:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Um die 80 Schaulustige verfolgten am Nachmittag des 11. Oktober, wie ein Sondereinsatzkommando der Polizei zu einem Mehrfamilienhaus an der Bahnhofstraße anrückte.

Ein 32-Jähriger Bewohner des Hauses hatte eine Nachbarin mit einem Messer bedroht und sich verschanzt. Letztlich ging der Einsatz glimpflich aus, wurde der Mann überwältigt und in Gewahrsam genommen.

Nun hat sich ein Anwohner besorgt bei unserer Redaktion gemeldet, da er den vermeintlichen Täter wieder in der Gemeinde gesichtet hat und sich wundert, wie das nach so einem Vorfall sein könne.

Auf Anfrage bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Dortmund sagt Staatsanwalt Henner Kruse zwar, dass ein entsprechendes Verfahren gegen den Mann noch nicht anhängig sei. Noch würden die polizeilichen Ermittlungen laufen, müsse der 32-Jährige etwa noch vernommen werden. Dennoch ordnet er die Situation ein.

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„Gegen den Mann wird wegen des Verdachts auf Bedrohung ermittelt. Er ist damals nicht in Untersuchungshaft gekommen, sondern wurde nach dem Gesetz für psychisch Kranke wegen Fremdgefährdung in Gewahrsam genommen“, so Kruse. Der 32-Jährige wurde entsprechend in eine psychiatrische Einrichtung gebracht, aus der er kürzlich entlassen worden sei. Das wäre demnach nach einer entsprechenden gutachterlichen Prognose möglich.

„Für eine U-Haft gibt es wiederum zwar festgelegte Haftgründe und Wiederholungsgefahr wäre etwa einer, nicht aber der Tatbestand einer Bedrohung“, so die juristische Einordnung des Staatsanwalts in diesem Fall, die eine U-Haft nicht rechtfertige.

Laut Kruse habe es in der Vergangenheit bereits Verfahren gegen den Mann gegeben, die aber wegen Schuldunfähigkeit jeweils eingestellt worden seien.

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