NABU mahnt: Auch die alten Bäume brauchen Hilfe

dzKlimawandel

16 vertrocknete Jungbäume im Bürgerwald: Diese bittere Bilanz des Dürre-Sommers 2019 wird durch Ersatzpflanzungen zwar aufgefangen. Doch auch den „alten“ Bäumen im Gemeindegebiet geht es nicht gut.

Holzwickede

, 28.10.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie bekommen schon im Juli braune Blätter, ganze Äste verdörren und brechen teilweise urplötzlich ab: Wenn Bäume „Trockenstress“ haben, dann ist das ein dringendes Warnsignal. Eines, das in diesem Dürre-Sommer immer öfter zu beobachten war – und das auch alte, teilweise Jahrzehnte alte Stadtbäume aussenden. Der BUND mahnt, die Altbäume nicht zu vergessen.

Jetzt lesen

„Das ist wunderbar, dass wir die abgestorbenen Jungbäume neu pflanzen, aber wird dürfen nicht vergessen, dass junge Bäume nicht den gleichen Wert wie bestehende, alte Bäume haben“, sagte Frank Weissenberg vom BUND Holzwickede beim Ortstermin am Bürgerwald vor wenigen Tagen. Die Holzwickeder Grünen hatten dazu eingeladen, gemeinsam mit der Umweltbeauftragten der Gemeinde, Tanja Flormann, und Bürgern über langfristige Lösungen für das Vertrocknen junger Bäume im Bürgerwald zu diskutieren. Eine Diskussion, die der BUND begrüßt, gleichzeitig aber auch ergänzt: „Wir dürfen den Altbestand an Bäumen in Holzwickede nicht vergessen. Diese Altbestände haben einen Wert, den keine Neuanpflanzung schnell erreichen kann“, sagte Weissenberg. Es liegt auf der Hand, dass ein 80 Jahre alter Baum weit mehr Sauerstoff produziere als ein junger, frisch gepflanzter Baum.

NABU mahnt: Auch die alten Bäume brauchen Hilfe

Für die 16 im Sommer 2019 vertrockneten Jungbäume im Bürgerwald werden am 3. November Ersatzbäume gepflanzt. © Anna Gemünd

Doch gerade die alten Bäume leiden im Stadtbild oft nicht nur unter der Trockenheit. Ihre Baumscheiben, also der Bereich, der rund um den Stamm von lockerem Erdboden ist, seien oft viel zu klein, meint Weissenberg. Gerade Straßenbäume litten unter der sogenannten Verdichtung des Bodens durch Asphalt. Je weniger Platz der Baum für seine Wurzeln habe, umso schwieriger stelle sich seine Versorgungssituation dar. „Wenn man Stadtbäume langfristig erhalten will, kommt man nicht umhin, die Baumscheiben zu vergrößern“, rät der BUND-Vertreter.

Das allerdings stellt sich im Alltag oftmals als unmöglich heraus, wie die Umweltbeauftragte Tanja Flormann erklärte: „Das ist sehr schwierig, weil man dann logischerweise etwas anderes dafür wegnehmen muss, beispielsweise Platz für Fußgänger oder Fahrradfahrer.“ Bei Neubauvorhaben sei es aber mittlerweile selbstverständlich, auf die entsprechende Größe der Baumscheiben zu achten.

NABU mahnt: Auch die alten Bäume brauchen Hilfe

Als Faustregel gilt: Der Durchmesser der Baumscheibe sollte dem der Krone entsprechen – das ist bei diesem Baum an der Hauptstraße definitiv nicht der Fall. © Anna Gemünd

Welche Dimensionen dies für Bäume im Altbestand bedeute, zeigt die Empfehlung, die Fachleute für die Größe einer Baumscheibe geben: Als Faustregel gilt, dass der Durchmesser von Baumscheibe und Baumkrone weitestgehend übereinstimmen sollte. Heißt: Was der Baum oben an Breite hat, sollte er auch unten für seine Wurzeln zur Verfügung haben. Bei einer 80 Jahre alten Buche mit großer Krone sind das schnell mehrere Meter – Platz, der im oftmals beengten Straßenraum gar nicht mehr vorhanden ist.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Neue Gottesdienstordnung

Katholische Kirche: Holzwickeder Gläubige kritisieren die Gestaltung „von oben“

Hellweger Anzeiger Verkehrsausschuss zur Mozartstraße

Holzwickedes SPD-Fraktion spielt sich selbst einen Schildbürgerstreich

Meistgelesen