Kita-Leiter Thomas Kupke ist mit seinem neuen Arbeitsplatz vollauf zufrieden. Dass die Kinder im weitläufigen Außenbereich mehr Platz als vorgeschrieben haben, freut ihn besonders. © Udo Hennes
Kinderbetreuung

Mit Video: Das unterscheidet die neue von der alten Kita „Schatzkiste“

Seit knapp einem Monat ist die neue Kita „Schatzkiste“ an der Unnaer Straße in Betrieb. Für die Kinder und die Belegschaft hat sich mit dem neuen Standort enorm viel verändert.

So schön die neue Kindertagesstätte auch ist, für die fünfjährige Amelie gibt es einen klaren Kritikpunkt: „Zu Hause beschwert sie sich schon mal, dass sie nicht länger in der Kita bleiben darf“, sagt Mama Jana Plaeßmann. Amelie wird dieses Jahr eingeschult und die neue Einrichtung nur noch wenige Wochen besuchen.

Jana Plaeßmann indes wird in der neuen Kita an der Unnaer Straße weiterhin ein- und ausgehen, ist sie als Hauswirtschafterin doch für die Verpflegung der Kinder zuständig. Frühstück und Mittag wird in Kürze vor Ort in einer neuen Küche täglich zubereitet, hier liegt die Einrichtung in den letzten Zügen. „Da freue ich mich schon drauf, der Küchenbereich wird eine große Erleichterung“, sagt Plaeßmann.

Eine feste Essenszeit, an dem der Nachwuchs am Tisch Platz nehmen muss, gibt es übrigens nicht: „Wir geben einen Zeitrahmen vor, denn es ist doch so, dass Kinder mitunter in ein Spiel vertieft und konzentriert sind und dann reißt man sie aus ihrer Aktivität. Wir spielen stattdessen ein Lied als Signal, dass jetzt der letzte Zeitpunkt ist, um noch zu essen“, sagt Kita-Leiter Thomas Kupke.

Die Kinder sollen früh eigenverantwortlich denken und handeln und die Essenszeiten sind dafür nur ein Beispiel. So ist die Kindertagesstätte schon baulich dafür ausgelegt, keine festen Gruppen zu bilden. Lediglich die ganz Kleinen ab vier Monaten bis zwei Jahren bleiben für sich. „Bei den Zwei- bis Dreijährigen beginnt dann schon ein Übergangsphase, können die Kinder auch mal zu den Älteren“, so der 43-Jährige Kita-Chef.

Kita „Schatzkiste“

Nachfrage ist enorm

  • 75 Kinder werden in der neuen Kita betreut. Die Nachfrage ist hoch: Alleine im U3-Bereich sind fürs kommende Kita-Jahr dreimal so viele Anfragen eingegangen, wie besetzt werden können.
  • „Das hat weniger mit der Qualität zu tun, die auch in den anderen Kitas im Ort hervorragend ist“, sagt Kupke, sondern sei einfach auf das neue Gebäude zurückzuführen.
  • Zum Team um Kita-Leiter Kupke gehören 16 weitere Kräfte – von der Pädagogin bis zur Hauswirtschafterin.
  • Die Einrichtung liegt in Trägerschaft des Kindergartenwerkes des Evangelischen Kirchenkreises Unna.

Themenräume statt fester Gruppen

Die Ü3-Kinder indes haben jeden Tag die freie Wahl, ihre Zeit in fünf verschiedenen Aktivitätsräumen unter Aufsicht zu gestalten: Forscher-, Musik-, Atelier-, Bau- und Rollenspielraum bedienen mit ihren Einrichtungen jeweils die Interessen des Nachwuchses, die sich bei Kindern von heute auf morgen ändern können.

Dazu kommt ein großer Bewegungsraum. „Quasi die Turnhalle, die wir am alten Standort gar nicht hatten“, sagt Kupke. So richtig toben, das war bis dato nur einmal die Woche möglich, wenn es in die Halle der benachbarten Paul-Gerhardt-Grundschule ging.

Im Außenbereich entsteht momentan noch der Parkplatz zum Bringen und Holen der Kinder. Bislang dient der Parkstreifen an der Unnaer Straße den meisten Eltern als Alternative. © Udo Hennes © Udo Hennes

Für das Konzept der offenen Betreuung hat man sich auch in Absprache mit den Eltern im Vorfeld entschieden. „Da war natürlich auch im Team eine gewisse Unsicherheit da, weil es eine Umstellung bedeutet“, so der Kita-Leiter. Für ihn liegen die Vorteile aber auf der Hand, da die Kolleginnen einen Fokus auf Themenräume legen können, die den eigenen Stärken entsprechen – zum Beispiel bei der musikalischen Frühbildung.

Gut eineinhalb Jahre war die Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS) mit dem gut 2,4 Millionen teuren Gebäude in reiner Bauzeit befasst. Neben kleineren Innenarbeiten werden derzeit auch im Außenbereich letzte Arbeiten erledigt, entsteht aktuell noch der Parkplatz für das Bringen und Holen der Kinder.

Am Freitag vor Pfingsten trafen sich UKBS-Geschäftsführer Matthias Fischer (2.v.r.) und Hermann Schiefer (Geschäftsführer ev. Kindergartenwerk, l.) zur offiziellen Schlüsselübergabe im Beisein von Bürgermeisterin Ulrike Drossel, Landrat und UKBS-Vorsitzendem Mario Löhr und UKBS-Aufsichtsrat Theo Rieke (r.). © UKBS/Heimsath © UKBS/Heimsath

Corona-Beschränkungen fallen im Juni

Neben der Vorfreude auf den 7. Juni, wenn die derzeitigen Corona-Beschränkungen etwa bei den Betreuungszeiten aufgehoben werden, darf dann auch der Sommer kommen. Nicht ohne Stolz sagt Thomas Kupke: „Der Außenbereich ist größer als vorgeschrieben. Hier finden die Kinder auch Rückzugsorte.“ Und er hofft zu sehen, was am alten Standort an der Schwerter Straße nie möglich war: „Da hat keiner Fußball gespielt, einfach weil draußen kein Platz dafür war.“

Über den Autor
Redaktion Holzwickede
Jahrgang 1985, aufgewachsen auf dem Land in Thüringen. Fürs Studium 2007 nach Dortmund gekommen. Schreibt über alles, was in Holzwickede passiert. 17.000 Einwohner mit Dorfcharakter – wie in der alten Heimat. Nicht ganz: Dort würden 17.000 Einwohner locker zur Kreisstadt reichen. Willkommen im Ruhrgebiet.
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Christian Greis

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