Inklusion

Mit Technik aus Holzwickede: Zoo in Bochum wird behindertenfreundlicher

Einen Zoobesuch können manche Menschen mit Behinderung nicht so sorglos genießen, wie es die meisten Besucher tun. Mit Hilfe eines Holzwickeder Unternehmens ist ein Projekt realisiert worden, das Abhilfe schafft.
Im Tierpark Bochum können Sehbehinderte ab jetzt mit einer App einen ganz neuen Zoobesuch erleben. Unterstützt wurde das Projekt unter anderem vom Unternehmen Hoba Steel in Holzwickede. © Privat

Damit es Behinderte beim Zoobesuch leichter haben, hat ein Projektteam jetzt ein innovatives System entwickelt. Analoge und digitale Eindrücke verschmelzen dadurch zu einem multimedialen Zooerlebnis. Beteiligt waren an dem Projekt auch Vertreter aus Holzwickede.

Zu dem Projektteam zählen neben dem Tierpark Bochum und dem Fossilium Bochum auch das EDV-Beratungsunternehmen Netzfactor aus Bochum und Vertreter des Holzwickeder Unternehmens Hoba Steel mit Sitz an der August-Borsig-Straße. Der heimische Betrieb hat unter anderem mehrere Edelstahltische und ein Blindenleitsystem zu dem Projekt beigesteuert.

Blinde und Sehbehinderte können sich per App besser im Zoo zurechtfinden

Ein Zoobesuch sieht mit der Technologie so aus: Blinde und sehbehinderte Menschen finden bereits am Tierpark-Eingang ein verlegtes Blindenleitsystem, das ihnen die Orientierung durch den Park erleichtert. Das Wegenetz ist zusätzlich als digitale, taktile Karte in der App hinterlegt. Vibrationen und ein Audioassistent signalisieren die Wegeführung. Das Leitsystem führt zu den insgesamt sieben Erlebnisstationen an ausgewählten Tieranlagen im Park.

„Die Mitwirkung an diesem Forschungsprojekt ist für uns eine besondere Herzensangelegenheit“, betont Malin Gerhards, Geschäftsführerin von Hoba Steel. „Wir beraten und unterstützen täglich städtische und kulturelle Institutionen bei der barrierefreien Gestaltung ihrer Räumlichkeiten. Der Umfang des inklusiven Angebots für ein so diverses Publikum sowie die sinnvolle Verbindung digitaler und realer Elemente ist bei diesem Projekt jedoch einmalig.“

Die von Hoba Steel stammenden interaktiven Stationstische in Kombination mit der App sind das Herzstück des Projektes, das unter dem Arbeitstitel „Ambient Information for all“ läuft und vom NRW-Wirtschaftsministerium ausgezeichnet wurde. Alle Stationstische sind zudem für Rollstuhlfahrer unterfahrbar und die Tastmodelle sowie Beschilderung in bequem erreichbarer Höhe angebracht.

Kinder finden in der App zum Beispiel kleine Lernspiele, Quizaufgaben und Erklärvideos. Altersunabhängig ist die Begeisterung für die digitalen Tieranimationen, die über die Handykamera auf dem Bildschirm auftauchen und zum Greifen nahe scheinen. Videos mit Untertiteln bringen Hörgeschädigten zudem besonderes Tierwissen näher, während verlegte Induktionsschleifen zum Beispiel das Bellen von Erdmännchen für Hörgerät-Träger hörbar machen.

Unna am Abend

Täglich um 18 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.