Mit Pinsel, Föhn und Rundbürste: Was den Beruf eines Hair- und Make-Up-Artists ausmacht

dzHair- und Make-Up-Artist

Anna Gasch ist eine bekannte Hair- und Make-Up-Artistin aus Holzwickede. Dabei richtet sie nicht nur Bräute für deren großen Tag her, sondern arbeitet auch an internationalen Projekten mit.

von Kyra Molinari

Holzwickede

, 15.06.2019, 19:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was macht eigentlich ein Hair- und Make-up-Artist? Die Antwort findet man in Holzwickede bei Anna Gasch, sie ist beruflich spezialisiert auf Frisuren und kunstvolles Schminken und auch über den Umkreis von Holzwickede schon bekannt. Häufig, aber nicht immer, schminkt und frisiert sie Bräute an deren großem Tag, aber zu den spannenden Themen ihres Berufs zählen auch Fotoshootings mit Designern.

Doch wie fängt man diesen Beruf eigentlich an? „Ich habe mich schon immer leidenschaftlich für das Schminken interessiert, aber leider war der Beruf des Hair- und Make-up-Artists in meiner Jugend noch kein Ausbildungsberuf“, erzählt Anna Gasch. Also hat sie erst einmal eine Ausbildung im Einzelhandel gemacht. Den Beruf übt sie auch heute noch aus. Selbstständig arbeitet sie meist am Wochenende, ihr „Büro“, bestehend aus Schminktisch und einer ganzen Batterie an Föhnen und Bürsten, hat sie zuhause. Als ihr Kind zur Welt kam, hatte sie endlich Zeit, sich beruflich ihrer Leidenschaft zu widmen: „Die Ausbildung kann man in Vollzeit oder Teilzeit machen. Ich habe Teilzeit gewählt, dann gibt es an 10 Wochenenden Blockseminare zum Thema.“ Seit fünf Jahren ist sie nun selbstständig tätig.

Mit Pinsel, Föhn und Rundbürste: Was den Beruf eines Hair- und Make-Up-Artists ausmacht

Make-Up-Artist Anna Gasch stylt Modell Katharina Reimenn die Haare. © Udo Hennes

Die meiste Zeit nehmen ganz klar die Bräute in Anspruch, gerade jetzt im Frühsommer, wenn die Hochzeitssaison wieder beginnt. Die meisten entscheiden sich für ein dezentes Tages-Make-Up und eine Hochsteckfrisur, bei beidem richtet Anna Gasch sich natürlich nach den Wünschen der Braut.

Und was passiert bei Shootings, wenn sie also nicht gerade eine Braut herrichtet? Da gibt es zweierlei Möglichkeiten: Entweder es findet ein normales Shooting statt oder ein sogenanntes Test-Shooting. Bei Ersterem besprechen zuvor Artist, Designer und Fotograf ihre Vorstellungen von dem, wie das Model am Ende aussehen sollte. „In manchen Fällen wird mir dabei freie Hand gelassen, meistens hat der Kunde aber ein Bild vor Augen, wie das Foto aussehen sollte“, erklärt Gasch.

Bei einem Test-Shooting läuft es etwas anders. Hier kommt meist das Model oder der Fotograf auf den Artist zu und dann wird zusammen ein Look kreiert. Das ist nicht so stressig wie ein normales Shooting, weil es dabei nicht auf Zeit ankommt. Bei einem Test-Shooting nehmen sich alle Beteiligten viel Zeit, um einen spannenden Look zu entwerfen. Dafür gibt es allerdings auch keine Bezahlung im ursprünglichen Sinn, sondern als Resultat steht am Ende das Foto, dass dann Model, Artist und Fotograf verwenden können, um für sich zu werben.

Eines ihrer spannendsten Projekte war im vergangenen Jahr bei einer Modenshow mit mehreren internationalen Designern in Hagen. Dafür musste Gasch sich mehrere Wochen im Voraus vorbereiten. Für die Shootings fährt sie sonst meistens bis nach Mannheim, diesen langen Weg nimmt sie aber gern in Kauf. Bei solchen Jobs kann sie immer gut Kontakte knüpfen.

Mit Pinsel, Föhn und Rundbürste: Was den Beruf eines Hair- und Make-Up-Artists ausmacht

Zu den wichtigsten Utensilien eines Make-Up-Artists zählt eine große Auswahl von Pinseln... © Udo Hennes

Aber auch abseits der Shootings ist ihr Beruf sehr vielfältig: Manchmal schminkt sie Firmenmitarbeitern ein Tages-Make-Up für Firmenfotos, Interessierte können bei ihr aber auch Workshops oder Schminkpartys buchen. „Das kann man sich dann wirklich wie im Film vorstellen, vier Freundinnen sitzen hier bei mir vor dem Spiegel und ich gebe ihnen Tipps“, freut sich Gasch. Auch Pinselkunde, also welcher Schminkpinsel wofür verwendet wird, Einzelcoachings oder eine Typberatung sind bei Gasch buchbar.

Mit Pinsel, Föhn und Rundbürste: Was den Beruf eines Hair- und Make-Up-Artists ausmacht

...und Farben zum Schminken. © Udo Hennes

Ein so kreativer Beruf braucht allerdings auch viel Inspiration: „Die nehme ich meistens von anderen Artists, aber auch von Instagram, Fashionshows oder Fortbildungen.“ Denn um ihren Kundinnen immer wieder die neuesten Trends bieten zu können und auf dem Laufenden zu bleiben, besucht Gasch mindestens zwei Fortbildungen im Jahr. „Es kommen ja immer wieder neue Arbeitstechniken auf dem Markt“, führt sie aus.

Am häufigsten sitzen aber doch die Bräute bei ihr vor dem Schminkspiegel. „Aber das mache ich ja auch sehr gerne, und solange mir am Ende noch genug Zeit für Shootings bleibt, bin ich vollauf zufrieden“, meint Gasch.

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