Auf dem Holzwickeder Wochenmarkt sind wegen Corona schon Rentner umgekippt

dzHandel

Der Wochenmarkt in Holzwickede hat sich durch die Corona-Krise verändert. Wie eine Händlerin erklärt, gab es dort in den vergangenen Wochen durchaus unerfreuliche Zwischenfälle.

Holzwickede

, 11.07.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mal eben auf den Marktplatz gehen und sich frische Blumen oder Lebensmittel kaufen, das gehört für viele Holzwickeder am Freitagvormittag dazu. Unsere Redaktion hat in dieser Woche den Markt besucht – und Händler gefragt, wie sich die Situation vor Ort seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie entwickelt hat.

Die Blumenhändlerin Janine Riemer hat die Lage in den vergangenen Wochen beobachten können, hat mit ihrem Stand des Dortmunder Blumenladens Hoffmann einen guten Blick auf einen Teil des Marktes.

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Wie sie erzählt, hat sich die wirtschaftliche Lage auf dem Wochenmarkt seit Ende des harten Lockdowns noch nicht ganz erholt. Viele Kunden meiden ihn momentan noch. „Wir glauben, dass die meisten Menschen noch Angst haben“, sagte Riemer. Diejenigen, die trotz Corona den Markt besuchen, hielten sich mehrheitlich an die Mundschutzpflicht.

Die Marktbesucher gehören meist zur Risiko-Gruppe

An diesem Freitag, bei bewölktem Himmel und verhältnismäßig niedrigen Temperaturen, sei das Tragen von Masken kein Problem. An besonders sonnigen Freitagen habe sie sich zuletzt aber immer wieder um die Gesundheit mancher Kunden gesorgt. „Die meisten Markt-Besucher sind ältere Menschen, die zur Risiko-Gruppe gehören“, erklärte Riemer.

Die Markt-Händlerin Janine Riemer (rechts) hat sich in den vergangenen Wochen mehrfach um Kunden gesorgt, die beim Tragen eines Mundschutzes an heißen Tagen Kreislauf-Probleme hatten.

Die Markt-Händlerin Janine Riemer (rechts) hat sich in den vergangenen Wochen mehrfach um Kunden gesorgt, die beim Tragen eines Mundschutzes an heißen Tagen Kreislauf-Probleme hatten. © Carlo Czichowski

„Wenn es richtig heiß wurde, dann kam es schon mal vor, dass hier welche umgekippt sind“, erzählte die Blumenhändlerin. Das habe mit den Masken zu tun gehabt: Vor allem ältere Menschen würden sich immer wieder beklagen, dass sie beim Tragen der Maske kaum Luft bekommen.

„Die Holzwickeder waren vor einigen Wochen noch disziplinierter“

Sie sieht die Maskenpflicht aus einem weiteren Grund kritisch: „In den ersten Wochen nach dem Lockdown haben sich eigentlich alle an die geltenden Abstandsregeln gehalten“, berichtete die Marktbeschickerin, durch die Masken würden die meisten Menschen wieder enger beieinander stehen.

Geld in den Blumentopf, Eier werden festgesaugt: Der Landwirt Hans-Joachim Redix aus Holzwickede legt bei seinem Marktstand in der Corona-Zeit viel Wert auf Kontaktlosigkeit – und ist dabei recht erfinderisch.

Geld in den Blumentopf, Eier werden festgesaugt: Der Landwirt Hans-Joachim Redix aus Holzwickede legt bei seinem Marktstand in der Corona-Zeit viel Wert auf Kontaktlosigkeit – und ist dabei recht erfinderisch. © Carlo Czichowski

Der Holzwickeder Landwirt Hans-Joachim Redix, der ein paar Stände weiter Eier, Kartoffeln und Zwiebeln verkauft, pflichtet ihr bei: „Im Großen und Ganzen sind die Holzwickeder sehr diszipliniert. Aber vor ein paar Wochen waren sie auf jeden Fall noch disziplinierter.“

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Um die Hygieneregeln einzuhalten, legt er sehr viel Wert auf einen kontaktlosen Service: Das Geld müssen Kunden in einen kleinen Blumentopf werfen, Eier werden während des Verkaufs nicht angefasst, sondern mithilfe eines Saugwerkzeugs in den Karton gepackt.

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