Parken nur für Autos: An der Nord- und Hauptstraße sieht die Mehrheit der Holzwickeder Ratsfraktionen keinen Platz für Fahrräder. © Greis
Meinung

Mehr Fahrradstellplätze: Nein von CDU, SPD und FDP ist eine Frechheit

Damit ein Klimaschutzkonzept nicht allein Papier hehrer Ideen bleibt, muss man schon etwas davon umsetzen. Dass nun eine vergleichsweise kleine Maßnahme direkt durchfällt, ist eine Farce, meint unser Autor.

Gut fand es der neue Klimamanager kürzlich im Interview mit unserer Redaktion, dass in Holzwickede ein fertiges Klimaschutzkonzept zum „Anpacken“ vorliegt. Am Montag saß Felix Sprenger erstmals im Umweltausschuss und senkte den Kopf, als drei Fraktionen mit knapper Mehrheit gegen den Tausch vier Pkw-Parkplätze für 16 Radstellplätze votierten.

Ich an Sprengers Stelle hätte in dem Moment wahrscheinlich sogar in die Tischkante gebissen. Bei allem Respekt: Das Nein von CDU, SPD und FDP ist eine Frechheit.

Diese vermeintliche Mini-Maßnahme pro Radfahrer hätte keinen Autofahrer zur Weißglut gebracht. Warum ich das weiß? Weil ich im Dienst das Auto brauche und noch immer einen Parkplatz in Holzwickede gefunden habe. Kostenlos! Ich trete auch gerne ins Pedal und was ich nicht kann: Mein Rad vor Bäcker Grobe abschließen. Ich kann es auf den Bürgersteig stellen und den Zorn der Passanten auf mich ziehen.

Mehr Klimaschutz und eine bessere Radinfrastruktur – dafür haben im Kommunalwahlkampf 2020 alle Parteien geworben. Sie haben für ein Klimaschutzkonzept gestimmt, das nun von drei Fraktionen konterkariert wurde, bevor der Klimamanager richtig loslegen konnte. Felix Sprenger wird es wissen, aber zur Erinnerung für die Politik, was auf Seite 71 im Klimaschutzkonzept noch steht: „Langfristige Parkraumbewirtschaftung auf öffentlichen Parkplätzen.“ Das kann noch heiter werden…

Über den Autor
Redaktion Holzwickede
Jahrgang 1985, aufgewachsen auf dem Land in Thüringen. Fürs Studium 2007 nach Dortmund gekommen. Schreibt über alles, was in Holzwickede passiert. 17.000 Einwohner mit Dorfcharakter – wie in der alten Heimat. Nicht ganz: Dort würden 17.000 Einwohner locker zur Kreisstadt reichen. Willkommen im Ruhrgebiet.
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Christian Greis

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