Markierungen, die das Parken unterbinden, sollen an der Sölder Straße den Verkehrsfluss verbessern. Die Gemeinde Holzwickede holt nun Bürger mit ins Boot. Sie können sich zu dem Vorhaben äußern.

Holzwickede

, 17.12.2018, 14:36 Uhr / Lesedauer: 3 min

Drei Gutachterbüros haben den Verkehr auf der Sölder Straße bereits untersucht. Der unabhängige Holzwickeder Bürgerblock (BBL) hat eigene Verkehrszählungen durchgeführt. Bürger haben sich bei Veranstaltungen und mittels Leserbriefen zu Wort gemeldet. Immer ging es dabei um den derzeitigen Verkehr und darum, was passiert, wenn der Wohnpark Emscherquelle auf dem Gelände der ehemaligen Emscherkaserne zum einen bebaut wird (Baufahrzeuge) und zum anderen bewohnt wird (zusätzlicher Anwohnerverkehr).

Die Fachgutachter waren sich zwar einig und erklärten unisono, dass die Sölder Straße sowohl der aktuellen als auch der zukünftigen Belastung durchaus gewachsen sei. Dass bei diesem Ergebnis die Meinung der Gutachter und die der Anwohner sowie der Kritiker des Baugebietes weit auseinanderklaffen, hatte sich Anfang November in einer Bürgerinformationsveranstaltung im Schulforum gezeigt. Diese sehr gut besuchte Veranstaltung hatte auch dazu geführt, dass der BBL selber tätig wurde und noch im selben Monat eine eigene Verkehrszählung durchführte (wir berichteten).

Gutachter sprechen Markierung als Empfehlung aus

Die Fachgutachter sprachen aber eine Empfehlung aus, die nun im kommenden Jahr laut Gemeindeverwaltung umgesetzt werden soll. Die Rede ist von Markierungen, die zu einer Entlastung der Verkehrssituation führen sollen. Dort, wo die Markierungen aufgebracht werden, wird das Parken nicht mehr möglich sein.

Markierungen auf der Sölder Straße - und der Verkehr soll besser fließen

Die Karte zeigt die Sölder Straße zwischen der Einmündung Hauptstraße (r.) und der Straße Breiter Weg (l.). Auf der Nordseite sind Markierungen geplant. Markiert werden soll auch der Einmündungsbereich Breiter Weg. © Stepmap

Gemeinsam mit der zuständigen Straßenverkehrsbehörde des Kreises Unna hat die Kommunalverwaltung die Situation an der Sölder Straße noch einmal in Augenschein genommen und nun zwei Vorschläge für Markierungen erarbeitet. So sollen eine 20 Meter und eine 25 Meter lange Grenzmarkierung für Halt- bzw. Parkverbote auf der Nordseite der Sölder Straße angebracht werden. Pkw und Lkw sollen sich im Begegnungsfall besser ausweichen können.

Eine weitere Markierung soll als Sperrfläche im Einmündungsbereich Sölder Straße/Breiter Weg auf die Fahrbahn aufgebracht werden. Der hier lange Zeit angedachte Kreisverkehr wurde wie berichtet bereits von den Fachleuten für nicht notwendig erklärt und verworfen. Die markierte Sperrfläche soll nun dazu dienen, die Abbiegesituation eindeutiger und übersichtlicher zu gestalten.

Markierungen auf der Sölder Straße - und der Verkehr soll besser fließen

Wer nach links von der Sölder Straße kommend in die Hauptstraße einbiegen möchte, muss warten. © UDO HENNES

Die Verwaltung wird die Anwohner nach eigener Aussage mittels Brief über die Maßnahme informieren. 169 Briefe sollen verschickt werden. Bis zum 16. Januar haben diese Anwohner die Möglichkeit, sich im Vorfeld zu äußern und der Verwaltung Anregungen und Bedenken mitzuteilen.

Bürger befürchten das Chaos auf der Sölder Straße

Anwohner sehen die Bebauung des ehemaligen Kasernengeländes mit Sorge. Immer wieder beklagen sie, dass bereits jetzt die Sölder Straße überbelastet ist, Begegnungsverkehr nur schwer möglich ist. Ein Anwohner hatte in der Bürgerinformationsveranstaltung erklärt, er müsse dreimal hinter parkenden Fahrzeugen einbiegen und Gegenverkehr vorbei lassen bis er an der Einmündung Hauptstraße angekommen sei. Und die Hauptstraße sei von der Sölder Straße aus gesehen nur sehr schwer einsehbar. „Sie sollten unsere Meinung auch mal annehmen“, schimpfte der Bürger, dass das Ergebnis der Gutachter „nichts mit der Realität zu tun hat.“ Auch aus den Reihen der Politik gab es kontra. So erklärte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Friedhelm Klemp, dass der Begegnungsverkehr das große Problem sei. Die Ergebnisse der Gutachter bezeichnete er als Theorie und führte an: „In der Praxis sieht es anders aus“. Kritik gab es auch von der FDP, die einen Beobachtungszeitraum von drei Tagen für das Gutachten für zu gering erachtet.

Der Wohnpark Emscherquelle entsteht

Mittlerweile haben die ersten Abrissarbeiten auf dem 8,8 Hektar großen Gelände begonnen. Der Wohnpark Emscherquelle entsteht. Geplant ist eine Wohnraumbebauung mit 15 freistehenden Einfamilienhäusern, 114 Doppelhaushälften, sechs Reihenhäusern und sechs Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 66 Wohnungen.

Markierungen auf der Sölder Straße - und der Verkehr soll besser fließen

Die ersten Abbrucharbeiten auf dem ehemaligen Kasernengelände haben begonnen. © Marcel Drawe

Während der Bauphase soll der Verkehr laut Andreas Häcker Projektleiter von Wilma Wohnen West über zwei Routen erfolgen. Die erste Route betrifft Pkw und Leichttransporter und eigne sich keinesfalls für Lkw: Diese Route führt vom Baugebiet über die Schäferkampstraße und Gottlieb-Daimler-Straße in Richtung Bundesstraße 1. Die zweite Route müssen Lkw nehmen, da die anderen Routen für sie wegen Brücken und Engstellen nicht befahrbar sind: Diese Route führt von der Margaretenstraße aus über die Landskroner- und Römerstraße in Richtung Süden. Da aber vor Ort auf dem Gelände das Abbruchmaterial gebrochen und als Straßenunterbau genutzt werden soll, sollen keine größeren Lkw-Fahrten erforderlich werden.

Der Verkaufsstart des ersten Bauabschnitts ist für Anfang des dritten Quartals 2019 angedacht. Die geplante Gesamtfertigstellung soll voraussichtlich 2024 sein.

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