Magnet für Arbeitnehmer: Warum Holzwickede eine Hochburg für Pendler ist

dzWirtschaft in Holzwickede

Ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung in Holzwickede wohnt nicht in der Gemeinde. Die Gründe dafür sind vielschichtig, einer sticht jedoch hervor.

Holzwickede

, 23.10.2020, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Holzwickede ist ein beliebter Arbeitsort, das hat die Pendlerstatistik für Nordrhein-Westfalen gezeigt. Im Landesvergleich liegt die Gemeinde bei den Einpendlern sogar auf Platz eins. Rund 85 Prozent der Beschäftigten in Holzwickede fahren täglich nur für ihre Arbeit in die Gemeinde.

„Das ist wirklich ein Phänomen“, sagt Bürgermeisterin Ulrike Drossel. In ihren Augen liegt die Beliebtheit mitunter an den vielen Arbeitsplätzen, die im EcoPort geschaffen wurden. „Oder auch an großen Arbeitgebern wie Montanhydraulik, die hier ansässig sind.“ Auch in der Verwaltung säßen einige, die aus Soest oder der näheren Umgebung kommen.

Mit den großen Firmen wären auch die Arbeitnehmer gekommen, die täglich nach Holzwickede einpendeln. Die Statistik zeigt, dass die meisten Pendler täglich eine Strecke von rund 20 Kilometern zur Arbeit fahren.

Beliebter Ort zum Wohnen

Aber heißt das im Umkehrschluss, dass in der Gemeinde nicht genügend Wohnplatz für die Berufstätigen zur Verfügung steht? „Nicht unbedingt“, sagt Drossel. Denn nicht jede Familie zieht dem Unternehmen hinterher, wenn es sich einen neuen Standort sucht.

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„Eine Familie, die sich in einer Stadt bereits angesiedelt und eingelebt hat, die dort soziale Kontakte geknüpft hat, die nimmt auch ein Stück Weg zur Arbeit in Kauf.“ Die Firmen siedeln sich also hier an, allerdings nicht zwingend auch die Familien.

Gleichzeitig zeigt der Blick auf die Zahlen aber auch: In Holzwickede wohnen auch viele, die gar nicht in der Gemeinde arbeiten. „Ich kenne auch viele Leute, die täglich nach Essen pendeln“, sagt Drossel.

Die Gemeinde ist ein beliebter Wohnort. Wer sich erst einmal in Holzwickede angesiedelt hat, zieht ungerne wieder weg – auch wenn der Arbeitsplatz durch Fusionierungen oder andere Maßnahmen in eine andere Stadt zieht. Rund 77 Prozent der Holzwickeder verlassen täglich zum Arbeiten die Gemeinde.

Arbeiter aus Corona-Hotspots, aber kein Corona

Interessant ist auch der Blick auf die Corona-Lage in der Emschergemeinde. Die steigenden Zahlen in Deutschland wurden in jüngster Zeit gerne auch mit den Pendlern in Verbindung gebracht, die das Virus angeblich über die Grenzen ihrer Heimat hinaustragen. In Holzwickede zeigt sich jedoch: Das muss nicht unbedingt zusammenhängen.

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Die Gemeinde zeigt im Kreis-Vergleich nur wenig positiv getestete Fälle. Dabei kommen täglich Pendler aus den Hot Spots rundherum zum Arbeiten in die Gemeinde.

Laut Drossel könne das mitunter an der „Besonnenheit der Holzwickeder“ liegen, die das Thema Corona mit Vorsicht angehen - mitunter auch, weil in der Gemeinde so viele ältere Menschen leben.

Sie selbst möchte vor allem ihre Verwaltung dafür loben, wie gut die Abstandsregeln eingehalten werden. „Das funktioniert echt super, auch wenn wir natürlich sowohl im privaten als auch wirtschaftlichen Bereich ein paar Lücken haben.“

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