Lkw statt Flughafenparker: „Chaotische Zustände“ an der Friedrich-Ebert-Straße

dzBrückenabriss

Seit Montag ist die Kurze Straße gesperrt, weil dort die Brücke über die Bundesstraße B1 abgerissen wird. Gleich am ersten Tag kam es zu „chaotischen Zuständen“.

Holzwickede

, 20.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Flughafenparker waren gestern, jetzt kommen Lastwagen: Ein Reizthema, das eigentlich vor allem die Anwohner rund um das Wohngebiet Mozartpark in Atem hält, beschäftigte am Montag auch die Anwohner der Friedrich-Ebert-Straße: LKW-Fahrer, die Verkehrsschilder missachten.

Ein Anwohner, der sich bei unserer Redaktion meldete, sprach von „chaotischen Zuständen“, die er am Montagvormittag aus dem Fenster heraus beobachtet habe. Die unerwünschten Flughafenparker sind die Anlieger durch die Baustelle auf der Kurzen Straße vorerst los. Dafür fuhren sich dort am Montag zahlreiche Lastwagen fest, die auf dem Weg in den Holzwickeder Norden waren.

Lkw statt Flughafenparker: „Chaotische Zustände“ an der Friedrich-Ebert-Straße

So sieht es derzeit auf der anderen Seite der B1-Brücke aus. Die zuständige Baufirma bereitet dort den Abriss vor. © Carlo Czichowski

Sie suchten ihren Weg über die seit Montag gesperrte Kurze Straße. Dort wird derzeit der Abriss der B1-Brücke vorbereitet. Zum Hintergrund: Für Lastwagen ist die Einfahrt auf die Friedrich-Ebert-Straße ohnehin tabu. Entsprechende Straßenschilder gibt es dort schon seit Langem.

LKW-Fahrer rangiert auf Sackgassen-Kreuzung

Trotzdem verirrten sich einige Lastwagenfahrer am Montag dort hinein. Kurz vor dem Baustellenschild war für sie dann Endstation. Mühsam rangierte gegen Mittag ein 7,5-Tonner an der kleinen Kreuzung zum Krummen Weg hin und her. Nach etwa ein bis zwei Minuten hatte er das aufwendige Drehmanöver und die Friedrich-Ebert-Straße dann hinter sich.

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Wie Michael Arnold aus dem Sachgebiet Verkehrssicherung beim Kreis Unna auf Nachfrage erklärte, ist das ein Ärgernis: „Das zeigt wieder, wie gut Verkehrsschilder in Deutschland beachtet werden. Nämlich gar nicht“, sagte er bezüglich der herumirrenden LKW.

Für PKW-Fahrer müsste der Sachverhalt klar sein

Wie er klar stellte, sei die Beschilderung rund um die Kurze Straße in rechtlicher Hinsicht ausreichend. Zwingend notwendig ist nach seinen Angaben auf der Friedrich-Ebert-Straße lediglich ein Sackgassenschild, das die Baustelle ankündigt. Das war am Montag bereits angebracht. Für Auro-Fahrer müsste der Sachverhalt damit klar sein. Für Lastwagen gelte dort hingegen grundsätzlich ein Einfahrtsverbot.

Lkw statt Flughafenparker: „Chaotische Zustände“ an der Friedrich-Ebert-Straße

Der Sackgassen-Hinweis (rechter Bildrand) ist nach Angaben der Verkehrssicherung beim Kreis Unna verkehrsrechtlich ausreichend. © Carlo Czichowski

Und auch was die Umleitung betrifft, sei die Verkehrsbehörde ihrer Pflicht nachgekommen: Von allen Richtungen aus ist die dortige Umleitung U3 gut sichtbar ausgeschildert. Nur von der Stehfenstraße aus kommend gibt es momentan keinen Hinweis, dass es auf der Friedrich-Ebert-Straße kurz vor der Baustelle nicht mehr weitergeht.

Sackgassenschild vor der Baustelle verkehrsrechtlich ausreichend

Das war nach Arnolds Angaben verkehrsrechtlich nicht nötig und bisher auch nicht vorgesehen. Für die ortskundigen Auto-Fahrer reiche eben das Sackgassenschild vor der Baustelle. Wer ein Stück weit auf die Friedrich-Ebert-Straße fährt, der muss dann vor der Absperrung wenden. Bei einem Ortstermin werde er sich aber dennoch die Situation anschauen und bei Bedarf eine Änderung der Beschilderung veranlassen, wie er mitteilte.

Lkw statt Flughafenparker: „Chaotische Zustände“ an der Friedrich-Ebert-Straße

Vom Oelpfad auskommend ist die Umleitung frühzeitig angekündigt. Kurz vor der Unterführung wird sie per Schild aufgehoben (Bild), nach der Rechtskurve aber wieder aufgenommen. © Carlo Czichowski

Für den Ärger der Anwohner der Friedrich-Ebert-Straße zeigte er indes Verständnis. Dass die LKW-Fahrer dort einbiegen, obwohl die Beschilderung das ausdrücklich verbietet, ist wie andernorts ein Problem, das vor allem mit der Hilfe der Unternehmen behoben werden könnte, die die Lastwagenfahrer beliefern.

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„Bei Vollsperrungen wird es immer erst chaotisch“

Dass es an Tag 1 der Baustelle an der Kurzen Straße zu Missverständnissen gekommen ist, ist dabei nicht gerade ungewöhnlich: „Bei Vollsperrungen wird es immer erst chaotisch“, sagt Arnold. Denn er weiß: „Manche Leute fahren immer den Weg, den sie vorher auch gefahren sind. Entweder missachten sie die Beschilderung oder sie versuchen einfach ihr Glück, bis es nicht mehr weitergeht.“

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