Schon seit September hat die SPD ein Konzept auf dem Tisch liegen, mit dem sie das erhöhte Verkehrsaufkommen rund um die Mozartstraße eindämmen möchte. Jetzt liegt der Ball bei der Politik.

Holzwickede

, 07.11.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Strandende Lkw-Fahrer, verärgerte Anwohner: Im sogenannten Wohngebiet Mozartpark gibt es immer noch dicke Luft. Denn der dort herlaufende, unerwünschte Lkw-Verkehr sorgt unter Bewohnern des Wohngebiets für Probleme.

Neben Lärmbelästigung beklagen sie sich vor allem über Lkw-Fahrer, die nachts in den teils engen Straßen stranden und in der Vergangenheit sogar Anwohner aus den Betten geklingelt und sie aufgefordert haben, das Auto umzusetzen. Teilweise soll das auch zu Auseinandersetzungen geführt haben.

Nächtlichen Lkw-Zwist beenden

Um den Lkw-Zwist im Schlafrock zu beenden, hat die SPD im September zu einem Bürgerdialog in die Nordschulaula eingeladen. Dort diskutierten Bürger und Sozialdemokraten gemeinsam über Maßnahmen zur Beruhigung des Gebiets um Mozartstraße, Natorper Straße, Schubertstraße und Friedrichstraße.

Die Sozialdemokraten präsentierten bei der Zusammenkunft in der Nordschule ein vorläufiges Konzept, das mit Vorschlägen aus der Bevölkerung ausgefeilt werden sollte. Nun steht das Ergebnis, das die SPD am kommenden Mittwoch im nächsten Verkehrsausschuss einbringen wird.

„Die Stehfenstraße ist deutlich breiter und eben auf diese Art des Verkehrs ausgelegt. Wir verlagern den Verkehr also lediglich dorthin, wo er ohnehin her verlaufen soll.“
Thomas Bergermann, Geschäftsführer des SPD-Ortsverbandes

Verkehr aus dem Wohngebiet verbannen

Das Ziel ist nach wie vor, den Lkw-Verkehr aus dem Wohngebiet zu verbannen. Die Laster sollen nach Möglichkeit von der Autobahn kommend auf die Wilhelmstraße oder die Chaussee geleitet werden. Wenn sie zum Gewerbegebiet an der Natorper Straße wollen, soll der Verkehr auf die Stehfenstraße verlagert werden. Das Wohngebiet Mozartpark soll stattdessen entlastet werden.

Von dieser Idee hatten sich beim Bügerdialog vor allem Anwohner der Stehfenstraße wenig begeistert gezeigt. Thomas Bergermann, Geschäftsführer des SPD-Ortsverbandes, kann das zwar verstehen, verweist aber auf die Beschaffenheit der jeweiligen Straßen.

„Stehfenstraße ist für mehr Verkehr ausgelegt“

„Es handelt sich hier um ein Wohngebiet, das für dieses Ausmaß des Verkehrsaufkommens nicht ausgelegt ist. Die Stehfenstraße ist deutlich breiter und eben auf diese Art des Verkehrs ausgelegt. Wir verlagern den Verkehr also lediglich dorthin, wo er ohnehin her verlaufen soll“, erklärt Bergermann.

Für die SPD war der Bürgerdialog durchaus gewinnbringend. An mindestens einer Stelle haben die Sozialdemokraten auf Drängen der Anwohner ihre Forderung angepasst.

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Kein sofortiges Einfahrtsverbot von Mozart- in Nordstraße

Verhindert wurde damit unter anderem, dass an der Einmündung von der Mozartstraße in die Nordstraße ein sofortiges Einfahrtsverbot gefordert wird. Das sah das Konzept ursprünglich vor, ist in der endgültigen Fassung des SPD-Konzepts nicht mehr zwingend vorgesehen.

Mit diesen fünf Punkten will die SPD das Problem angehen. Sofern die Politik grünes Licht gibt, soll sich folgendes ändern:

Schluss mit dem Lkw-Lärm rund um die Mozartstraße: SPD hat Konzept überarbeitet

Ist auch in der endgültigen Fassung des SPD-Konzepts enthalten: Die Schubertstraße soll ab der Hecke (rechter Bildrand) zur Sackgasse werden. Für Fußgänger und Radfahrer soll der Übergang zur Natorper Straße aber weiterhin begeh- und befahrbar bleiben. © Marcel Drawe

  • Die Einbahnstraßenregelung für den nördlichen Abschnitt der Schubertstraße zwischen Natorper Straße und Friedrichstraße wird aufgehoben. Die Schubertstraße wird im nördlichen Abschnitt in Richtung Natorper Straße geschlossen. Dort soll eine Sackgasse eingerichtet werden. Für Radfahrer und Fußgänger soll sie allerdings weiterhin frei befahr- und begehbar sein. Außerdem sollen am Ende der Sackgasse Poller eingesetzt werden, die für Einsatz- und Versorgungsfahrzeuge herausgenommen werden könnten.
  • Die Ampelphasen sollen angepasst werden. Alle Fahrtrichtungen an der Kreuzung Nord-, Stehfen- und Rausinger Straße sollen eine eigene Grünphase bekommen. Das soll auch für Fußgänger gelten. Die Fußgängerampel soll ab dann automatisch auf Grün umspringen und nicht wie bisher per Handdruck. Dabei soll es sich aber nur um eine Testphase handeln. Sollte sich die Verkehrssituation durch diese Maßnahme verbessern, soll die Zufahrt von der Mozartstraße auf die Nordstraße verboten werden.
  • An den Einmündungen von Mozart- und Friedrichstraße auf die Nordstraße werden Stoppschilder eingerichtet. Zudem soll eine Beschilderung angebracht werden, die auf den Fußgänger- und Radverkehr hinweist.
  • Ein eher strittiger Punkt ist folgender: Die SPD möchte für die Lkw-Fahrer bereits an der Autobahnabfahrt eine Beschilderung anbringen, auf denen die Logos der Firmen zu sehen sind. „Einige von ihnen kommen aus dem Ausland, können zwar die Beschilderung lesen, verstehen aber nicht unbedingt die deutsche Sprache“, sagt SPD-Geschäftsführer Thomas Bergermann. Problem: Für das Anbringen von Schildern auf der Autobahn ist die Gemeinde nicht zuständig. In diesem Punkt müsse man mit Landes- oder Bundesbehörden sprechen.
    „Einige von ihnen kommen aus dem Ausland, können zwar die Beschilderung lesen, verstehen aber nicht unbedingt die deutsche Sprache.“
    SPD-Geschäftsführer Thomas Bergermann über das Problem mit Lkw-Fahrern
  • Die letzte Änderung, die das Konzept vorsieht, ist eine abknickende Vorfahrtstraße an der Kreuzung Stehfen-, Natorper-, Friedrich-Ebert-Straße und Oelpfad. Vorfahrt haben gemäß Konzept dann Autofahrer, die von der Stehfenstraße Richtung Oelpfad abbiegen oder umgekehrt. Zusätzlich zur Friedrich-Ebert-Straße soll auch im Kreuzungsbereich der Natorper Straße ein Stoppschild angebracht werden. Das soll dann dem erhöhten Verkehrsaufkommen auf der Stehfenstraße vorbeugen. Mit der momentanen Vorfahrtsregelung, Autofahrer auf Oelpfad und Natorper Straße haben derzeit Vorrang, befürchtet die SPD an dieser Stelle Stau-Potenzial.
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