Lektüre abseits des Massengeschmacks

dzBuchvorstellung in der Gemeindebibliothek

Die Buchvorstellungen von Bernt von zur Mühlen sind beliebt beim Publikum. Wenn der Literaturwissenschaftler Bücher empfiehlt, dann notieren sich seine Zuhörer die Titel besonders fleißig.

Holzwickede

, 25.11.2018, 12:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Gut 40 Interessierte fanden sich unter dem Glasdach der Gemeindebibliothek zusammen. Bereits zum 26. Mal, so erinnerten sich Freunde dieser Veranstaltung, machte der Frankfurter Literaturwissenschaftler Bernt Ture von zur Mühlen den Besuchern von ihm ausgewählte Lektüre schmackhaft. In eineinhalb Stunden präsentierte er erzählend, Anekdotisches aufgreifend, bisweilen auch einige Zeilen vorlesend, 20 Titel unterschiedlicher Genres. Dabei reichte die Bandbreite von schlichter Handlungsempfehlung fürs Ordnung schaffen im Haushalt bis zu mit dem Nobelpreis honorierter Literatur.

Bei den vorgestellten Romanen handelte es sich mit Vorliebe um Geschichten, die auf Tatsachen beruhten oder Figuren der Literaturgeschichte zum Gegenstand hatten. Liebesleben, Intrigen aber auch Kriminalfälle spielten eine Rolle. In Zusammenhänge wie die Zeit der Sklavenhaltung, die Diktatur des Nationalsozialismus oder auch die Drangsale der DDR-Vergangenheit entführte von zur Mühlen. Politische und zwischenmenschliche Verstrickungen in Argentinien schildert „Der Privatsekretär“ von Claudia Pineiro. Einen diplomatischen Coup beschreibt Jakob Heins „Die Orient-Mission des Leutnant Stern“.

Litaraturempfehlungen

Um Literaten wie Annette von Droste-Hülshoff in „Fräulein Nettes kurzer Sommer“ von Karin Duve oder „Sibirische Sommer mit Dostojewski“ von Jan Brokken rankten sich die Empfehlungen.

Auch Sachbücher kamen nicht zu kurz, etwa, wenn Michael Hartmann in „Die Abgehobenen“ der Frage nachspürt, warum Politiker nicht mehr die Sprache der Wähler sprechen. Hochstapelei stand mit Anett Kollmanns „Mit fremden Federn“ auf der Agenda ebenso wie das Verschwinden. Olaf Jacobs berichtet in „Die Staatsmacht, die sich selbst abschaffte“ von der letzten Regierung der DDR, Segerer und Rosenkranz führen „Das große Insektensterben“ vor Augen und Martin Meyer erinnert in „Gerade gestern“ an das Frankreich der 60er Jahre, denn kaum ein junger Mensch kennt noch den 2 CV, die Ente, oder die Schauspielerin Brigitte Bardot. Als Eintritt für die Übernahme von Verantwortung gilt Albert Camus‘ im algerischen Oran spielender Roman „Die Pest“. Einen wahren Parforceritt legte von zur Mühlen damit hin.

Elf der vorgestellten Titel hält die Gemeindebibliothek zur Ausleihe vor.
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