Lebensmittelmarkt für Opherdicke: Ortsvorsteher zwischen Skepsis und Hoffnung

dzNahversorgung

Ein kleiner Lebensmittelanbieter in Opherdicke: Die örtlichen Politiker würden das Geschäft begrüßen. Was dessen Chancen angeht, schwanken sie allerdings zwischen Zuversicht und Skepsis.

Opherdicke/Hengsen

, 10.01.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein kleiner Lebensmittelladen in Opherdicke, für den die Gemeindeverwaltung derzeit mögliche Betreiber sucht, könnte sich tragen, meint Ortsvorsteherin Petra Kittl. „Hier gibt es viel Publikum.“ Die Lage des Noch-Kindergartens an der Dorfstraße, der als Standort in Frage kommt, sei günstig, alleine wegen der vielen Radfahrer.

Insbesondere ältere Opherdicker würden ein solches Angebot im Dorf begrüßen. „Ein Bäcker mit einem kleinen Lebensmittelsortiment würde vielleicht schon reichen“, meint Kittl. Bäcker Höltermann an der Talstraße in Unna könnte ein Vorbild sein.

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Dorfladen nicht ohne Initiative aus dem Dorf

Auch über das Konzept eines genossenschaftlich betriebenen Dorfladens, der für Unna-Lünern geplant ist, wird in Holzwickede nachgedacht. Ortsvorsteherin Kittl zeigt sich allerdings skeptisch, ob sich in Opherdicke wie in Lünern eine Initiative finden würde, die das Projekt vorantreibt. Ehrenamtliche, unterstützt von der Stadt und einem Planungsbüro, leisten in dem Unnaer Dorf den Großteil der Vorarbeit.

Die meisten älteren Opherdicker, für die die Nahversorgung von großem Interesse sei, würden sich ein solches Projekt wohl nicht „ans Bein binden“ wollen, mutmaßt Kittl. „Da müssten sich jüngere Leute drum kümmern.“ Diese wiederum seien mobil und kauften entsprechend woanders ein.

Chance auch für Wohnen im Alter

Grundsätzlich aber könne ein kleines Geschäft in Opherdicke mit Erfolg betrieben werden, meint Kittl. Sie erinnert an einen Kiosk, den es im Dorf gab und der „gut gelaufen“ sei, bis der Betreiber sich beruflich verändert habe. Kittl sieht vor allem die Chance, Nahversorgung mit seniorengerechtem Wohnen zu verbinden. Viele ältere Opherdicker würden sich gerne im Alter von ihrem Eigenheim trennen, aber den Ort ungern verlassen. Kittls Vorstellung: unten ein Ladenlokal, oben betreutes Wohnen. „Das wäre besser als noch ein Neubaugebiet.“

Viele Hengsener kaufen woanders ein

Mit zusammen rund 2500 Einwohnern wären Holzwickedes Dörfer durchaus vergleichbar mit denen in Unna, wo es Lebensmittelangebote gibt. Aber würde Opherdicke allein als Einzugsgebiet reichen? Viele Hengsener nämlich würden sich zu Nachbarorten orientieren, was das Einkaufen angeht, sagt Ortsvorsteher Friedrich-Wilhelm Schmidt.

Er nennt Geisecke, Lichtendorf oder Sölde als beliebte Einkaufsorte, in denen Ketten wie Rewe, Aldi oder Netto Kunden insbesondere aus dem Hengser Westen anzögen. „Und an unserer Tankstelle gibt es auch Brötchen.“

Für Lebensmittelhandel in Opherdicke gebe es sicher Bedarf, gerade für Ältere, so Schmidt. Für viele Hengsener aber wäre der Standort wohl nicht interessant „Das lohnt sich wahrscheinlich nicht.“

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