Laut Studie: Emscher-Umbau wirkt sich positiv auf das Leben in Holzwickede aus

dzEmscher-Region

Vom „Köttel-Becken“ zum Vorzeige-Fluss: Der Umbau der Emscher hat einen Einfluss auf das soziale Leben in Holzwickede. Zu dieser Erkenntnis kommt ein Forschungsteam der Ruhr Uni in Bochum.

Holzwickede

, 05.08.2020, 15:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit 1992 wird die Emscher, einst ein offener Abwasserkanal, in der gesamten Region umgebaut. Insgesamt 5,38 Milliarden Euro investiert die Emschergenossenschaft in die Renaturierung des Flusses, der in Holzwickede entspringt.

In Holzwickede sind seit mehreren Jahren schon einige Ergebnisse dieses Vorhabens spürbar: In der Nähe des Emscherquellhofes entspringt der Radweg Emscherweg, im umgebauten Emscherpark wurde der Verlauf der Emscher etwas verändert. Der einstige Geruch von Abwasser ist aus der Gemeindemitte weitestgehend verschwunden.

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„Der Emscher-Umbau ist weit mehr als ein rein wasserwirtschaftliches Projekt zur Modernisierung der abwassertechnischen Infrastruktur. Die Renaturierung der Flusslandschaften bringt nicht nur die Natur an die einstigen Köttelbecken zurück, sondern auch Mehrwert-Effekte für die Menschen in unserer Region“, sagt Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.

„Neben den wirtschaftlichen Effekten unserer Bauprojekte tragen wir mit der Abwasserfreiheit der Emscher-Gewässer erheblich zur Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualität an den Bächen und Flüssen bei. Dies fördert wiederum die Gesundheit der Bevölkerung.“

Der Radweg Emscherweg ist nicht nur bei Radfahrern beliebt, sondern auch bei passionierten Läufern.

Der Radweg Emscherweg ist nicht nur bei Radfahrern beliebt, sondern auch bei passionierten Läufern. © Greis

Nach dem Emscher-Umbau steigt laut Studie das Interesse am Fluss

Und genau dieses Phänomen hat ein Forschungsteam von der Ruhr-Universität in Bochum jetzt untersucht. Es kommt zu der Erkenntnis: Menschen, die unmittelbar an der Emscher wohnen und von ihrem Umbau am stärksten betroffen sind, haben – wie die Studie zeigt – ein hohes Interesse am Umbau und seinen Folgen. Das zeigen die unterschiedlichen Ergebnisse für die Untersuchungsgebiete.

Dort, wo der Emscher-Umbau weiter fortgeschritten ist, ist die Identifikation mit der Emscher stärker ausgeprägt und es wird deutlich weniger über Geruchsbelästigung geklagt. Aber es gibt noch viel zu tun: So können Freizeitmöglichkeiten und Aufenthaltsqualität vor allem in den Bereichen, in denen die Renaturierung noch nicht begonnen hat, verbessert werden.

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„Diesen Aspekt berücksichtigen wir bereits etwa beim Ausbau unseres Emscher-Weges“, sagt Paetzel und verweist neben den Kunst- und Kulturangeboten im Rahmen des Emscherkunstweges (ein Projekt in Kooperation mit Urbanen Künsten Ruhr und Regionalverband Ruhr) auf die Kooperation „Gesund an der Emscher!“ mit der Knappschaft, bei der neben Glücksradtouren auch Trimm-Dich-Pfade entlang der Radwege entstehen sollen.

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