Martin-Gauger-Preis: Landesrichter zeichnen Hörspiel von CSG-Schülerinnen aus

dzMit Hörspiel im Artikel

Einen dritten Platz haben Schülerinnen des Clara-Schumann-Gymnasiums bei einem Landeswettbewerb zum Thema Menschenrechte geholt. Die Arbeit der Gruppe erinnert an einen Richter, der sich dem NS-Regime entgegenstellte.

Holzwickede

, 10.12.2019, 15:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Martin-Gauger-Preis wird alle zwei Jahre vom Bund der Richter und Staatsanwälte in Nordrhein-Westfalen verliehen und erinnert an den gleichnamigen Jurist, der sich nach der Machtübernahme Adolf Hitlers offen gegen das NS-Regim stellte. Gauger bezahlte dafür mit seinem Leben.

Um das Andenken an Martin Gauger zu wahren, lobt der Bund der Richter und

Staatsanwälte den namensgebenden Wettbewerbspreis aus, der Arbeiten zum Thema Menschenrechte prämiert. Dieses Jahr reichten gleiche mehrere Gruppen des Clara-Schumann-Gymnasiums Arbeiten ein, die seit Schuljahresbeginn in Klassenstufe 12 im Rahmen eines Pflichtkurses im Fach Sozialwissenschaften entstanden sind.

Zur Sache

Das war Martin Gauger

  • 1934 lehnte es Martin Gauger ab, den gesetzlich vorgeschriebenen Eid auf Hitler zu leisten und wurde daraufhin als einziger namentlich bekannter Jurist aus dem staatsanwaltlichen Dienst entlassen.
  • In der Folge verweigerte er aus Gewissensgründen auch den Kriegsdienst, versuchte aus Deutschland zu fliehen, wurde aber 1941 in den Niederlanden verhaftet.
  • Er wurde zunächst ins KZ Buchenwald überstellt, kurz darauf in die Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein verbracht und hier noch im Jahre 1941 von den Nationalsozialisten ermordet.

„Eine Kollegin hatte mich auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht. Fünf Schülergruppen haben sich dann mit der Thematik befasst“, sagt Lehrer Gebhard Brömmel. So entstanden Podcasts, Hörspiele und Broschüren.

Nominiert wurde vom Richterbund letztlich ein Hörspiel von Luisa Breker, Kaya Naujoks, Elmedina Beganovic und Charice Bonath. „Helden im Himmel“ befasst sich mit verschiedenen Helden des Alltags, die in einer gemeinsamen Nahtod-Erfahrung vor eine ganz spezielle Aufgabe gestellt werden. Erst die Reflexion über das eigene Tun verspricht dabei die Lösung.

300 Euro gehen an das CSG für den dritten Platz

Das Hörspiel teilte sich letztlich den dritten Platz mit einem Berufskolleg aus Rheinbach. Prämiert wurden zum Ende der vergangenen Woche vor rund 150 Gästen im Hammer Oberlandesgericht zudem Bildungseinrichtungen aus Bochum und Köln. Neben einer Urkunde aus den Händen von NRW-Justizminister Peter Biesenbach gab es für die Gewinner auch Geldpreise in Höhe von 1000, 600 sowie je 300 Euro für die beiden Drittplatzierten aus Holzwickede und Rheinbach.

Lehrer Gebhard Brömmel ist stolz auf die Leistung der CSG-Schüler – schließlich wurden die Arbeiten seit Schuljahresbeginn in wenigen Doppelstunden erarbeitet. „Das eigentliche Hörspiel aus dem Skript produzieren – das haben die Schüler im Nachgang mit Handy und App auf eigene Faust gemacht. Da sind heutzutage alle recht fit“, sagt Brömmel. Für ihn sei schon die Nominierung für sich eine große „Wertschätzung der Arbeit“ gewesen.

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