Im Bereich rund um den Oelpfad sollte eigentlich zum Jahresbeginn die Ortsumgehung L 677n fertig sein. Durch sie soll das starke Verkehrsaufkommen aus der Gemeindemitte in den verkehrsärmeren östlichen Teil der Gemeinde verlagert werden. © Udo Hennes
Straßenneubau

L677n: Ohne Klagen wäre die Umgehungsstraße wohl schon fast fertig

Seit Jahren in der Planung verhindern Klagen gegen die L677n bislang einen Baustart für die Umgehungsstraße. Ohne ausstehendes Gerichtsverfahren wäre die Trasse längst im Bau.

Die zuständige Sprecherin des für den Ausbau der Umgehungsstraße zuständigen Landesbetriebs Straßen NRW betont, dass man innerbetrieblich die folgende Aussage völlig wertfrei betrachtet: „Ohne Klagen wäre die Fertigstellung der L677n für Ende 2020 vorgesehen.“

Durch die vier weiterhin aktuellen Klagen von Anliegern entlang der geplanten Umgehungsstraße zwischen Oelpfad und Landweg parallel zur Massener Straße aber ist ein möglicher Baubeginn weiterhin offen.

Die anhängigen Klagen gegen den Ende Oktober 2017 durch die Bezirksregierung Arnsberg gefassten Planfeststellungsbeschluss stehen auch im dritten Jahr nach Einreichung noch nicht auf der Agenda des zuständigen Verwaltungsgerichtes in Gelsenkirchen.

Auf Anfrage heißt es hier, dass für die vier anhängigen Klagen noch kein Zeitfenster terminiert ist. Ein Blick in die Terminvorschau des Gerichtes macht deutlich, dass momentan zahlreiche Asylverfahren in Bearbeitung sind. Die Wartezeit für die Behandlung der L677n-Klage habe laut einem Sprecher durchaus mit der Arbeitsbelastung zu tun – die begründe sich aber nicht allein auf Asylverfahren.

Nachdem durch die Corona-Pandemie zwischenzeitlich der Gerichtsbetrieb zurückgefahren werden musste, sorge zudem auch das Virus für Verzögerungen. Bei Straßen.NRW heißt es auf Anfrage, dass alle weiteren Planungen ruhen, bis die juristischen Auseinandersetzungen zwischen Grundstückseigentümern, die von der L677n direkt betroffen wären, sowie der Bezirksregierung Arnsberg als Beklagte geklärt sind.

Der angedachte Bau der Umgehungsstraße steht in Zusammenhang zu den aktuellen Maßnahmen entlang der Bundesstraße 1 zwischen Dortmund und Unna. Die soll bekanntermaßen planmäßig bis 2023 zur sechsspurigen A40 ausgebaut werden.

L677n soll an Zubringer zur Autobahn anknüpfen

In dem Zuge ist auch eine neue Auf- und Abfahrt für das neue Autobahn-Teilstück auf Höhe Oelpfad geplant. Der Anschluss knüpft planmäßig wiederum an die neue Landstraße an, die als Umgehung die Verkehrsbelastung auf Nord- und Hauptstraße mindern soll.

Ist der neue A40-Abschnitt fertig, können Verkehrsteilnehmer nämlich nicht mehr von der gewohnten Anschlussstelle Holzwickede gen Süden in die Gemeinde ab- oder auffahren. Zu- und Abfahrt werden nur noch von Norden vom Flughafen kommend möglich sein.

Ob die L677n so kommt, wie es vorgesehen ist – darüber müsste in einem nächsten Schritt erstmal in Gelsenkirchen entschieden werden. Bis dahin herrscht: Stillstand.

Über den Autor
Redaktion Holzwickede
Jahrgang 1985, aufgewachsen auf dem Land in Thüringen. Fürs Studium 2007 nach Dortmund gekommen. Schreibt über alles, was in Holzwickede passiert. 17.000 Einwohner mit Dorfcharakter – wie in der alten Heimat. Nicht ganz: Dort würden 17.000 Einwohner locker zur Kreisstadt reichen. Willkommen im Ruhrgebiet.
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Christian Greis
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