Kurrendeblasen: Wenn die Bläser kommen, dann ist Weihnachten

dzPosaunenchor Opherdicke

Wann sie damit angefangen haben, ist nicht überliefert. Es muss lange her sein, denn jedes Jahr ist es eine liebgewonnene Tradition, dass der Opherdicker Posaunenchor für die Nachbarschaft spielt.

Holzwickede

, 22.12.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn die Tour nach rund drei Stunden geschafft ist, dann fühlen es auch Chorleiter Klaus Erler und die Instrumentalisten im Posaunenchor Opherdicke: Es ist Weihnachten. Bevor das Gefühl bei ihnen selbst einsetzt, sorgen die Kurrendebläser alljährlich dafür, dass die Menschen in Opherdicke und Hengsen in Weihnachtsstimmung kommen.

Es ist Tradition, dass die Bläsergruppe an Heiligabend durch den Süden der Gemeinde zieht und an verschiedenen Stationen den Nachbarn vor Ort „O du fröhliche“, „Tochter Zion“ oder auch „Ihr Kinderlein, kommet“ vorträgt. „Standard sind vier Lieder, wo viele Leute stehen sind es auch mal sechs“, sagt Klaus Erler.

Die Menschen finden sich aber eigentlich an jeder Adresse ein. „An der Oststraße da ist aber immer richtig Party“, weiß Erler. Kurrendeblasen – dabei geht es zwar auch darum, dass der Chor aus den Gotteshäusern zu den Menschen kommt.

Wiedersehen in der Nachbarschaft

Sowohl für die Bläser als auch die Zuhörerinnen und Zuhörer ist es vor den beiden Weihnachtsfeiertagen aber auch immer eine Gelegenheit, sich nochmals zu treffen und sich frohe Festtage mit den Lieben zu wünschen.

Kurrendeblasen

Die einzelnen Station des Posaunenchores

Der Posaunenchor Opherdicke spielt an Heiligabend zu folgenden Zeiten an diesen Orten:
  • 13 Uhr: Schlossallee
  • 13.20 Uhr: Krämersweg/Lilienweg
  • 13.40 Uhr: Eickhoff
  • 14 Uhr: Fliederstraße
  • 14.15 Uhr: Oststr./Hengser Weg
  • 15 Uhr: Schwerter Straße
  • 15.20 Uhr: Am Haarstrang
  • 15.40 Uhr: Kellerkopf
  • 16 Uhr: Feldstraße

Und die Lieben sind heutzutage nicht selten in alle Winde verstreut. Wenn dann der Besuch in der Heimat bei den Eltern ansteht, dann ist das Kurrendeblasen auch für diese Generation oft eine Gelegenheit, um die Nachbarn von einst oder alte Bekannte zu sehen. „Auch bei den Anwohnern kommt es mitunter vor, dass sich viele Nachbarn lange nicht gesehen haben“, sagt Erler.

Über die Jahre haben er und seine meist sieben bis zehn Köpfe umfassende Bläsergruppe schon bei jedem Wetter gespielt. „Wir waren in Gummistiefeln und mit Schneeschuhen unterwegs. Bei minus 6 Grad sind auch schon mal die Ventile eingefroren. Irgendwann macht das Messing nicht mehr mit“, erinnert sich Klaus Erler an vergangene Jahre.

Dieses Jahr dürften die Weihnachtsständchen von milden Temperaturen und ohne weiße Pracht begleitet werden. Umso wichtiger ist, dass der Posaunenchor an Heiligabend wie gewohnt für weihnachtliche Stimmung sorgen wird. Bis es nach Grog und Suppe an der letzten Station auch für die Bläser heißt: Jetzt ist Weihnachten.

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