Küsschen für den Fiffi: So wirkt sich die tierische Nähe auf die Gesundheit aus

dzHaustiere

Für viele Hundebesitzer ist der Hund nicht mehr nur der beste Freund des Menschen, sondern vielmehr ein echtes Familienmitglied. Ist die Nähe zum Hund gesundheitsgefährdend?

Holzwickede

, 16.12.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Manche schlafen mit ihnen in einem Bett, küssen sie auf den Mund, für viele sind sie gar eine Art Kinder-Ersatz: Die Rede ist vom sprichwörtlich besten Freund des Menschen, dem Hund. Von Berührungsängsten ist bei vielen Familien keine Spur. Der beliebte Vierbeiner rückt in manchen Haushalten inzwischen immer näher an die Menschen heran.

Für einen 63-jährigen Mann in Bremen wurde die körperliche Nähe zu seinem Vierbeiner Anfang des Monats zum Verhängnis: Er starb, weil ihm sein Hund das Gesicht abgeleckt hat. In zahlreichen Medien wurde daraufhin diskutiert, inwieweit die Nähe zum Hund die Gesundheit des Menschen gefährden kann.

Tierarzt: Es handelt sich um einen tragischen Einzelfall

Der Tierarzt Anastasius Papageorgiou aus Holzwickede kann das so nicht bestätigen: Bei dem Vorfall in Bremen handele es sich um einen tragischen Einzelfall. Für ihn ist die Nähe zu Tieren keineswegs gesundheitsgefährend, sondern in vielen Fällen eher förderlich.

„Tiere haben deutlich weniger Bakterien im Mund als Menschen“, sagt der Veterinärmediziner mit Praxis an der Wilhelmstraße. Gerade bei Kindern zeige sich eher, dass sie viel seltener an Allergien leiden, wenn sie bereits in jungen Jahren viel Kontakt mit Tieren haben.

Weniger Allergien durch viel Kontakt zu Tieren

Der Grund dafür ist ganz einfach: Sie kommen schon früh mit entsprechenden Allergenen in Kontakt. Ihr Immunsystem wird dadurch gestärkt. Tierallergien findet man bei diesen Menschen daher eher seltener. Dass es zu anderen Krankheiten kommt, sei auch eher unwahrscheinlich: „Ich habe noch nie etwas Schlimmes mitbekommen“, sagt Papageorgiou mit Blick auf den Fall in Bremen.

Er bekommt täglich hautnah mit, wie nah sich Hund und Herrchen teilweise kommen. In seiner Praxis hat er schon manch kuriose Interaktion gesehen: „Es kam im Sommer schon mal vor, dass jemand an einem Eis geleckt hat und es danach seinem Hund hingehalten hat. So etwas würde ich selbst niemals machen, weil es einfach ekelig ist“, erzählt Papageorgiou.

Bei manchen Menschen ist die Hemmschwelle scheinbar etwas niedriger. Sie mögen die körperliche Nähe zu ihren Hunden, kuscheln mit ihnen auf der Couch oder teilen nachts sogar mit ihnen das Bett.

„Sind deshalb nicht öfter krank als andere Menschen“

Papageorgiou hat selbst keinen Hund, wie er erzählt. Er kenne aber einige Tierärzte, die eigene Haustiere haben, oft gleich mehrere Katzen und auch Hunde: „Die Wohnungen sind manchmal voller Tierhaare und teilweise sehr unsauber. Trotzdem sind die Menschen nicht öfter krank als andere“, sagt der Tierarzt.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Einhaltung des Mindestlohns
„Auffälligkeiten“ in Holzwickeder Unternehmen festgestellt – Zoll ermittelt weiter
Hellweger Anzeiger 50 Jahren im Ort
In Holzwickedes ältester Kanzlei arbeitet eine Spezialistin für familiäre Konflikte
Meistgelesen