„Schlimmer als bei BVB-Heimspielen vor Corona“ – Schüler stehen im Zug zur Schule

dzCoronavirus

An den Schulen gelten strenge Regeln im Umgang mit dem Coronavirus. Außerhalb des Schulgebäudes wird es mit deren Einhaltung schwierig, wie eine Mutter auf dem Schulweg ihres Jungen feststellen musste.

Holzwickede, Unna

, 13.08.2020, 14:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für den zehnjährigen Jungen einer Holzwickederin endete mit den Sommerferien die Zeit als Grundschüler. Der junge Mann pendelt künftig von Holzwickede nach Unna an die Peter-Weiß-Gesamtschule. Weil er unsicher war, begleitete ihn seine Mutter am Donnerstagmorgen bei der ersten Bahnfahrt zur Schule.

Um kurz nach sieben Uhr morgens der Schock: „Der RE13 war restlos überfüllt, in etwa wie bei BVB-Heimspielen vor Corona“, so die Holzwickederin, die ungenannt bleiben möchte. Einige Schüler hätten letztlich gar nicht mehr in den Zug gepasst. Sie habe sich für die kurze Fahrt nach Unna mit dem Sohnemann stehend an die Tür gezwängt – „wie Sardinen in der Dose.“

„Der RE13 war restlos überfüllt, in etwa wie bei BVB-Heimspielen vor Corona.“
Holzwickeder Mutter eines Fünftklässlers auf dem Schulweg

Kurz nach Fahrtbeginn hätten die ersten Fahrgäste die Masken gelüftet, um im stickigen Zug atmen zu können. „Das geht gar nicht. Wer bitte ist da verantwortlich?“, fragt die Holzwickederin und weiter: „Seit Wochen ist klar, dass die Schule losgeht. Diskussionen zu Mundschutz und Abständen werden geführt, Daten gesammelt und hier wird mit der Gesundheit geschludert, steht man am Bahnhof wie eine Sardine in der Dose.“

Steigende Fahrgastzahlen habe man auf der Linie zwar bereits in den Ferien bemerkt – vor allem an den Wochenenden, als es für viele Menschen zum Ausflug nach Holland gen Venlo ging, so eine Eurobahnsprecherin auf Anfrage. Dennoch könne man bei mehr Fahrgästen nicht spontan einen zusätzlichen Waggon einsetzen.

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„Mit dem Aufgabenträger, in dem Fall der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, ist vertraglich klar geregelt, wie wir fahren. Zu den Hauptverkehrszeiten sind das beim RE13 zwei Waggons. Das war am Donnerstagmorgen auch der Fall. Am Wochenende ist es in der Regel ein Waggon“, so die Sprecherin.

Verhalten in Bus und Bahn

Keine Abstands- aber Maskenpflicht

  • Abstandsregeln über 1,50 Metern untereinander sind in öffentlichen Verkehrsmitteln aus baulichen Gründen oft unrealistisch.
  • Deshalb gilt in Bus und Bahn die konsequente Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Zuwiderhandlungen können neuerdings direkt mit einem Bußgeld über 150 Euro belegt werden.

Zu Schlagzeiten einfach einen Waggon anhängen – nicht möglich. „Da spielen auch die baulichen Voraussetzungen an den Haltestellen eine Rolle, die geprüft werden müssten.“ Davon abgesehen halte man sich an die geltenden Verträge. „Mehr Kapazitäten bedeuten Kosten, die uns der Aufgabenträger auch bezahlen müsste.“

Den Unmut über volle Züge könne man nachvollziehen: „Wir nehmen das ernst, dokumentieren die Fahrgastzahlen genau und geben das an den Vertragspartner weiter“, so die Sprecherin. Über eine Aufstockung müsse dann aber an anderer Stelle entschieden werden.

Für den betroffenen Fünftklässler ist das kurzfristig keine Hilfe. „Bei den Bussen ist die Situation ja ähnlich. Der Kurze will für den Schulweg jetzt erstmal das Fahrrad probieren“, so die betroffene Mutter.

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