Mord am Hellweg: Krimiautor Jan Costin Wagner bringt die Toten ins Haus Opherdicke

dzMord am Hellweg

Haus Opherdicke wird Schauplatz eines Mordes. Im Rahmen des Krimifestivals „Mord am Hellweg“ schreibt Jan Costin Wagner eine mörderische Kurzgeschichte. Schauplatz: der Spiegelsaal.

Holzwickede

, 28.01.2020, 14:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Haus Opherdicke: Schauplatz vieler Ausstellungen und kultureller Veranstaltungen – und bald auch Tatort. Für das Krimifestival „Mord am Hellweg“ kommt der Frankfurter Autor Jan Costin Wagner nach Holzwickede. Er ist auf der Suche nach dem besten Platz für einen Mord.

„Das Haus Opherdicke kristallisiert sich immer mehr heraus“, sagt Wagner. Viel verraten kann er über die Kurzgeschichte bislang noch nicht. „Sie spielt vermutlich im Spiegelsaal. Es geht um einen Pianisten. So meine Idee.“ Er hält kurz inne. „Damit ist die Kurzgeschichte ja schon fast geschrieben.“ Er lacht. „Ich weiß es noch nicht genau. Beim Schreiben kann sich alles ändern.“

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Damit er ein Gefühl für Holzwickede bekommt, ist er nun für drei Tage in den Ort gekommen. Gemeinsam mit seiner Frau unternimmt er Spaziergänge durch das Dorf. „Mir geht es weniger darum, Details aufzuschreiben. Ich muss ein Gefühl für die Umgebung bekommen.“ Das sei für seine Geschichten besonders wichtig. „Da spielt sich sehr viel in mir drin ab.“

Themen, die ihm am Herzen liegen

In Wagners Romanen verschmelzen ein Grundgefühl für den Ort und der innere Monolog des Protagonisten miteinander. „Mir ist es immer wichtig, spannend zu erzählen. Aber das ist ja wichtig für alle Autoren, nicht nur für die Krimiautoren. Sonst machen wir etwas falsch.“ Er lacht. „Ich versuche einen Sog zu erzeugen, in den der Leser hineingezogen wird.“

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In seinen Romanen beschäftige er sich mit wichtigen Themen, die ihn bewegen und die er mit dem Leser teilen will. Seine Romanreihe um den finnischen Ermittler Kimmo Joentaa dreht sich zum Beispiel darum, dass der Protagonist zu Beginn des ersten Buches seine Frau an den Krebs verliert.

Schreiben und Musik eng verknüpft

Während des kreativen Prozesses darf sein Klavier nicht fehlen. „Die Musik und das Schreiben sind bei mir eng miteinander verknüpft.“ Schon als Kind begann er „auf dem Klavier zu klimpern“, wie er es scherzhaft ausdrückt. Erst mit Ende zwanzig kam auch das Schreiben dazu. „Es passte damals einfach. Die Figur passte und hat mir beigebracht, auch meinem eigenen Schreiben zu vertrauen.“ Seit der Veröffentlichung von „Eismond“, dem Auftakt seiner Reihe um den finnischen Ermittler Kimmo Joentaa im Jahr 2003, lebt er auch von seiner Arbeit und widmet sich ganz dem Schreiben.

Mord am Hellweg: Krimiautor Jan Costin Wagner bringt die Toten ins Haus Opherdicke

Sigrun Krauß (Kreis Unna, Bereich Kultur) , Autor Jan Costin Wagner und Jana Keuch (Stabstelle Kultur des Kreises) bei der Besichtigung im Haus Opherdicke. © Lisa Dröttboom

„Mich fasziniert die Frage: Was passiert, wenn der Tod in unser Leben tritt? Wie gelingt es den Leuten, wieder Fuß zu fassen nach so einem schrecklichen Ereignis? Das wird nie langweilig.“ Kurzgeschichten schreibt er eher selten, freut sich aber bereits jetzt. „Das wird toll. Ich habe wirklich Lust zu schreiben.“

Verfilmung seines Romans Anfang Februar

Wer den Autor und seine Geschichten schon im Vorhinein besser kennenlernen möchte, der kann unter anderem am 3. Februar eine Verfilmung seines Krimis „Tage des letzten Schnees“ im ZDF sehen. „Ich bin mit der Verfilmung wirklich zufrieden“, so Wagner. Er sei mitunter bei den Dreharbeiten mit dabei gewesen.

Alles rund um die Anthologie

  • Im Rahmen von „Mord am Hellweg“ gibt es immer auch eine Kurzgeschichten-Sammlung.
  • „Es reizt uns, die Region mit einem kriminellen Netz zu überziehen“, sagt Sigrun Krauß vom Kreis Unna, Bereich Kultur.
  • An der Anthologie wirken 2020 insgesamt 23 Autoren aus ganz Deutschland und darüber hinaus mit.
  • Einer von ihnen ist in diesem Jahr Jan Costin Wagner. Die Festivalleitung bemüht sich jedoch darum, immer andere Autoren zu fragen. „Die unterschiedliche Herangehensweise jedes Autors an das Thema mache das Besondere der Anthologie aus“, so Wagner.
  • Sie dürfen auf 12 bis 15 Seiten einen Mord in dem ihnen zugewiesenen Gebiet stattfinden lassen.
  • Für gewöhnlich ist dabei ein grobes Thema vorgegeben. In diesem Jahr haben die Autoren jedoch freie Hand.
  • Die Kurzgeschichte in Kamen, geschrieben vom finnischen Autoren Antti Tuomainen, hat Jan Costin Wagner übrigens übersetzt. Da seine Frau gebürtige Finnin ist, ist das Land quasi seine zweite Heimat.

„Die Menschen, die an dem Film mitgewirkt haben, haben mich wirklich überzeugt. Die sind sehr ernsthaft mit meinem Roman und dem Thema darin umgegangen.“ Dabei hätten sie es geschafft, die Essenz aus seinem Roman herauszuziehen und in 90 Minuten filmreif zu verpacken. „Einen Roman als Ganzes zu verfilmen, ist ja unmöglich.“

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