Kot auf dem Friedhof: So reagieren Hundebesitzer auf die Kontrollen vom Ordnungsamt

dzFriedhof

Das Ordnungsamt hat dem Hundekot-Problem auf dem Friedhof den Kampf angesagt. Rund zwei Wochen nach der Ankündigung verschärfter Kontrollen ziehen die Ordnungsbeamten eine erste Bilanz.

Holzwickede

, 04.03.2020, 15:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die letzte Ruhe wurde in Holzwickede in letzter Zeit vermehrt durch Ausscheidungen von Hunden gestört. So empfanden es zumindest betroffene Angehörige und die Gemeinde. Denn immer wieder lagen Kot-Häufchen sogar auf den Gräbern – und nicht „nur“ auf angrenzenden Rasenflächen.

Das Ordnungsamt kündigte daher an, verstärkt gegen uneinsichtige Hundebesitzer vorgehen zu wollen. Offenbar mit Erfolg: Laut Ordnungsamt hat sich die Situation in den vergangenen Wochen schon verbessert. Wie Fachbereichsleiterin Stefanie Heinrich auf Nachfrage erzählt, halten sich nun mehr Hundebesitzer an die Vorgaben.

Friedhofssatzung

Gassigehen auf dem Friedhof

  • Die Friedhofssatzung schreibt unter anderem verschiedene Regeln vor, an die sich Hundebesitzer halten müssen: Wichtig ist zum einen die Leinenpflicht. Außerdem dürfen ihre Hunde in der Nähe von Gräbern weder urinieren noch einen Haufen legen. Zuwiderhandlungen werden mit einem Bußgeld belegt.
  • Wie das Ordnungsamt im Anschluss an die ersten Kontrollen auf dem Friedhof mitteilte, werde speziell die Leinenpflicht seit der Ankündigung der Gemeinde deutlich ernster genommen. Die Vierbeiner werden inzwischen kürzer gehalten als zuvor. Bisher sei kein Bußgeld verhängt worden.

„Ich denke, es hat schon allein etwas gebracht, dass Kontrollen angekündigt wurden“, sagt sie. Den Beamten des Ordnungsamtes, die seitdem im Regelfall in Zivilkleidung auf dem Friedhof unterwegs waren, hätten beobachtet, dass die Vierbeiner seit einigen Tagen „deutlich enger an der Leine geführt werden als zuvor“.

Bisher wurde noch kein Kot-Sünder auf frischer Tat erwischt

Kontrolliert wird laut Heinrich ungefähr ein bis zweimal in der Woche. Bisher sei allerdings kein Kot-Sünder auf frischer Tat erwischt worden. Kurzum: Verstöße gegen die Friedhofssatzung wurden nicht festgestellt. Stefanie Heinrich zieht daher eine positive Bilanz, auch wenn die öffentliche Ankündigung anscheinend mindestens so erfolgreich war wie die Kontrollen selbst: „Es hat also Wirkung getragen“, betont sie.

Unsere Redaktion wollte bei einem Friedhofsbesuch am Mittwochvormittag herausfinden, wie Spaziergänger das Problem mit dem Hundekot beurteilen. Denn wie auch Heinrich weiß, wird man Hundehaufen auch in Zukunft nicht immer zu hundert Prozent vermeiden können.

Viele Kot-Haufen (untere Bildmitte) liegen derzeit nicht mehr auf dem Friedhof. Vereinzelt kommt es aber immer wieder vor, dass Hundebesitzer die Friedhofssatzung missachten.

Viele Kot-Haufen (untere Bildmitte) liegen derzeit nicht mehr auf dem Friedhof. Vereinzelt kommt es aber immer wieder vor, dass Hundebesitzer die Friedhofssatzung missachten. © Carlo Czichowski

Eine Friedhofsgärtnerin, die nicht namentlich genannt werden will, glaubt, dass man die Situation ohnehin erst in einigen Wochen abschließend beurteilen kann. „Man wird es erst merken, wenn wir die Grünflächen wieder schneiden“, sagt sie. Dort bleiben ihrer Erfahrung nach die meisten Haufen liegen. „Die Gehwege sind inzwischen jedenfalls sauber.“

Sie hält es insgesamt aber auch für möglich, dass es sich bei den Kot-Haufen nicht nur um Ausscheidungen von Hunden handeln muss. Sie beobachte, dass auch Katzen auf dem Friedhof unterwegs seien. Streunende Freigänger könne man eben schlecht kontrollieren, „aber die machen auch hier hin“, erklärt die Friedhofsgärtnerin.

Spaziergänger glaubt an die Vernunft der Hundebesitzer

Ähnlich sieht das der Spaziergänger Hubertus Schulz. Er war am Mittwoch mit seinen beiden Hunden auf dem Friedhof unterwegs und glaubt an die grundsätzliche Vernunft der Hundebesitzer. Er pflegt selbst ein Grab auf dem Holzwickeder Friedhof und verbindet das oft mit einem Spaziergang: „Da will ich so etwas auch nicht sehen“, sagt er.

Hier können Hundebesitzer nach einem Spaziergang auf dem Friedhof ihre Kot-Beutel entsorgen. Voraussetzung dafür ist selbstverständlich, dass sie entsprechende Beutel mit sich führen und die Häufchen tatsächlich aufsammeln.

Hier können Hundebesitzer nach einem Spaziergang auf dem Friedhof ihre Kot-Beutel entsorgen. Voraussetzung dafür ist selbstverständlich, dass sie entsprechende Beutel mit sich führen und die Häufchen tatsächlich aufsammeln. © Carlo Czichowski

Er selbst achte deshalb besonders darauf, dass von seinen Hunden kein Kot liegen bleibt. „Die meisten Menschen hier haben ohnehin Kot-Beutel dabei und machen hinterher alles weg“, erklärt der Holzwickeder, „aber natürlich gibt es auch immer schwarze Schafe.“

Der Frage, warum er mit seinen Hunden ausgerechnet auf dem Friedhof Gassi geht, begegnet er mit Kritik an der Gemeindeverwaltung: „Wo soll ich denn sonst hergehen? Es wird ja alles zugebaut. Für Hunde wird hier nichts getan. Stattdessen wünscht sich Schulz, dass es irgendwo eine ausgewiesene Fläche zum Gassigehen gibt.

Ein Bürgerbegehren für eine Hundefläche ist gescheitert

Eine Forderung, die in der Politik durchaus schon diskutiert wurde. Ein Bürgerbegehren in dieser Sache ist wegen zu weniger Unterschriften vor drei Jahren gescheitert. Der Hundebesitzer regte an, dass das Thema noch einmal diskutiert wird.

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